Geilenkirchen - Fest der Begegnung im Freshman-Institut

Fest der Begegnung im Freshman-Institut

Von: Annika Wunsch
Letzte Aktualisierung:
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Jeder zeigt etwas aus seiner Heimat: Diese „Freshmen“ zeigen chinesische Kalligraphie. Foto: Annika Wunsch

Geilenkirchen. In den Vereinigten Staaten nennt man einen Erstsemester-Studenten an einem College „Freshman“. Etwas andere „Freshmen“ gibt es auch in Deutschland, an der Fachhochschule Aachen. 300 von ihnen leben und lernen auf dem Freshman-Campus auf dem Loherhof in Geilenkirchen. Sie kommen aus aller Welt, um in Deutschland zu studieren.

Durch das Vorbereitungsjahr bekommen sie die Zulassung zu einem Studienplatz und können vor allem Deutsch lernen.

Seit Eröffnung des Geilenkirchener Campus ist das alljährliche Kulturfest, der „Tag der Begegnung, Tradition. Es ist gleichzeitig eine Art Sommerfest für die Bewohner des Campus und Tag der offenen Tür für Ehemalige und interessierte Besucher. Auch jetzt begegneten sich wieder die Kulturen auf dem Loherhof.

Die „Freshmen“ hatten das Musikprogramm selbst gestaltet und jeder mit seinen landestypischen Gerichten zum internationalen Buffet beigetragen. Die Studenten stellten die Ergebnisse ihres Studiums und ihrer Praktika vor. Außerdem präsentierten sie Fotos ihre Herkunftsländer und zeigten landestypische Bräuche.

Noor Imam stammt aus Dubai und hat sich anlässlich des „Tags der Begegnung“ ein arabisches Gewand angezogen. Auch sein Freund, der Iraker Furqan Ali, kommt aus dem Nahen Osten. Als Ali noch bei seiner Familie im Oman wohnte, stieß er im Internet auf das Freshman-Programm der FH Aachen. Zusammen mit seinem Vater hat er dann die Entscheidung getroffen: Er möchte in Deutschland biomedizinische Technik studieren.

Ein Studium in einem anderen Land hätte er sich nicht leisten können, und in Deutschland fallen keine Studiengebühren an. Außerdem: „Die Qualität der deutschen Bildung ist weltweit bekannt“, so Ali. Angst habe er jedoch vor der Sprache gehabt; doch ganz so schlimm wie befürchtet war die Umstellung nicht: „Ich habe mich in die deutsche Sprache verliebt und will mich noch verbessern.“ Das Leben auf dem Geilenkirchener Campus gefalle ihm, aber er freue sich auf die Universität. „Das ist hier eine sehr kleine Welt“, schmunzelt Ali. Der junge Iraker hat ganz große Träume: „Ich möchte etwas beitragen, vielleicht etwas Neues erfinden.“

Wie wichtig ein Vorbereitungsjahr für ausländische Studenten sei, betont auch Zhimeng Hong, Sozialarbeiterin des Freshman-Institute. Durch das Freshman-Jahr bekämen die Teilnehmer nicht nur die Zulassung zu einem Studienplatz an einer deutschen Universität oder Hochschule und lernten die Sprache; „Sie haben auch Zeit, sich an das Leben in Deutschland zu gewöhnen.“

Hong ist eine der Ansprechpartner für die Studenten. „Am Anfang haben sie viele Fragen oder haben Heimweh“, erzählt sie. Doch schon von Anfang an lebten die verschiedenen Nationalitäten wie selbstverständlich zusammen. 70 Prozent der Studenten kommen aus China, Japan und Vietnam, aber auch viele arabische, afrikanische und sogar südamerikanische Länder sind vertreten.

Die Studenten sind am Geilenkirchener Campus relativ abgeschieden, und Hongs Anliegen ist es, die Studenten „in das soziale Leben in Geilenkirchen einzubeziehen“.

Darum gibt es das Patenprogramm: Einheimische übernehmen die Patenschaft für jeweils einen Studenten. Dabei geht es nicht um finanzielle Unterstützung, sondern um den Austausch der Kulturen oder einfach nur gemeinsam verbrachte Freizeit.

Und vielleicht haben am „Tag der Begegnung“ wieder neue Paten das Freshman-Institut kennengelernt.

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