Flüchtlingsarbeit: CDU-Ortsverband zieht positive Bilanz

Von: Renate Kolodzey
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Im Gespräch über Flüchtlinge: Beigeordneter Herbert Brunen, die CDU-Politiker Franz-Michael Jansen, Barbara Slupik und Dirk Kochs, CDU-Stadtverbandsvorsitzender Geilenkirchen (von links) und Yvonne Wolf, Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Geilenkirchen (2. v. r.). Foto: Renate Kolodzey

Geilenkirchen. In der Nikolaus-Becker-Stube trafen sich 25 Interessierte, um Näheres über die Flüchtlingssituation in der Stadt zu erfahren. Der CDU-Ortsverband Geilenkirchen hatte eingeladen, und dessen Vorsitzender Franz-Michael Jansen freute sich, mit dem Ersten Beigeordneten Herbert Brunen und Yvonne Wolf, Flüchtlingsbeauftragte der Stadt, die „geballte Kompetenz der Stadtverwaltung“ vor Ort zu haben.

Brunen schilderte, dass es bis zum 1. Januar 2013 in Geilenkirchen 33 Flüchtlinge gab, am 1. Oktober 2015 sei ein Spitzenwert von 350 erreicht worden. Dies sei eine riesige Herausforderung gewesen. Man habe viele Wohnungen angemietet, bis heute seien 41 in Anspruch genommen. Auch personell habe dies Konsequenzen gehabt: Yvonne Wolf und eine zusätzliche Sachbearbeiterin sowie eine sozialpädagogische Fachkraft und zwei Hausmeister seien ganztags eingestellt worden.

Die Flüchtlinge kämen aus 34 Nationen, erläuterte Brunen, meist aus Albanien, den Balkanstaaten, Afghanistan und Syrien. Derzeit seien es 250, davon 20 unbegleitete Minderjährige, die zusätzlich vom Jugendamt betreut werden. Zwölf anerkannte Personen zählten auch dazu, die keine Leistungen bekämen, jedoch Wohnraum. Wohnungen befänden sich unter anderem am Limitenweg in Süggerath und in der Fliegerhorstsiedlung in Teveren. Die Stadt plane einen Neubau für 120 Menschen.

Wolf beschrieb die Kooperation mit der Franziskusheim gGmbH und deren Projekt „GK hilft“ mit Deutschunterricht, Praktika und Berufsausbildung, von dem 20 Flüchtlinge profitieren. Viele jedoch, die keine Ausbildung im Franziskusheim anstreben, würden diese gerne in anderen Firmen machen. Die Flüchtlingsbeauftragte bittet Handwerks- und Industriebetriebe, sich zu melden, wenn sie Praktika anbieten können.

Was die Aufenthaltsart angehe, erklärte Wolf, gäbe es in Geilenkirchen 99 Personen mit dem Status „Aufenthaltsgestattung“, bei denen das Asylverfahren läuft, 59 mit „Duldung“, hier ist das Asylverfahren negativ beschieden, und 92 mit „BüMA“ (Bescheinigung über Meldung Asylsuchender), die in Erstaufnahme-Einrichtungen registriert sind und auf ihren Interview-Termin warten. 110 Flüchtlinge seien Einzelpersonen, davon nur eine weiblich, 61 Kinder und Jugendliche, drei Ehepaare, 34 Familien mit insgesamt 53 Kindern, drei alleinerziehende Mütter mit insgesamt vier Kindern und zwei alleinerziehende Väter mit insgesamt ebenfalls vier Kindern. Alle schulpflichtigen Kinder besuchten eine Schule, und sieben Kleinkinder eine Kita: ein Kind in Bauchem, zwei in Teveren und vier in Lindern. Fünf Kinder befänden sich noch auf der Warteliste.

„Erfreulicherweise bestreiten acht Flüchtlinge ihren Lebensunterhalt durch eigenes Einkommen“, informierte Wolf, „fünf sind in einem Praktikum, 18 im Projekt GK hilft und 23 in gemeinnütziger Arbeit beim Bauhof, Kleiderkarussell oder der Fahrradwerkstatt.“ Auch freiwillige Ausreisen kämen vor, meist vor angedrohten Abschiebungen.

Zum Abschluss bedankte sich die Flüchtlingsbeauftragte beim „Runden Tisch“ und den Ehrenamtlern für die Unterstützung. Oft sei sie der Verzweiflung nah gewesen, und „ohne diese Hilfe wären wir nicht da, wo wir heute sind“.

Bei der Fragerunde erfuhren die Gäste unter anderem, dass bei der Arbeit der Flüchtlinge im Bauhof die Resonanz auf beiden Seiten sehr positiv sei und manche der Flüchtlinge in ihrem Heimatland hochrangige Berufsabschlüsse erworben haben. Diese würden bezüglich der Anerkennung in Deutschland vom „Integration Point“ des Jobcenters beraten.

Wolf wies darauf hin, dass mindestens zehn Deutschkurse in verschiedenen Orten angeboten werden. Bei Interesse könne man sich auf der Homepage der Stadt unter „Willkommen Flüchtlinge“ über die Flüchtlingsarbeit in Geilenkirchen kundig machen.

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