Feldhamstern eine neue Heimat geben

Von: mabie
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Weil diese kleinen Nager durchaus böse beißen können, durften die Grundschüler nur unter fachlicher Anleitung einen Blick auf einen im Käfig gefangenen Hamster werfen. Er wurde, wie vier weitere Artgenossen, später ausgewildert. Foto: Markus Bienwald

Selfkant/Gangelt. Ein Acker mitten auf der Grenze. Hier, irgendwo nahe dem Grenzort Hillensberg auf der deutschen Seite, könnte er gut sein, der Ort an dem das Sprichwort „Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen” entstanden ist.

Damit hier auch wieder der in unserer Region noch relativ häufig anzutreffende Feldhamster ein neues Zuhause finden kann, gibt es ein Feldhamsterprojekt.

Ziel soll sein, die bis in die 1970er-Jahre hinein als Plage betrachteten Nager wieder anzusiedeln. Dazu hat Bauer Peter-Josef Wolters aus Hillensberg ein ganzes Feld zur Verfügung gestellt. Hier baut er so genannte „Luzerne” an, ein Gewächs, das auf das Auge des unbedarften Betrachters wie „Unkraut” wirkt. Doch im dichten Luzernenbestand fühlt sich der Feldhamster besonders wohl. Hier kann das nachtaktive Tier seinen Traum vom eigenen Bau verwirklichen, kann er ungestört und geschützt vor Raubvögeln leben.

Warum Bauer Wolters das tut, erfuhren die Kinder von gleich zwei Klassen der Katholischen Grundschule Birgden am Donnerstagmorgen bei einem Ortstermin mitten im Feld. „Schule der Begegnung” heißt ihre Grundschule im Untertitel, und hier konnten sich die jungen Gangelter auf eine Begegnung der ganz besonderen Art gefasst machen. Denn tags zuvor hatten sie sich gemeinsam mit Michael Straube von „NaToura Heinsberg” auf das Thema „Feldhamster” vorbereitet.

Michael Straube hatte dazu ein ausgestopftes Exemplar mitgebracht. Anhand vieler Informationsmaterialien hatte er den Lebensraum, die Lebensumstände und auch den Bau des Hamsters genau erklärt. Doch so süß und flauschig, wie er in der Theorie wirkt, ist der rund 20 bis 35 Zentimeter lange und zwischen 200 und 500 Gramm schwere Nager nicht.

„Die können heftig beißen”, sagt Straube auf dem Feld und zeigt auf einen Finger, der einem Hamsterbiss zum Opfer fiel. Dabei stellen sich die Pelzträger auf die Hinterläufe und fauchen, ehe sie angreifen. „Das Beste ist dann, sich nicht zu bewegen und zu warten, bis der Hamster weg ist”, schließt der Fachmann.

So durften die Nager zum Bedauern der Kinder, aber auch zu ihrem Schutz, nur in speziellen Käfigen betrachtet werden - kurz bevor sie entschlossen und schnell das Weite im Feld zwischen Deutschland und den Niederlanden suchten. Zuvor waren die fünf freigelassenen Hamster eigens von einem Team niederländischer Spezialisten gefangen und per leichtem Eingriff durch einen Tierarzt mit einem Sender versehen worden.

Andernfalls wäre es sehr schwierig bis unmöglich, einen Feldhamster zu orten. Denn tagsüber, wenn wir Zweibeiner wach sind, schlafen die früher wegen ihres Pelzes professionell bejagten Tiere.
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