Feier der CDU: Noch Arbeit an der Vollendung der Einheit

Von: Markus Bienwald
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Der Instrumentalverein Herbach sorgte für die musikalische Ausgestaltung des Tags der Deutschen Einheit im Naherholungsgebiet Wurmtal. Begonnen hatte dieser 3. Oktober mit dem Gebet an der friedenslinde. Foto: Markus Bienwald
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Der Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Bernd Krückel war Festredner bei der Einheitsfeier in Übach-Palenberg.

Übach-Palenberg. Nicht zuletzt sind die Deutsche Einheit und der dazugehörige Feiertag auch eine Sache ganz persönlicher Erinnerungen. Das zeigte auch die Einheitsfeier des CDU-Stadtverbandes Übach-Palenberg am Tag der Deutschen Einheit im Naherholungsgebiet Wurmtal.

Nach dem traditionellen Gebet an der Friedenslinde mit Pfarrerin Angelika Krakau, sammelte sich die Schar von rund 70 Gästen rund um die Konzertmuschel. Stadtverbandsvorsitzender Günter Weinen begrüßte dort neben vielen Vertretern aus Politik und Verwaltung auch den Instrumentalverein Herbach, der unter der bewährten Leitung von Willi Beckers die musikalische Ausgestaltung übernahm.

Aus dem Tränenpalast

„Ich freue mich, dass diese Feier, im Jahre 1991 aus Dankbarkeit für die lang ersehnte und endlich wiedergewonnene Deutsche Einheit ins Leben gerufen, nun zum 23. Mal ohne Unterbrechung ausgerichtet wird“, so Günter Weinen. Als Festredner des Tages wurde mit dem Landtagsabgeordneten und CDU-Kreisvorsitzenden Bernd Krückel ein profunder Kenner der Materie begrüßt.

Bernd Krückel machte in seiner Rede an verschiedenen persönlichen Erinnerungspunkten Station. So nahm er die interessierten Zuhörer mit auf eine Reise, die 1981 im so genannten „Tränenpalast“, einem Grenzabfertigungspunkt mitten in Berlin, begann.

Dort habe er am eigenen Leib erfahren, dass es zur Methodik der DDR-Staatsführung gehörte, Menschen einzuschüchtern und ihnen dennoch hinter der innerdeutschen Grenze ein heiles Leben im Ostteil vorzugaukeln.

„Man war dankbar, am Abend wieder den Ostteil Berlins verlassen zu dürfen“, unterstrich Krückel. Zweiter Stopp war das ehemalige Gefängnis der Staatssicherheit in Hohenschönhausen.

Hier hatte der Abgeordnete Gelegenheit, mit Zeitzeugen zu sprechen und stellte mit Erschrecken fest, wie sehr die Menschen noch heute psychisch unter ihrem Zwangsaufenthalt im berüchtigtsten aller DDR-Gefängnisse leiden: „Heute noch treten den ehemaligen Häftlingen die Tränen in die Augen, weil es so erniedrigend war, was sie erleiden mussten“.

Und der Satz einer Fremdenführerin am Checkpoint Charlie, die als Deutsche ihre Landsleute mit den Worten begrüßte: „Ich freue mich, einer Gruppe meiner Staatsfeinde die Hauptstadt der DDR zeigen zu können“, klinge ihm heute noch in den Ohren.

Die Arroganz von damals, das Menschenverachtende des Systems und die Erleichterung über die in der Präambel festgeschriebene und letztlich verwirklichte Einheit Deutschlands könnten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit dem Feiertag noch längst nicht alles „in trockenen Tüchern“ sei.

Ein anderer Eindruck

„Ich habe nicht den Eindruck“, so der Landtagsabgeordnete, „dass diese Einheit vollendet ist.“ Er schloss: „Lassen Sie uns daran arbeiten, dass sie vollendet wird.“

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