Feuerwehrhaus ein Hort klassischer Töne

Von: Johannes Gottwald
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Feuertaufe im Feuerwehrhaus: Beim Neujahrskonzert des Mozart-Ensembles hatte Yannick Peters seinen ersten Auftritt als Trompeter. Foto: Johannes Gottwald

Geilenkirchen. Von der Professor-Mendel-Straße aus gesehen fällt es kaum ins Auge – das alte Feuerwehrgerätehaus von Hatterath. Umso hübscher und geschmackvoller wirkt das Innere, das von der Schützenbruderschaft Peter und Paul zu einem gemütlichen Vereinsheim umgestaltet wurde – sogar die Wände wurden mit farbigen Bildern ausgemalt.

So konnte die Interessengemeinschaft Hatterath beruhigt auch dorthin zu einem Neujahrskonzert unter dem Motto „Hatterath goes Classic“ einladen. Zu Gast hatte man das „Mozart-Ensemble“ aus dem niederländischen Heerlen, das sich aus drei Klarinettisten – darunter eine Bassklarinette – zusammensetzt. Wie der Name schon verrät, hat es sich vornehmlich auf die Pflege der Wiener Klassik spezialisiert, und dementsprechend war auch das Programm an diesem Nachmittag gestaltet.

Eine schwungvolle Gavotte aus der Feder des Opernmeisters Christoph Willibald Gluck eröffnete den Reigen und wies die drei Musiker sogleich als versierte Könner aus. Mit dem fünfsätzigen Divertimento Nr. 3 war dann Mozart erstmals im Programm vertreten, dieses relativ frühe Werk entstand noch in dessen Salzburger Zeit. Bemerkenswert ist das Eingangsthema des ersten Satzes, das unverkennbar schon auf die „Kleine Nachtmusik“ vorausweist.

Hier zeigte sich allerdings, dass die Übertragung eines Orchesterstückes auf Holzbläser an gewisse Grenzen stößt: Ein Streicherchor aus Geigen, Bratschen und Celli klingt nun einmal völlig anders als drei Klarinetten. So blieb die Gesamtwirkung bei aller Schönheit und technischen Geschicklichkeit doch hinter der Originalversion zurück.

Sehr galant und schwerelos heiter erklang danach das sehr bekannte Menuett von Boccherini, gefolgt von dem Allegro und Menuett von Joseph Haydn. Ein zünftiger Marsch von Ludwig van Beethoven rundete den ersten Teil des Konzertes ab.

Der zweite Teil brachte eine bemerkenswerte Premiere. Yannick Peters aus Hatterath, Enkel eines der Ensemble-Mitglieder, trug ein kurzes Trompetenstück vor, das von den drei Klarinetten harmonisch begleitet wurde. Anbetracht der Tatsache, dass der junge Nachwuchs-Musiker erst seit einem Jahr dieses In­strument spielt, war es eine respektable Leistung. Die nachfolgende „Suite a tre“ von K. Schrijvers brachte einen kurzen Abstecher in die Moderne. „Sonnenaufgang“ und „Strandleben“ entpuppten sich als programmatische Charakterstücke mit teilweise bitonaler Harmonik, arbeiteten aber auch mit eher landläufigen Terzen – und Sextenketten.

Sehr schön konnte man im ruhigen ersten Teil die Stimmung des anbrechenden Morgens nachfühlen, während das „Strandleben“ zunächst auf lebhafte Weise die Badefreuden schilderte, dann aber offenbar das gemütliche Liegen in der Sonne darstellte. Danach konnte sich das Publikum an einem weiteren Divertimento von Mozart erfreuen, das wiederum in fünf Teile gegliedert war. Altertümliche Klänge brachte die „Alle­mende en Tripla“ von Johann Hermann Schein, die auf den Klarinetten besonders delikat klang, zumal sie wohl auch für eine Bläserbesetzung komponiert war.

Ein weiterer Marsch, diesmal von dem Barockmeister Johann Kaspar Ferdinand Fischer, setzte den Schlusspunkt unter ein interessantes Konzert, dass von den Zuhörern verdient mit viel Applaus bedacht wurde.

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