Festgottesdienst für neue Pfarrerin in der Erlöserkirche

Von: Christina Kolodzey
Letzte Aktualisierung:
Der Festgottesdienst zur EinfÀ
Der Festgottesdienst zur Einführung von Angelika Krakau (vorn Mitte) fand statt in der Erlöserkirche. Daran wirkten auch mit (vorn v.l.) Jens Sannig und Thomas Reppich, dahinter v.l. Dietmar Ernst, Till-Karsten Hesse und Mathias Schoenen vor den Presbyterinnen und Presbytern der Gemeinde. Foto: Christina Kolodzey

Übach-Palenberg. Den Eltern der heutigen Pfarrerin Krakau erschien es überaus rätselhaft, wieso ihre Tochter ausgerechnet Theologie studieren wollte. Sie sahen jedoch ein, dass es bei den Vornamen, die sie für sie gewählt hatten, dann doch kein Wunder war: Angelika, „die engelhafte”, und Christiane, „die Christusanhängerin”.

Zum Glück - sonst hätte sie vielleicht einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen und würde nicht seit Januar diesen Jahres die Ersatzpfarrstelle für Superintendent Jens Sannig in Übach-Palenberg bekleiden.

Geboren wurde Angelika Krakau in Kirchen im Westerwald, sie studierte Theologie in Berlin und Bonn. Im Anschluss, von 1991 bis 1993, führte sie ihr Vikariat wieder in den Westerwald, in die Kirchengemeine Schönenberg. Danach war sie ein Jahr lang Pfarrerin zur Anstellung in Winningen an der Mosel und seit 1994 Pfarrerin in Würselen-Bardenberg. 1998 wechselte sie auf die Pfarrstelle in Herzogenrath-Mitte. Während ihrer Zeit in Bardenberg und Herzogenrath erstreckte sich ihr Wirkungskreis auch auf die Krankenhausseelsorge am Medizinischen Zentrum Bardenberg.

Seit Angelika Krakau in Übach-Palenberg tätig ist, widmet sie sich ganz der Gemeindearbeit, momentan insbesondere der Kinder- und Jugendarbeit. Selbst Mutter von drei Söhnen, Samuel (11 Jahre), Benjamin (10) und Johannes (8), organisiert sie Gottesdienste für das Familienzentrum in Frelenberg sowie den Johanniter-Kindergarten in Übach und ist deren Ansprechpartnerin, was ihr große Freude bereitet. Seit Anfang Juli wohnt sie mit ihrer Familie in Merkstein.

Die neue Pfarrerin wirbelte vor Beginn der Festmesse in den Vorraum der Kirche, chic in einem schwarz-weiß gemusterten, mit weißen Spitzen besetzten, knieumspielenden Kleid, die blonden, „engelhaften” Locken zu einer Seite gebändigt: eine witzig-lockere Persönlichkeit mit umwerfendem Charme. „Wir können froh sein, dass es heute immerhin keine jungen Hunde regnet”, stellte sie fest und merkte an, dass sie schon seit längerer Zeit erkältet sei, immer noch Husten habe, doch das sei nicht so schlimm: „Hauptsache, ich kann gleich singen.”

Viele Kollegen bei der Feier

Viele Gemeindeglieder überraschten sie schon jetzt mit Blumen und kleinen Geschenken, umarmten sie und wünschten ihr viel Glück. Mit Superintendent Jens Sannig und Pfarrer Thomas Reppich sowie Pfarrer i. R. Johannes de Kleine fanden sich auch Kollegen der Nachbargemeinden ein, um mit ihr den großen Tag zu begehen. Aus Geilenkirchen kamen Pfarrerin Tanja Bodewig, Pfarrer Till-Karsten Hesse und Berufsschulpfarrer Dietmar Ernst sowie aus Gangelt Pfarrer Mathias Schoenen. Gesanglich ausdrucksstark begleitet wurde der Gottesdienst von der Ökumenischen Chorgemeinschaft Übach-Palenberg.

Nach dem feierlichen Einzug in das mit vielen erwartungsvollen Besuchern gut gefüllte Innere der Kirche nahmen die Geistlichen, nun gekleidet in Talare, zusammen mit den Presbytern und Presbyterinnen hinter dem Altar Platz.

Pfarrer Reppich zitierte in seiner Ansprache, dass nicht die Gemeinde den Pfarrer präge, sondern der Pfarrer durch seine Persönlichkeit die Gemeinde. Dies sei nicht immer einfach und erfordere Mut, den wir uns „an Tagen wie diesen” einander zusprechen sollten.

Superintendent Sannig führte aus, dass Pfarrerin Krakau jetzt dazu berufen sei, die biblische Geschichte in den Alltag der Menschen in Übach-Palenberg zu übersetzen, mit ihnen zu feiern, zu beten und sie an die Hand nehmen. Für diese schwierige Aufgabe möge ihr Gott beistehen.

Als die neue Pfarrerin zum Altar schritt und Jens Sannig sie fragte, ob sie das Amt annehme, antwortete sie mit fester, entschlossener Stimme: „Ja, mit Gottes Hilfe”. In ihrer Einführungsrede sprach sie darüber, dass „Durst schlimmer als Heimweh” sei. Es gäbe aber auch Durst anderer Art, beispielsweise nach Liebe, Freiheit und Vertrauen. Gott mache die Seele ruhig, und oft seien Umwege im Spiel, die man erst hinterher verstehe. Sie habe „Ja” zu Übach-Palenberg sagen können und sich im vorigen Herbst gegen eine unbefristete Pfarrstelle in Herzogenrath entschieden. Sie möchte gerne hier leben als Pfarrerin wie auch als einfacher Mensch und freue sich sehr darauf.

Mit erhobenen Händen bat sie um den Segen und Chor wie Gemeinde begleiteten sie mit dem Lied „Lift your hands” und klatschten dazu rhythmisch im Takt. Danach beendete sie die Messe mit dem augenzwinkernden Hinweis, man könne nun im Saal unter der Kirche den leiblichen Durst löschen.

Dort gab es einen Empfang mit reichhaltigem Kuchenbuffet, und die Schar der Gratulanten mit Geschenken in der Hand schien endlos. Auch der stellvertretende Bürgermeister Fred Fröschen hieß die neue Pfarrerin im Namen der Stadt Übach-Palenberg mit einem Präsent herzlich willkommen.

Pfarrer Thomas Reppich, der sich sehr über die Unterstützung seiner neuen Kollegin freut, überließ Angelika Krakau schmunzelnd einen „Entspannungsgutschein” zur Kompensation des vielen Stresses, den sie in jüngster Zeit hatte. Damit sie auch in Zukunft fit bleiben möge.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert