Übach-Palenberg - Fieser Gestank: „Erhebliche Geruchsbelästigung“ bei Polythex

Fieser Gestank: „Erhebliche Geruchsbelästigung“ bei Polythex

Von: Jan Mönch
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Polythex
„Erhebliche Geruchsbelästigung“: Was die Anwohner in Nähe der Firma schon immer wussten, haben sie nun endlich Schwarz auf Weiß. Foto: Jan Mönch Foto: Jan Mönch

Übach-Palenberg. Der Kreis Heinsberg hat eine Ordnungsverfügung gegen die Firma Polythex Universal erlassen. Dies wurde am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt. Die Verfügung soll dazu beitragen, dass die bereits seit Jahren von Anwohnern monierte Geruchsbelästigung eingestellt wird.

Das Unternehmen stellt an der Übach-Palenberger Friedrich-Ebert-Straße Kunststoffe her. Dabei wird unter anderem der Kohlenwasserstoff Styrol freigesetzt, dessen süßlichen Geruch die Anwohner der umliegenden Siedlungen als Übelkeit erregend bezeichnen. Mehrfach war in der Sache bereits eine Bürgerinitiative aktiv geworden, ohne jedoch zu einem aus ihrer Sicht zufriedenstellenden Ergebnis zu gelangen.

Die nun erlassene Verfügung setzt sich laut Mitteilung des Kreises aus drei Punkten zusammen: Erstens muss Polythex seine Produktionsanlagen umrüsten, zweitens muss die sogenannte Geruchsimmissionsrichtlinie (kurz Girl) eingehalten werden und drittens hierüber ein „Nachweis in Form eines Abluftbehandlungskonzepts“ erbracht werden. Die Umsetzung ist innerhalb der ersten Jahreshälfte 2015 vorgesehen.

Die besagte Geruchsimmissionsrichtlinie ist der ausschlaggebende Punkt für die nun ergriffenen Maßnahmen. So führte der Kreis in den vergangenen Monaten immer wieder Messungen durch. Dies sei in „weit über 100 Stunden verteilt auf 52 Kontrolltage und verschiedene Messpunkte“ geschehen. Dabei wurde eine Überschreitung der Richtwerte festgestellt, also das bestätigt, was die Anwohner schon seit Jahren beklagen: Die Geruchsbelästigung kann „als erheblich eingestuft“ werden.

Firmeninhaber Stefan Nickolai hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, bereits Maßnahmen ergriffen zu haben, und unter anderem mit einem selbst in Auftrag gegebenen Gutachten den Nachweis zu erbringen versucht, dass die Klagen der Anwohner übertrieben seien.

Dieses Gutachten hatte er unaufgefordert dem Kreis vorgelegt, der es seinerseits beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz zur Plausibilitätsprüfung vorlegte. Dieser Prüfung hielt das Gutachten jedoch nicht stand, es sei „nur in Teilen nachvollziehbar und plausibel“. Folgerichtig schenkte der Kreis dem Gutachten keine weitere Beachtung.

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