Gangelt - Feiner Scheitel für die Bäume

Feiner Scheitel für die Bäume

Von: Karl-Heinz Hamacher
Letzte Aktualisierung:
kopfweiden-foto

23 Helfer fanden sich bei der letzten Kopfweidenaktion des NABU im Rodebachtal ein. So viele Helfer sind selten. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Die Nutzungsart der zahlreichen Weidenbäume im Gangelter Natur- und Landschaftspark hat sich im Laufe der Jahre geändert - vom Nutzholz früherer Zeiten bis hin zum ökologisch wichtigen und landschaftprägenden Baum.

Ihr Pflegebedarf ist allerdings gleich geblieben. Im gesamten Bereich Rodebach-, Saeffelbach- und Kitschbachtal sind es rund 800 Weiden, der von der hiesigen Natutschutzbund-Gruppe (Nabu) betreut werden.

Der größte Teil der Bäume findet sich allerdings im Bereich Gangelt, wo sich dann auch die Arbeit konzentriert. Oft ist es aber so, dass es gerade einmal eine Handvoll Leute sind, die sich bei den regelmäßigen Arbeitseinsätzen immer wieder einfinden. So befürchtete Franz Oschmann, bei dem die organisatorischen Fäden zusammenlaufen, schon das Schlimmste, als jetzt krankheitsbedingt einige Absagen für den aktuellen Schneidetermin bei ihm ankamen.

Da traf es sich gut, dass, unabgesprochen, Peter Fischer, Lehrer an der Realschule Gangelt, gerade den Umweltschutz in den neunten Klassen thematisierte und am Tag vorher bei seinen Schülern dafür geworben hatte, doch einmal aktiven Umweltschutz zu betreiben und sich an der Kopfweidenaktion zu beteiligen. So waren es am Ende dann doch 23 Helfer, so viele wie ganz selten, die dafür sorgten, dass deutlich mehr geschafft wurde, als angepeilt. 16 Bäume wurde unterhalb der Dahlmühle geschnitten, „scheiteln” nennt der Fachmann das. Würde man nicht scheiteln, also die Krone jeweils von den hochwachsenden Ästen alle drei bis fünf Jahre befreien, würden die Weichholzbäume im Laufe der Zeit auseinanderbrechen - obwohl das ökologisch auch interessant ist. Denn in jedem Lebensstadium bietet die Weide vielen Tieren Unterschlupf und Lebensraum.

Beim Baumschnitt sind Thomas Henkens an der Kettensäge und Hardy Tholen als Traktorfahrer und Bediener der Arbeitsbühne ein eingespieltes Team. Die anderen Helfer tragen das Kopfholz zur Seite, räumen also auf. Die Stecklinge, drei bis fünf Meter lange Äste, finden dabei immer wieder Abnehmer.

„Die Gemeinde hat sich 60 reserviert, einer wollte Stecklinge für eine Schwitzhütte haben und andere nehmen sie, um den Kindern große Indianerzelte zu bauen”, so Franz Oschmann. Was nicht weggetragen wird, kann gleich vor Ort gehäckselt werden. Auch hier haben sich die Zeiten geändert. Früher nutzte man das Abgeschnittene als Flechtwerk zum Beispiel im Böschungsschutz, für Gerätestiele, als Stallstreu, Brennmaterial oder Weidenpfähle.

Die schlugen allerdings nicht selten wieder aus und wurden im Laufe der Jahre zu neuen Weiden. Auch hiervon gibt es noch einige Beispiele im Rodebachtal.

Während sich in der Nähe der Pumpestation in Mindergangelt eine der ältesten Weidenreihen findet, sieht man unterhalb des Kahnweihers, Richtung Schanzberg, die wohl imposanteste. Knapp 30 Bäume stehen hier in der Reihe und müssten dringend gescheitelt werden.

Doch die umgebenden Wiesen sind zu nass und lassen den Einsatz des Traktors nicht zu. Wenn im Sommer einige Wochen trockenes Wetter herrscht, soll hier ein Versuch gestartet werden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert