Fotorealistische schrille Bilder bei Ausstellung im Schloss zu sehen

Von: mabie
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Gruppenbild der Veranstalter und Künstlerinnen: Bürgermeister Jungnitsch, die Vorsitzende des Künstler-Forums, Marlies Crumbiegel, Monika Geisbüsch, Elke Richter und Prof. Dieter Crumbiegel (v.l). Foto: Horst Zocher

Übach-Palenberg. Fast fotorealistisch wirken sie, die großformatigen Bilder, die derzeit im Schloss Zweibrüggen zu sehen sind. Auf Einladung des Künstlerforums Schloss Zweibrüggen und der Stadt Übach-Palenberg stellen dort derzeit Monika Geisbüsch und Elke Richter ihre Werke aus.

Eine beinahe abbildungsgetreue Wahrnehmung der Wirklichkeit kennzeichnet ihre Arbeiten. Dennoch verfolgen beide unterschiedliche Ansätze. „Auf den ersten Blick scheinen meine Gemälde bunt und schrill zu sein”, sagt Monika Geisbüsch über ihre Arbeit.

Sie nutzt gerne leuchtende und satte Farben, setzt auf Kontraste und plakative Wirkung mit verschiedenen Schrifttypen. Vor allem Orte, an denen sich der normale Betrachter einer gewissen Reizüberflutung nicht entziehen kann, sind ihre liebsten Schauplätze. Egal, ob Kirmesplatz, Schnellimbiss, Bahnhöfe oder Verkaufsstände: Monika Geisbüsch aus Mainz wirft ihren Betrachter ins Getümmel, wahrt dabei aber immer den Blick für das Besondere des Augenblicks.

Denn letztlich sind es die Menschen, die sie auf ihren Werken in Alltagssituationen einfängt und das Individuelle daran herausarbeitet. So zeigen ihre „Wartenden” auf dem Bahnhof nicht nur, wie Menschen dort ihre Zeit mit Abwarten verbringen. „Zwei Stimmungen bestimmen diese Bilder: einerseits die alltägliche Vielfalt und Schnelllebigkeit, andererseits die in sich gekehrten Menschen, gedanklich entrückt”, sagt sie dazu. Als Grundlage ihrer Arbeiten dienen Ausschnitte aus Fotos, die sie durch gezielte Veränderungen so intensiviert, dass der Blick des Betrachters noch lange nach dem ersten Augenblick daran haften bleibt.

Das gilt ohne Zweifel auch für die gezeigten Werke von Elke Richter. Die Düsseldorferin nähert sich gerne der „Idylle am Abgrund”, wie sie die Stimmung ihrer Bilder passend einfängt. „Manche Bildmotive sind allgegenwärtig, und es schleicht sich eine Vertrautheit beim Betrachter ein”, erklärt Elke Richter, „jeder kennt Motive und doch ist es ungewohnt, einen Ausschnitt des Alltags auf Leinwand zu sehen”.

So zeigt sie Schaukeln und Wippen, die nicht von fröhlichen Kindern genutzt werden, sondern in ihrer Grafik allein - etwa vor einem beinahe bedrohlich wirkenden Hintergrund aus dunklen Büschen - wirken. Elke Richter entdeckt in diesen Szenen des Alltags „fast eine gewollte künstlerische Installation”. Auch bei den Bildtiteln fängt sie die Stimmung ein, lässt ein Spielgerät zum „Wildpferd” werden und zeigt durch den abgebildeten Bewuchs, dass hier eher eine „vergessene Nebensächlichkeit” zu sehen ist. Echte Tiere und Menschen, die - wie beim Bild „Schäfer” - immer eine Funktion in ihrer Umgebung zu erfüllen scheinen, sind Motive im Richterschen Realismus.

Wer sich selbst einen Eindruck von den Werken verschaffen will, kann dies übrigens noch bis Sonntag, 9. Oktober, im Schloss Zweibrüggen tun.
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