Übach-Palenberg/Scherpenseel - Ferien im Zeltlager: Drei Tage und Nächte bei den Pferden

Ferien im Zeltlager: Drei Tage und Nächte bei den Pferden

Von: Barbara Nießen
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Ferien auf dem Ponyhof – welches Mädchen träumt nicht davon, einmal Tag und Nacht bei den Pferden zu sein, zu reiten und Streiche im Stroh zu spielen? Beim Reitverein Scherpenseel ist dieser Traum wahr geworden. Beim mittlerweile 24. Ferienzeltlager haben alle ihren Spaß: Menschen und Pferde. Foto: Barbara Nießen

Übach-Palenberg/Scherpenseel. Es ist zehn Uhr morgens. Im Garten der Familie Wetzler stehen acht bunte Zelte. Überall hört man Kinderlachen, und das Rührei vom Frühstück steht noch draußen auf dem Tisch. In allen Ecken wuseln die Mädchen.

Manche laufen durch die Gegend, andere stehen im Pferdestall und tragen die Halfter ihrer Lieblingspferde über der Schulter. Die älteren Reiterinnen sitzen noch in den Zelten und machen sich bereit für den Tag.

Auch am letzten Tag des Sommerzeltlagers des Reitvereins Scherpenseel steht noch einiges auf dem Programm. Nach dem Frühstück geht es zur Kiesgrube, am Nachmittag machen die Mädchen das, weshalb sie hergekommen sind: reiten natürlich! Egal ob Unterricht oder Ausritt – die gemeinsame Zeit mit den Pferden ist das schönste. Am Abend gibt es noch das Abschlussgrillen – bei bester Laune und mit vielen Reit-Geschichten.

Seit drei Tagen genießen 20 Vereinskinder die letzten Ferientage im Sommerzeltlager. Das Wetter spielt zum Glück mit. Sonst hätte man in die Scheune auswandern müssen. Dort hätten die Mädchen dann auf Strohballen geschlafen – auch schön, aber im Freien ist es besser. Dort schlafen die Mädchen in kleinen Gruppen in den acht Zelten. Die Jüngsten, Hannah, Celine und Alina, sind erst sieben Jahre alt. Die älteren sind schon Teenager, doch der Altersunterschied spielt keine Rolle, sagen die Reiterinnen. „Wir haben alle zusammen viel Spaß“, sagt die 15-jährige Luisa Contzen.

Zum 24. Mal findet das Sommerzeltlager statt. Wie in jedem Jahr wird viel unternommen. Im Vordergrund steht der Reitsport. Es werden Ausritte gemacht, und auch die Pflege der Pferde kommt nicht zu kurz. Gemeinsam werden die Pferde gefüttert, zur Weide gebracht und gebürstet.

Auch ein Ausflug wird organisiert. Die Reiterinnen besuchen den „Blote Voeten Park“, den Barfußpark in Brunssum. Zusammen bestreiten sie dort jeden Untergrund und kommen gemeinsam ans Ziel, zwar ohne Pferd, aber trotzdem mit viel Spaß.

Sogar am Abend und in der Nacht gibt es noch einiges zu erleben: Die älteren Mädchen machen einen Ausritt im Dunkeln durch die Teverener Heide. Die Jüngeren bleiben in Scherpenseel und unternehmen eine Nachtwanderung. „Wir wurden dabei sogar erschreckt!“, erzählt die siebenjährige Hannah Kahlem. „Überall lauerten Gespenster.“ Vor allem für die kleinen Mädchen war es ein Abenteuer, zu beobachten, was die Pferde eigentlich nachts im Stall machen. Hannah: „Die schlafen meistens im Stehen. Nur wenn es ganz ruhig ist, legen sie sich hin.“

Birgit Wetzler, Besitzerin der Reitanlage, ist froh darüber, dass der Reitverein Scherpenseel bereits seit 1974 besteht. „Viele Vereine sind haben heute Nachwuchsprobelme. Die Anforderungen an die Kinder werden immer größer, so dass sie immer weniger Zeit für ihre Hobbys haben.“ Darum ist sie auch stolz darauf, dass ihr Verein 70 Aktive und 50 inaktive Mitglieder zählt. Es werde aber immer schwieriger, neue Mitglieder zu gewinnen.

Darum setzt sie auf eine starke Kinder- und Jugendarbeit. „Bei uns ist die Stimmung super. Die meisten reiten schon seit Kindertagen bei uns und sind in die Gemeinschaft hineingewachsen. Selbst unsere Trainer haben teils schon als Siebenjährige hier angefangen und dann ihren Trainerschein gemacht.“

Ebenfalls auf dem Hof aufgewachsen ist Charline Wetzler. Sie ist die ältere Tochter von Birgit und Ralf Wetzler und organisiert das Geschehen auf dem Hof mit.

Mit ihren jungen 22 Jahren hat sie schon viele Erfolge feiern können. Erst kürzlich gewann sie vier S-Dressuren mit ihrem Pferd Sirius Black. Sirius Black lebt seit seinem dritten Lebensjahr auf dem Hof und wurde selber von Charline und ihrem Vater selbst ausgebildet.

Neben Sirius Black sind noch sieben weitere eigene Pferde auf dem Hof zu finden, sowie sieben Schul- und 20 Privatpferde. Auf den Weiden, in der Reithalle und auf dem Paddock werden die Pferde ausgeführt. Es wird besonders viel Wert darauf gelegt, dass die Schulpferde genauso wie die Privatpferde behandelt werden. Sie werden nicht überfordert und verbringen den Großteil des Tages auf der Weide.

Neben dem Reit- und Voltigierunterricht werden auch Turniere auf dem Hof ausgerichtet. Am 23. und am 24. September findet hier die Kreismeisterschaft im Springen und in der Dressur statt. Darauf freuen sich die Mitglieder vom Reitverein schon sehr – auch wenn es nicht ganz einfach ist, ein so großes Turnier zu organisieren. Charline Wetzler: „Wir setzen hier auf unsere ehrenamtlichen Helfer. Ohne die wären solche Veranstaltungen nicht möglich.“ Auch das Zeltlager erfordert eine gute Planung und Betreuung. „Wir sind ein eingespieltes Team.“

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