Gangelt-Kreuzrath - Festtag in Kreuzrath: Kirche besteht 100 Jahre

Festtag in Kreuzrath: Kirche besteht 100 Jahre

Von: agsb
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Die Kreuzrather Kirche feiert
Die Kreuzrather Kirche feiert am Pfingstsonntag ihr 100-jähriges Bestehen. Foto: agsb

Gangelt-Kreuzrath. Der alten Chronik der Pfarre Gangelt ist zu entnehmen, dass bereits 1870 die Errichtung einer Kapelle in Kreuzrath erwogen wurde, aber aus unbekannten Gründen nicht verwirklicht werden konnte.

Erst im Jahre 1909 gewann der Plan greifbare Gestalt, als durch die Grundstücksschenkung der Familie Leonhard Laumen ein geeigneter Bauplatz zur Verfügung stand. Die Grundsteinlegung erfolgte am 5. Mai 1910 durch Pfarrer Jakob Peters aus Gangelt im Auftrag des Erzbischofs von Köln als „öffentliche Kapelle”, so heißt es in der Verfügung des Erzbistums vom 22. April 1910.

Nach zweijähriger Bauzeit wurde das neue Gotteshaus am 28. Mai 1912 durch Pfarrer Peters feierlich eingeweiht. Die Kirche ist der „Schmerzhaften Mutter Gottes” geweiht. Erst sieben Jahre später, am 2. Oktober 1919, erfolgte die feierliche Konsekration durch Weihbischof Dr. Petrus Lausberg vom Erzbistum Köln. In das Sepulchrum des Altares wurden die Reliquien der Hl. Märtyrer Quirinus und Evergislus sowie der Gesellschaft des Hl. Gereon und der Hl. Ursula eingesenkt.

Die Gesamtkosten für den Kapellenbau, der von der Bauunternehmung Leonhard Schröder aus Birgden errichtet wurde, betrugen damals 28 000 Mark. Viele Ausstattungsgegenstände konnten erst später durch Einzelspenden und Sammlungen beschafft werden. Die Kosten für den Hochaltar, der erst im Jahre 1924 angefertigt wurde, beliefen sich auf 1800 Mark. Zwei Jahre später wurden die Seitenaltäre erstellt.

Bei dem neuerbauten Gotteshaus handelt es sich um einen neugotischen Backsteinbau mit polygonalem (vieleckigem) Chor. Der angrenzende Sakristeianbau weist jedoch romanische Stilelemente auf. Dies kommt insbesondere bei den Fenstern und den Erkern mit Rundbogen zum Ausdruck.

Augenfällig sind die drei Türme, wovon der Hauptturm 25 Meter hoch als Dachreiter ausgeführt wurde. Der als Anbau konzipierte Rundturm dient als Treppenaufgang zur Orgelbühne. Ein weiteres prägnantes Element der äußeren Ansicht ist die Verwendung von moosgrünen und mittelbraunen, glasierten Klinkern bei Brüstungen, Gesimsen, Fensterumrandungen und Eingangsportal der Außenfassade. Diese glasierten Klinker standen nach Kriegsende nicht mehr zur Verfügung, so dass die Beseitigung von Kriegsschäden insbesondere am Hochfenster des Nordgiebels mit einfachen Klinkern erfolgen musste.

Ein langersehnter Wunsch der Filialgemeinde war die Anschaffung der Kirchenglocken.

Dieser Wunsch konnte erst 1950 durch eine großzügige Spende des nach Amerika ausgewanderten ehemaligen Kreuzrathers Leonhard Habetz verwirklicht werden. Die Leonhardi-Glocke und Marienglocke wurden am 12. März 1950 von Pfarrer Plümpe eingesegnet.

Durch den Neubau der Kapelle war dank der sonntäglichen Hl. Messe im eigenen Ort der beschwerliche Kirchgang früherer Zeiten in die Nachbarorte Gangelt und Birgden überflüssig geworden. Dennoch musste in allen sonstigen kirchlichen Angelegenheiten wie Taufen, Krankenölung, Beerdigungen weiterhin die Gangelter Geistlichen bemüht werden.

Rektoratsgemeinde

Mit diesem Zustand war man in den Vorkriegsjahrzehnten zufrieden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Wunsch nach einem Geistlichen, der in Kreuzrath die Seelsorge ständig ausüben sollte, immer lauter. Diesem vielseitigen Begehren kam der Aachener Bischof Johannes Josef van der Velden entgegen, indem er am 1. September 1945 die Filialgemeinde Kreuzrath zum Rektorat erhob.

Erster Rektor der neuernannten Rektoratsgemeinde wurde Kaplan Josef Toussaint. Nach halbjähriger Tätigkeit wurde Rektor Toussaint zum Pfarrer von Oidtweiler berufen, Dechant i. R. Friedrich Franzen aus Gillrath trat Ostern 1946 seine Nachfolge an. In der nachfolgenden Zeit waren jeweils nur wenige Jahre die folgenden Geistlichen in Kreuzrath als Seelsorger tätig: Hubert Keller aus Schmidt-heim, Hubert Bolten aus Birgden, Josef Rademacher aus Breberen, Josef Schmitz, Heinrich Haak aus Gangelt.

Pfingsten 1961 wurde Pater Peter Rütten zum neuen Seelsorger bestellt. Während seines 17-jährigen Wirkens konnten zahlreiche Vorhaben, unter anderem die Anschaffung einer Orgel 1961, Erneuerung der Seitenfenster 1966, Erneuerung des Schieferdaches 1969 und die große Renovierung 1974 verwirklicht werden. Ende 1978 trat Pater Rütten in den wohlverdienten Ruhestand.

Nachfolger von Pater Rütten wurde Ende 1978 Studiendirektor Anton Jansen aus Birgden, der damals als Lehrer am Heinsberger Kreisgymnasium tätig war. Unter seiner Federführung und in Zusammenarbeit mit dem Bistum Aachen wurde in den Jahren 1997/98 das aufwendigste Sanierungsprojekt in der hundertjährigen Geschichte der Kirche durchgeführt. Als wichtigste Maßnahmen seien erwähnt: Mauerwerkssanierung der Westfassade einschließlich Trockenlegung der Fundamente, Erneuerung der Bleiglaseinfassung der Fenster, statische Verstärkung der Dachkonstruktion einschließlich Turm.

Am 18. September 2004 trat die Rektoratsgemeinde Kreuzrath der Weggemeinschaft Gangelt (GdG) bei. Zum gleichen Zeitpunkt wurde Studiendirektor.a.D. Anton Jansen als Seelsorger in Kreuzrath verabschiedet.

Er ist als Subsidiar in der GdG tätig. Als Mitglied der Weggemeinschaft liegt die seelsorgerische Betreuung der Filialgemeinde in den Händen des Pastoralteams der Weggemeinschaft, vertreten durch Regionaldekan Gottfried M. Graaff, Pfarrer Rolf Hannig und Pfarrer Daniel Wenzel.

Das 100-jährige Bestehen der Filialkirche wird am Pfingstsonntag, 27. Mai, mit einem Festgottesdienst ab 10.30 Uhr, anschließend mit einem Pfarrfest am Dorfzentrum gebührend gefeiert.
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