Fliegerhorstsiedlung: Straßen und Wege „Ungenügend“

Von: mh
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Geilenkirchen. Die „ruhige Lage“ ist eine der positiven Seiten, welche die Bewohner der Fliegerhorstsiedlung Teveren (Neu-Teveren) für ihr Wohnumfeld nennen – und das gleich neben dem Awacs-Flugplatz.

Das ist eines der Ergebnisse aus der Anwohnerbefragung, die Julian Rohrsen von der Aachener Planungsgruppe MWM am Donnerstag im Geilenkirchener Stadtentwicklungsausschuss vorstellte. Und die Kenner der Verhältnisse bestätigten: In der Innenstadt ist die Belästigung durch Fluglärm wesentlich größer als in der Siedlung. Überhaupt zeigten die Ergebnisse der Befragung als einer der ersten Schritte des Stadtumbaukonzeptes nicht nur Klagen oder Beschwerden.

Zufrieden zeigte sich Rohrsen mit dem Rücklauf der Fragebogen-Aktion. 115 von 216 erreichten Haushalten hatten sich beteiligt, und das ist, so Rohrsen, mit 53 Prozent im Vergleich zu anderen Befragungen eine gute Quote. Gefragt wurde zum Beispiel nach den Motiven zum Zuzug, wobei oft berufliche Gründe aber auch Argumente wie „Wohnen im Grünen“, „familienfreundlich“ oder „preisgünstig“ genannt wurden. Die Frage nach beabsichtigtem Wegzug beantworteten 23 Prozent mit Ja, 75 Prozent mit Nein – letztere jedoch oft mit Bedingungen oder Forderungen.

Bei der Vergabe von Schulnoten für das Umfeld waren die Neu-Teverener nicht zimperlich. 60 Prozent vergaben für den öffentlichen Raum (Straßen und Wege) die Note „ungenügend“. Nicht grundsätzlich unzufrieden ist man mit der Nahversorgung, hier wurden allerdings eine schlechte Taktung der Busanbindung und die teilweise schlechte Versorgung beim schnellen Internet bemängelt. Auch das Fehlen von Treffpunkten oder andere Möglichkeiten für Jugendliche sprachen die Befragten an.

Bei 85 Prozent der Befragten handelt es sich um Mieter, und davon haben nach dem Bericht 40 Prozent Interesse am Kauf einer Immobilie geäußert. Zu spüren sei dabei aber eine Scheu vor hohen Sanierungskosten gewesen. Und hier liegt wohl tatsächlich einiges im Argen. Das Ergebnis der Befragung spricht von einem „Sanierungsstau“ bis hin zu Feuchtigkeit und Schimmel in den Wohnungen.

Die Bereitschaft, nach einer Sanierung sechs bis zehn Prozent mehr Miete zu zahlen, ist teilweise vorhanden, aber 40 Prozent der befragten Mieter lehnten das mit dem Hinweis ab, selbst schon viel investiert zu haben. Auf der Negativ-Seite sprachen die Bewohner häufig das schlechte Image ihrer Siedlung an, die Rede war hier gar von Ghetto-Bildung. Recht gut, nämlich mit 50 Prozent Zustimmung, wurden die nachbarschaftlichen Beziehungen gewertet. Bei den 41 Prozent, die von Konflikten sprachen, ging es meist um Details.

Ein Fazit für den Planer ist, dass es vor allem großen Beratungsbedarf für die privaten Eigner und Mieter in der Siedlung gibt. Wichtig sind ferner ein Wege- und Straßenprogramm, Grünkonzept und Treffpunkte. Der Bedarf an Veränderungen sei groß, so Rohrsen, und die weiteren Maßnahmen bräuchten viel Fingerspitzengefühl sowie ein Konzept zur Verbesserung des Images.

Während Ausschussvorsitzender Carl-Peter Conrads sich positiv überrascht von der Identifikation der Bewohner mit der Siedlung zeigte, sprach Jürgen Benden (Grüne) von einem ersten und richtigen Schritt. Zwar biete die Außenwahrnehmung Grund zur Sorge, doch „wenn wir jetzt alles richtig anpacken, können wir ein Vorzeigequartier aus der Siedlung machen“, so Benden. CDU-Sprecher Wilhelm Josef Wolff sprach die Verwaltung an, die sich nun vor allem um Fragen der Finanzierung kümmern müsse.

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