Fliegen in Gangelt im Hochsommer die Kamelle?

Von: Thorsten Pracht und Daniel Gerhards
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Ein Rosenmontagszug im Juli? Eine ziemlich jecke Idee wäre das auf jeden Fall. Ob es so kommt, ist allerdings noch offen. Foto: Markus Bienwald

Erkelenz/Heinsberg/Gangelt. Es ist noch nicht entschieden, wann und in welcher Form die drei Karnevalszüge, die am Rosenmontag im Kreis Heinsberg ausgefallen sind, nachgeholt werden. In Erkelenz, Oberbruch und Gangelt hatten die Karnevalisten die Umzüge wegen des Sturmes abgesagt.

Der Vorstand der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft (EKG) sitze derzeit täglich mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung zusammen, sagte EKG-Geschäftsführerin Ute Mackenstein am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. Es gebe zwar schon einen Wunschtermin, den 6. März, es sei aber noch nicht entschieden, ob der Karnevalszug an diesem Tag nachgeholt werden kann. Man wolle aber auf jeden Fall einen Nachholtermin finden, der nicht zu weit in der Zukunft liegt. Allein schon, damit die Kamelle nicht zu alt werden.

Es gebe aber noch eine ganze Reihe von Fragen, die vor einer solchen Entscheidung beantwortet werden müssten, sagte sie. Zum Beispiel liefen die Genehmigungen für die Karnevalswagen nur für die Session 2015/2016 – und die ist seit Aschermittwoch vorbei.

Klar sei allerdings schon, dass der Zug, wenn er denn nachgeholt wird, in abgespeckter Form durch Erkelenz ziehe. Am Rosenmontag wären 105 Gruppen mitgegangen. Viele Gruppen hätten die Wagen aber schon abgerüstet, Musikanlagen nur für das Karnevalswochenende gemietet oder die Kamelle schon woanders geschmissen. Außerdem sei auch nicht klar, ob die Landwirte im März noch ihre Traktoren als Zugmaschinen zur Verfügung stellen können. Einige würden dann schon wieder auf den Feldern gebraucht.

Die EKG und die Stadt Erkelenz wollen bis zum Wochenende zu einer Entscheidung kommen.

Die „Brööker Waateratte“ aus Heinsberg-Oberbruch überlegen derzeit ebenfalls, ob sie ihren Karnevalszug noch nachholen: „Wir ziehen das in Erwägung“, sagte Geschäftsführer Andreas Rautenberg am Donnerstag. Es seien aber noch einige Details abzuklären, um einen Nachholtermin möglich zu machen, sagte er.

Unter anderem müsse mit dem Bund Deutscher Karnevalisten abgestimmt werden, in welcher Form ein Karnevalszug überhaupt noch nach Aschermittwoch ziehen darf. Tanzgarden und Tollitäten müssten wohl auf ihr Ornat verzichten, meint Rautenberg. Das dürfe man nur in der Session tragen, also bis zum Aschermittwoch.

Rautenberg geht davon aus, das die Entscheidung in den nächsten ein bis zwei Wochen fallen wird. Was einen Ausweichtermin angeht, möchten die „Waaterratte“ nicht zu weit in die Zukunft schauen. „Karneval ist ein Winterbrauchtum“, sagte Rautenberg. In den Sommer wolle man den Zug also nicht verlegen.

Genau mit diesem Gedanken beschäftigt sich derzeit die Karnevalsgesellschaft „Muhrepenn“ aus Gangelt. Oder anders gesagt: „Wir warten auf die Genehmigung des Verbandes“, wie es die KG-Vorsitzende Monika Rademacher erklärt. Die „Muhrepenn“ sind Mitglied im Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG). Dessen Präsidenten Reiner Spiertz aus Alsdorf hat Rademacher angeschrieben und um die Verlegung des ausgefallenen Rosenmontagszuges auf den 2. Juli gebeten. Warum ausgerechnet dieses Datum ins Auge gefasst wird, zeigt ein Blick in den Veranstaltungskalender. Denn an diesem Wochenende feiert das Tambour- und Pfeifercorps Gangelt sein 100-jähriges Bestehen. Ein großes Festzelt, in dem auch die Karnevalisten nach dem Marsch durch den Ort feiern könnten, wäre also ohnehin schon vorhanden. Gedacht ist an einen kurzen Umzug mit den Gastvereinen des Corps. „Feiern können die Gangelter immer“, sagt Monika Rademacher. Warum also nicht im Sommer?

VKAG-Präsident Spiertz erklärte Donnerstagabend, man wolle die Meinung des Bundes Deutscher Karnevalisten einholen. Ob im Hochsommer tatsächlich Kamelle durch Gangelt fliegen, bleibt also noch abzuwarten.

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