Geilenkirchen - Floristenberuf im Wandel: Zu Besuch in einem Blumengeschäft

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Floristenberuf im Wandel: Zu Besuch in einem Blumengeschäft

Von: Annika Thee
Letzte Aktualisierung:
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Der Verkaufsschlager unter den Schnittblumen: Mehr als 3000 Rosen hat Floristmeisterin Gertrud Apweiler-Nobis für den Valentinstag bestellt. Foto: Annika Thee
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Haben alle Hände voll zu tun: Gertrud Apweiler-Nobis (2.v.r.) mit ihrem Sohn Johannes Apweiler und den beiden angestellten Floristinnen. Foto: Annika Thee

Geilenkirchen. Kaum jemand wird wohl den Rosenmontag so wörtlich genommen haben wie Gertrud Apweiler-Nobis. Sie hat im Großhandel Tausende von Rosen gekauft. Die Floristmeisterin führt zusammen mit ihrem Bruder, Gärtnermeister Franz-Josef Nobis, zwei Blumenläden und einen dazugehörigen Gartenbaubetrieb in der Geilenkirchener Innenstadt.

Dort laufen die Vorbereitungen für den heutigen Valentinstag auf Hochtouren. Zwischen 3000 und 4000 Rosen werden rund um den 14. Februar über die Ladentheke gehen oder ausgeliefert werden. Hinzu kommen etwa 1000 Tulpen sowie weitere Blumen und Topfpflanzen.

1902 hat der Großvater von Gertrud Apweiler-Nobis den Blumenladen in der heutigen Konrad-Adenauer-Straße eröffnet. 1990 hat sie mit ihrem Bruder den Familienbetrieb Nobis Blumen oHG übernommen. Seither hat sich viel geändert, denn die Branche steht vor großen Herausforderungen. Auszubildende zu finden, wird schwerer.

„Sinkende Ausbildungszahlen und steigende Ausbildungsabbrüche sowie Prüfungsabsolventen, die den Beruf nicht ergreifen wollen, gefährden den Berufsstand des Floristen immer stärker“, heißt es im Magazin der Fleurop AG, dem weltweit größten Blumenvermittlungsservice. Mit der Kampagne „Pflück dein Glück“ soll der Beruf für junge Menschen attraktiver werden. „Man muss schon kreativ sein und auch mal Sonntags arbeiten“, sagt Gertrud Apweiler-Nobis.

Noch denkt sie trotz ihrer 67 Jahre nicht an die Rente. „Ich werde hier noch gebraucht und höre erst auf, wenn ich das Geschäft in jüngere Hände übergeben kann“, sagt sie. Die „jüngeren Hände“ gehören ihrem Sohn Johannes Apweiler. Der 25-Jährige ist ebenfalls gelernter Florist und will bald seine Meisterausbildung beginnen.

Die Liebe zum Beruf hat seine Mutter ihm in die Wiege gelegt. „Ich bin hier im Geschäft groß geworden. Gerade mal zwei Tage war ich alt, da lag ich hier schon im Kinderwagen und hab auf die Blumen geschaut“, sagt er mit einem breiten Lächeln im Gesicht und drei Blumensträußen unter dem Arm. Die Bestellungen dafür kamen übers Internet. Er ist nun dafür verantwortlich, die Sträuße auf Wunsch auch mit Grußkarte, einer Flasche Sekt oder einem Plüsch-Teddy auszuliefern und persönlich zu übergeben.

Bestellungen im Internet

Der klassische Floristenberuf wandelt sich. Seit etwa fünf Jahren machten die Bestellungen aus dem Internet einen immer größeren Teil der Arbeit aus, sagt Gertrud Apweiler-Nobis. Vermittelt werden die Aufträge über die Fleurop AG.

Auf Webseiten können Käufer rund um die Uhr Bestellungen aufgeben, ein Auslieferungsdatum wählen und den Text für die Grußkarte eingeben. Weniger Menschen finden deshalb den Weg in den Laden, um sich beraten zu lassen. „Viele nutzen das Internet und informieren sich, welche Blumen zu welchem Anlass passen“, sagt Johannes Apweiler. Zudem bieten Discounter Blumen zu günstigen Preisen an und konkurrieren mit den Familienbetrieben.

Früher wurde das Geschäft jeden Tag mit frischen Blumen beliefert. Inzwischen kommt nur noch drei Mal die Woche eine Lieferung, den Rest kaufen die Floristen im Großhandel. „Viele Zulieferer waren nicht mehr konkurrenzfähig. Die großen werden immer größer und die kleinen gehen kaputt“, sagt Johannes Apweiler. „Pflanzen sind Frischware, und da zählt jeder Cent“, fügt er hinzu.

Das Team rund um Gertrud Apweiler-Nobis verbringt Zeit damit, für Kunden Blumen auszuliefern und für sie Bestellungen in der ganzen Welt aufzugeben. „Kürzlich erst habe ich Blumen nach Australien verschickt“, sagt Gertrud Apweiler-Nobis. Die Globalisierung macht auch vor ihrem Familienbetrieb nicht Halt.

Dass sie ihren Beruf liebt, vermag sie kaum zu verbergen. „Es macht Freude, wenn man den ganzen Tag von so viel Schönheit umgeben ist“, sagt sie.

Damit die Blumen, die heute verschenkt werden, lange frisch bleiben, gibt Johannes Apweiler noch ein paar Tipps: „Alle drei bis vier Tage sollten die Blumen angeschnitten und das Wasser gewechselt werden. Verwelkte Blätter sollte man abschneiden und nicht das Blumenfrisch vergessen, damit sich die Blüten voll entfalten.“

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