Geilenkirchen - Franziskusheim und Burg Trips verbraucherfreundlich

Franziskusheim und Burg Trips verbraucherfreundlich

Von: Udo Stüßer
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Franziskusheim-Hausleiter Mario Ohnesorg (2.v.l.), Qualitätsbeauftragte Senaida Zenkoviv (4.v.l.) und Pfarrer Wilhelm Lenzen (vorne r.) freuen sich mit Harald Hartenstein, Burg Trips-Hausleiter Christoph Benz und Geschäftsführer Alfons Nickels (hinten von r.) ebenso wie die Senioren über die Auszeichnung. Foto: G. Schmitz

Geilenkirchen. 98,35 Prozent der Anforderungen erfüllt: Dass die Bewohner des Franziskusheimes und von Burg Trips eine sehr hohe Lebensqualität haben, wurde jetzt schwarz auf weiß bescheinigt.

Nach zweitägiger Begutachtung im Auftrag der „Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung e.V.” und unter wissenschaftlicher Begleitung des Institutes für Soziale Infrastruktur wurde in beiden Einrichtungen der Franziskusheim gGmbH die Verbraucherfreundlichkeit festgestellt.

Damit ist die Franziskusheim gGmbH als erstes Unternehmen im Kreis Heinsberg und in den Kreisen Aachen und Düren als verbraucherfreundliches Unternehmen ausgezeichnet worden. 121 Kriterien in den Bewertungsbereichen Autonomie, Teilhabe und Menschenwürde wurden aus der Sicht der Bewohner überprüft.

Trotz der Auszeichnung gibt es Kritik aus Geilenkirchen: „Wir wehren uns dagegen, dass sich die Überprüfungen durch den Medizinischen Dienst zu 80 Prozent auf Prozess- und Strukturqualität beschränken. Der Mensch selbst bleibt dabei außen vor. Entscheidend ist doch die Ergebnisqualität: Fühlt sich der Mensch wohl? Wird er gut gepflegt? Hat er ein kulturelles und seelsorgerisches Betreuungsangebot?”, sagt Alfons Nickels, Geschäftsführer der Franziskusheim gGmbh.

Das Franziskusheim und Burg Trips, die unabhängig voneinander getestet wurden, erfüllten jeweils 98,35 Prozent der Anforderungen. „Hundert Prozent schafften wir nicht, weil wir nicht für jeden Bewohner einen eigenen Briefkasten haben”, erklärt Nickels ein Manko, mit dem er gut leben kann. Denn: „Die Hälfte der Post geht sowieso an Betreuer der hier lebenden Senioren, weil viele der hier lebenden Menschen dement sind.” Die Überprüfung wurde vor Wochen beantragt und erfolgte auf freiwilliger Basis. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Wie hoch der Stellenwert der Auszeichnung ist, erkennt man an der Liste der Akteure: Neben den Trägerverbänden - Arbeiterwohlfahrt, Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste, Deutscher Caritasverband, Diakonisches Werk, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Kommunale Träger und Verband der Alten- und Behindertenhilfe - sind auch Heimaufsicht, Pflegekassen und Verbraucherorganisationen beteiligt.

„Wir haben pro Jahr rund 28 Überprüfungen in unseren Häusern. An dieser haben wir aber gerne teilgenommen, weil hier Lebensqualität, Autonomie, Teilhabe und Menschenwürde überprüft wurden. Und wir wollen, dass die hier lebenden Menschen eine hohe Lebensqualität haben”, sagt Nickels. Und Mario Ohnesorg, Hausleiter des Franziskusheimes, ergänzt: „Fachlichkeit ist Pflicht, Verbraucherfreundlichkeit die Kür. Und da sind wir gut, das hören wir jeden Tag von unseren Bewohnern.”

Für Nickels und Ohnesorg war es bis zu dieser Auszeichnung ebenso ein gutes Stück Arbeit wie für Christoph Benz, Hausleiter von Burg Trips, und Senaida Zenkovic, Qualitätsbeauftragte des Unternehmens. Dass sich diese Arbeit aber gelohnt hat, bestätigt Pfarrer Wilhelm Lenzen, Vorsitzender des Heimbeirates von Burg Trips: „Der Medizinische Dienst hat nicht den Menschen im Blick, sondern ist oft kontraproduktiv. Diese Prüfung setzt beim Menschen an. Der Mensch wird hier mit Würde und Achtung behandelt. Ich möchte aus meinem Zimmer erst raus, wenn ich tot bin.”

Harald Hartenstein, Vorsitzender des Heimbeirates des Franziskusheimes, pflichtet ihm bei: „Das ist unser Zuhause. Hier fühlen wir uns wohl. Und das soll so bleiben.” Die Verbraucherfreundlichkeit wird jeweils für ein Jahr bescheinigt. „Im kommenden Jahr werden wir uns wieder prüfen lassen”, verspricht Nickels jetzt schon. Und Hartenstein lacht: „Darauf werden wir schon achten.” Immerhin hatte auch Dipl.-Ing. Wolfgang Bendig, der bereits über 60 Häuser überprüft hat und auch das Franziskusheim und Burg Trips in Augenschein genommen hat, bestätigt: „Ich habe selten so viele aufrichtige und gut gelaunte Menschen getroffen.”
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