Feuerwehren aus Gangelt und Selfkant besuchen Chemiepark Chemelot

Feuerwehr besucht Chemiepark Chemelot

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Interessante Einblicke: Eine Delegation der Feuerwehren Selfkant und Gangelt war kürzlich zu Gast bei der Werkfeuerwehr Chemelot im benachbarten Geleen. Foto: Feuerwehr Gangelt/O. Thelen

Gangelt/Selfkant. Einsätze mit atomaren, biologischen oder chemischen Gefahrstoffen sind für die Einsatzkräfte im Kreis Heinsberg nicht alltäglich. Aus diesem Grund schauten die Teilnehmer des letzten ABC-Lehrganges der Feuerwehren Gangelt und Selfkant weit über ihren Tellerrand hinaus und besichtigten die Werkfeuerwehr des Chemieparks Chemelot in den benachbarten Niederlanden.

Der Chemiepark Chemelot befindet sich nur 14 Kilometer von der Gangelter Gemeindegrenze entfernt. Bereits 1929 entwickelten sich auf dem Gelände des größten Steinkohlebergwerks der Niederlande, der Staatsmijn Maurits in Geleen, erste Chemiesparten. Die Chemiesparte der Niederländischen Staatsminen ist heute als Koninklijke DSM (Dutch State Mines) bekannt. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Gelände zu einem der größten Chemieparks Europas.

Obwohl sich das Unternehmen DSM seit dem Jahr 2000 stark aus dem Chemiepark zurückgezogen hat und obwohl das Terrain im Jahr 2002 in Chemelot umbenannt wurde, ist der Chemiepark in unserer Region immer noch als DSM bekannt.

Chemelot selber besteht aus zwei Teilen, dem Brightlands Chemelot Campus und dem Chemelot Industriepark. Brightlands Chemelot Campus ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort für Unternehmen und Bildungs- und Forschungseinrichtungen im Bereich Chemie und Materialien. In den 74 ansässigen Unternehmen und Instituten arbeiten rund 1800 wissenschaftliche Mitarbeiter und rund 700 Studenten.

Der zweite Teil von Chemelot ist ein Industriepark mit einer Gesamtfläche von über 800 Hektar. Inzwischen sind dort mehr als 70 Unternehmen ansässig.

Die Sicherheit auf dem gesamten Gelände wird zentral von der Firma Sitech Services B.V. übernommen. Die rund 125 Personen starke Werkfeuerwehr gehört dabei zur Business Unit Fire Brigade & Security. Der Leiter des Tagdienstes der Werkfeuerwehr Chemelot (Hoofd dagsupport), Wim Tholen, stellte die verschiedenen Einsatzkonzepte und Fahrzeuge der Werkfeuerwehr Chemelot vor. Dabei können die Einsatzkräfte auf modernste Technik zurückgreifen.

Bei größeren Schadenslagen steht den Einsatzkräften zudem ein sehr gut ausgestatteter Stabsraum zur Verfügung, von dem aus die Einsatzkräfte der Werkfeuerwehr sowie der unterstützenden öffentlichen Feuerwehren koordiniert werden können.

Manchmal weite Strecken

Das Einsatzgebiet der Werkfeuerwehr Chemelot beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Gelände des Chemieparks. Die Werkfeuerwehr ist zudem verantwortlich für die Produkte bis zum Eintreffen am Bestimmungsort. Dies bedeutet, dass die Werkfeuerwehr Chemelot bei Transportunfällen auch schon mal weitere Strecken in Kauf nehmen muss. So berichtete Wim Tholen von beispielhaften Einsätzen in Marseille und Lüttich.

Darüber hinaus engagiert sich die Werkfeuerwehr im Verband der Europäischen chemischen Industrie (CEFIC von französisch: Conseil Européen de l’Industrie Chimique). Ebenso wie bei dem deutschen Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) gibt es auf europäischer Ebene eine Zusammenarbeit der Werkfeuerwehren für die gegenseitige Unterstützung bei Transportunfällen.

Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von der ausführlichen und informativen Vorstellung. Einen besonderen Dank sprach Lehrgangsleiter BOI Marcel Huken dem Leiter der Feuerwehr Selfkant, Josef Dahlmanns, aus. Über seine Tätigkeit bei der Werkfeuerwehr Shell in Godorf war der Kontakt zur Werkfeuerwehr Chemelot zustande gekommen.

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