Feuer macht den Kindern der Übacher Awo-Kita keine Angst

Von: Markus Bienwald
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Naturpädagoge Christoph Klingenhäger brachte den Kindern der AWO-Kita Übach auf spielerische Weise das wichtige Thema Feuer nahe. Fotos (3): Markus Bienwald Foto: Markus Bienwald
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Wenn der Vater mit dem Sohne mit dem Feuer spielt: Wie das ist, erlebten Jannik und sein Vater Matthias Korte, die sich – natürlich mit aller gebotenen Vorsicht – dem Thema näherten.

Übach-Palenberg. Feuer in Kinderhand, das ist immer ein brenzliges Thema. Das weiß auch Christoph Klingenhäger, der nun mit seiner ganz eigenen Erlebnispädagogik zu Gast bei der Übacher Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) war.

Während die Feuerschale vor dem offiziellen Startschuss der Aktion auf dem wunderschönen Außengelände schon den Duft von brennendem Holz verbreitet, erklärt er, warum der richtige Umgang mit dem Feuer für Kinder eine wichtige Sache ist. „Es geht darum, zu zeigen, was Feuer eigentlich alles ist“, so der Ingenieur und Naturpädagoge, der seine Leidenschaft für das Erklären der Natur vor zwei Jahren zu seinem Beruf gemacht hat. „Feuer kann wärmen, wir können damit kochen, aber natürlich ist es auch immer gefährlich“, so Klingenhäger.

Den Kindern bringt er all diese Eigenschaften in einer wunderbar spielerischen und völlig unverstellten Weise nahe. So lässt er sie die Wärme der Feuerschale spüren, lässt die Kinder Naturmaterialien wie Stroh und Heu für das lodernde Feuer sammeln und zeigt, wie schnell die in den Flammen aufgehen. Anhand eines Stücks Zeitungspapier zeigt er aber auch die Gefahr, die vom Feuer ausgehen kann. „Wenn das Papier verbrennt, wird es ganz leicht, schwebt durch die Luft und kann dann andere Sachen anstecken“, so der Pädagoge.

Er lässt die Kinder übrigens Sachen machen, die viele Eltern im Sinne ihres Sicherheitsempfindens wohl kaum zulassen würden. Dazu gehört das Entzünden eines Streichholzes, was bei dieser Übacher Kindergruppe noch nie einer der jungen Menschen selbst gemacht hat. „Mehr als die Hälfte der jungen Generation haben das noch nie getan“, weiß Klingenhäger aus Erfahrung, „in den Städten noch weniger als auf dem Land.“

So darf auch Jannik Korte, natürlich unter den wachen Augen seines Vaters Matthias, an diesem Nachmittag sein erstes Streichholz entzünden. Ein paar Versuche braucht der junge Mann natürlich schon, doch dann gelingt es ihm. Er entzündet mit dem Streichholz ein zur Sicherheit in einer kleinen Bratpfanne platziertes Teelicht, stülpt danach vorsichtig ein kleines Glas darüber und lernt so spielerisch den Zusammenhang zwischen Sauerstoff und Verbrennungsvorgängen. Dass Vater Matthias an diesem Nachmittag dabei sein darf, spornt Jannik natürlich noch mehr an. Und es ist auch Teil des Konzeptes, mit dem Christoph Klingenhäger an den Start geht. „Man sagt Männern nach, dass sie leidenschaftlich gerne Feuer machen“, meint er augenzwinkernd, „so wie es schon die Neanderthaler taten.“

Und damit die Herren, teils Papas, manchmal Onkel und auch ein, zwei Opas, dieses Erlebnisprogramm ebenfalls spannend finden, dürfen sie ihrem ureigenen Trieb, Feuer zu machen, hier gemeinsam mit Sohn, Tochter, Nichte, Neffe oder Enkel nachgehen. Mit dem Feuerzeug wurde dabei nicht gearbeitet, und ein Würstchen samt Grill war auch nirgends zu entdecken. Dennoch lernten die Väter mit ihren Kindern, was beim Zusammenspiel zwischen Feuer und kleinen Kinderhänden wirklich wichtig ist. Und das ist natürlich auch etwas, was den Umgang mit Feuer durch Kinder vielleicht ein wenig entspannter werden lässt.

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