Feuerwehr Beeck: Im Hintergrund glühen die Leitungen

Von: jpm
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Geilenkirchen-Beeck. Genau zwei Wochen ist es her, dass die Löscheinheit Beeck der Freiwilligen Feuerwehr an die Öffentlichkeit gegangen ist. Mittlerweile hat das Thema sich zu einem handfesten Politikum ausgewachsen. Im Hintergrund glühen die Leitungen.

Am Mittwoch hatte Bürgermeister Georg Schmitz angekündigt, den Stadtrat darüber entscheiden zu lassen, ob die Einheit tatsächlich geschlossen wird. Am Folgetag klang das schon vorsichtiger. Zunächst mal wolle man Gespräche mit den Löscheinheiten Prummern und Würm führen, auf die die Mitglieder aus Beeck gemäß Brandschutzbedarfsplan verteilt werden sollen, sagte Schmitz.

Natürlich könnte auch jede Ratsfraktion das Thema jederzeit auf die Tagesordnung setzen lassen, falls die Verwaltung dies nicht von sich aus tut. Denkbar wäre auch ein sogenannter Einwohnerantrag, geregelt in Paragraf 25 der Gemeindeordnung (GO) NRW, der allerdings eine größere Zahl an Unterschriften erfordern würde. In Paragraf 24 räumt die GO ferner jedem einzelnen Bürger die Möglichkeit ein, eine „Anregung“ an den Rat heranzutragen.

Auch inhaltlich wäre eine politische Entscheidung grundsätzlich möglich, bestätigte am Freitag Herbert Brunen, Erster Beigeordneter der Stadt Geilenkirchen. Die „Organisationshoheit“ über die Feuerwehr obliege zwar der Wehrleitung. Nichtsdestoweniger könne der Rat aber die im Brandschutzbedarfsplan festgeschriebene Schließung der Löscheinheit rückgängig machen und die Beschaffung eines Einsatzfahrzeugs beschließen. Ein Freund dieser Idee ist Brunen nicht: „Man muss bedenken, dass alle anderen Orte dies mitfinanzieren würden.“ Also auch die, in denen bereits Einheiten geschlossen oder fusioniert wurden.

Brunen kündigte weiter an, dass zeitnah ein interfraktionelles Gespräch geführt werde. Hierbei handelt es sich um ein übliches Vorgehen, das dazu dient, untereinander die Stimmung abzuklopfen. Mitunter werden bei diesen Terminen, die natürlich nicht-öffentlich sind, wichtige Entscheidungen de facto vorweg genommen.

Kommunalpolitiker verschiedener Fraktionen hatten gegenüber unserer Zeitung bislang signalisiert, das Thema sehr ernst zu nehmen, zu einer offiziellen Sprachregelung hat aber bislang keine von ihnen gefunden.

Die erste der Geilenkirchener Parteien, die sich nun aus der Deckung wagt, ist die FDP. „Wir stellen uns auf die Seite der Beecker“, teilte der Vorstandsvorsitzende Björn Speuser, selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, unserer Redaktion am Freitag mit. Schon im Wahlkampf habe man angekündigt, am Erhalt der Löscheinheit „unter allen Umständen“ festhalten zu wollen – hierzu stehe man.

Seit der Kommunalwahl bildet man im Stadtrat keine eigene Fraktion mehr, da man dort lediglich einen Sitz ergattern konnte. Dieser gehört Nils Kasper, der sich nach der Bürgermeisterwahl im folgenden Jahr wiederum mit „Geilenkirchen bewegen!“ zusammenschloss. Über das theoretische Abstimmungsverhalten der übrigen vier Fraktionsmitglieder ist damit freilich nichts gesagt.

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