Übach-Palenberg - Frauen kämpfen für die Stadtbücherei

Frauen kämpfen für die Stadtbücherei

Von: Markus Bienwald
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Sie stehen an der Spitze des frisch gegründeten Fördervereins für die Stadtbücherei Übach-Palenberg: Maria Röhlen (l.) und Martina Czervan-Quintana. Foto: Markus Bienwald
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Leere Gänge in der Stadtbücherei Übach-Palenberg will der Förderverein ebenso verhindern wie eine Schließung, Er will nun für mehr Aufmerksamkeit sorgen.

Übach-Palenberg. Ziemlich genau ein Jahr ist es her, da kam Maria Röhlen der Gedanke, der Stadtbücherei zu helfen. Damals wusste sie noch nicht genau, wo diese Hilfe ansetzen muss. Aber ihr Ziel, im ersten Schritt Aufmerksamkeit für die drohende Schließung dieser kulturellen Einrichtung zu schaffen, erreichte sie schnell. Denn mit einer Unterschriftensammlung erreichte sie in kurzer Zeit mehr als 1000 Unterstützer.

„Aktuell sind es 2020 Unterschriften, und es wird weitergesammelt“, sagt Maria Röhlen nun.

Auch in Martina Czervan-Quintanas Kopf drehten sich die Gedanken um den Erhalt der Stadtbücherei. „Das geht seit November so“, sagt sie und nahm Kontakt mit Maria Röhlen auf. Innerhalb von drei Tagen stand das erste Treffen. Nun haben sie mit der Gründung des Fördervereins für die Stadtbücherei Übach-Palenberg den ersten Schritt getan.

„Die Chemie zwischen uns hat gleich gestimmt, und wir sind uns bewusst, dass eine Schließung keine Option sein kann“, so Czervan-Quintana weiter. Denn ab 2017 soll die aktuell mit einem Defizit von rund 70.000 Euro agierende Einrichtung möglicherweise geschlossen werden. Das steht so auch im Haushaltsplan der Kommune.

Letztere befindet sich als Stärkungspaktkommune in einem finanziellen Korsett, in dem ab 2016 auch die Zukunft des Ü-Bades kritisch betrachtet wird. „Alle suchen händeringend nach Lösungen“, beschreibt Martina Czervan-Quintana die Situation, „dann können wir ein Signal senden, dass ein Abschreiben der Bücherei nicht infrage kommt“, ergänzt Maria Röhlen.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch war dem Vernehmen nach begeistert von dieser Initiative. Doch letztlich geht es um den schnöden, aber nötigen Mammon, um die Einrichtung an der Comeniusstraße und ihre Mitarbeiter zu halten. So geht es dem Förderverein nicht nur um finanzielle Unterstützung. „Wir wollen die Stadtbücherei auch attraktiver machen“, ist Maria Röhlen überzeugt.

Ein Weg dorthin ist mehr öffentliches Bewusstsein, denn es passiere noch immer, dass die Einrichtung als solche bei den Bürgern nicht wirklich bekannt sei, wie Röhlen weiß. Dazu könnte mehr als nur das eine Hinweisschild direkt an der Zufahrtsstraße nötig sein, „denn es muss in den Köpfen ankommen, dass wir mit unserer Schullandschaft eine solche Bildungseinrichtung brauchen“, macht Czervan-Quintana deutlich.

Ein Bücherflohmarkt, die Einrichtung einer anderswo immer stärker angenommenen „Onleihe“, die aber ein derzeit nicht zu schulterndes Anfangsinvestment braucht, um zu funktionieren, und natürlich Lobbyarbeit bei privaten Geldgebern stehen nun auf der To-Do-Liste des Fördervereins ganz obenan.

„Um uns herum ist es eine gängige Praxis, dass Stadtbüchereien einen Förderverein haben, der neben finanzieller Unterstützung über Veranstaltungen wie Lesungen oder Ähnliches auch Öffentlichkeit erzeugt“, schließt Maria Röhlen. Und etwas zu unternehmen, statt die Hände in den Schoß zu legen und auf das letzte Kapitel in Sachen Stadtbücherei zu warten, das liegt beiden. „Versuch macht schlau“, betont Martina Czervan-Quintana, „aber es nicht zu versuchen, ist einfach nur dumm.“

 

 

 

 

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