Geilenkirchen - FDP: Auf die Wahl-Klatsche folgt die Schlammschlacht

FDP: Auf die Wahl-Klatsche folgt die Schlammschlacht

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
7810172.jpg
Er verspricht „100 Prozent Markus Melchers“: Markus Melchers.

Geilenkirchen. Die innerparteilichen Querelen in der Geilenkirchener FDP ufern jetzt in eine politische Schlammschlacht aus. Nach der heftigen Kritik der bisherigen Fraktionschefin Toska Frohn an dem Parteivorsitzenden Markus Melchers und nach dem Rücktritt des liberalen Urgesteins Manfred Solenski als Ehrenvorsitzender der Geilenkirchener FDP meldete sich am Mittwoch Markus Melchers mit einer ausführlichen Stellungnahme zu Wort.

Das Wahlergebnis, so Melchers, sei nicht nur die Folge eines Wahlkampfes, sondern das Votum der Wähler für die Arbeit einer ganzen Legislaturperiode. „Der Legislatur, in der sie selbst Fraktionsvorsitzende war“, meinte er in Richtung Frohn.

Er, so Melchers Vorwurf, habe Frohn in den vergangenen Jahren darauf hingewiesen, „dass Fraktionsarbeit nicht nur bedeutet, auf Verwaltungsvorlagen zu reagieren, sondern mit eigenen Ideen und den entsprechenden Anträgen die Zukunft Geilenkirchens zu gestalten“. Melchers weiter: „Vorschläge für Anträge haben mein Kollege Nils Kasper und ich mehrfach vorgetragen. Diese sind aber meist an der Blockade der Fraktionsspitze gescheitert.“

So habe er beispielsweise dafür gekämpft, die Entscheidung über den Bau und die Varianten des neuen Schwimmbades in die Hände der Bürger zu legen. Er habe sich gewünscht, dass die von allen im Rat gewollte Bürgerbeteiligung endlich einmal wahrhaft gelebt werde. Letztlich sei er mit seinem Vorstoß am Veto der Fraktionsspitze gescheitert.

Deshalb erklärte Melchers: „Mit solchen Weicheiern kann man keine vernünftige Politik machen und beim Bürger auch keinen Blumentopf gewinnen.“ Von einer Fraktionsspitze erwarte er auch, dass man sich im Wahlkampf für die Partei einsetzt und persönliche Interessen hinten anstellt.

„Wer als Fraktionsspitze aus verletztem Stolz mitten im Wahlkampf mehrfach die eigenen Leute öffentlich kritisiert, dabei Gerüchte, Halbwahrheiten und Unwahrheiten verbreitet, der ist für eine Partei in keiner führenden Position tragbar.“

In seiner Stellungnahme kommentierte Melchers auch sein eigenes Wahlergebnis und kommt zu dem Schluss: „Ich hätte auf Platz eins oder zwei kandidieren sollen. In meinem Wahlkreis Hochheid, Tripsrath und Rischden habe ich 8,2 Prozent der Stimmen geholt, so falsch kann meine Art Politik zu machen demzufolge nicht sein.“

Den Rücktritt von Manfred Solenski vom Ehrenvorsitz der FDP bezeichnet Melchers als „die einzige gute Nachricht an diesem Wahlsonntag“. Dass dieser als Einzelbewerber gegen die FDP angetreten sei, um denen zu schaden, die auf der Liste zu finden sind, bezeichnete er als „außerordentlich merkwürdiges Verständnis von einer Mitgliedschaft in einer demokratischen Partei“.

Wörtlich erklärte Melchers: „Mit seinem Rücktritt vom Ehrenvorsitz hat er es sich lediglich erspart, dass wir ihm den Titel wieder aberkennen.“

Stefan Kassel als enger Vertrauter von Frohn und Solenski habe es mit Listenplatz zwei ebenfalls nicht in den Rat geschafft. Somit könne man die peinlichen Aktionen der beiden FDP-Rebellen als klassisches Eigentor bezeichnen.

Die „schmutzige Wäsche, bestehend aus Halbwahrheiten und Unwahrheiten, die durch Frohn, Solenski und andere in die Öffentlichkeit gezogen wurde“, hätten die positive Arbeit des Ortsverbandes der gesamten vergangenen Jahre in nur wenigen Tagen und Wochen zerstört. „Das Verhalten von Solenski und Frohn in den letzten Monaten ist an Lächerlichkeit, Dreistigkeit und Verlogenheit nicht zu überbieten.“

Es sei nicht seine Art, so Melchers, solche Diskussionen in der Öffentlichkeit zu führen. „Nun bleibt mir aber leider keine andere Wahl, als den Bürgern bei dieser Gelegenheit auch einmal meine Sicht der Dinge darzulegen.“ Er selbst stehe für einen Neuanfang natürlich zur Verfügung.

Er sei bereit, mit seinem Vorstand die Wahlniederlage aufzuarbeiten und die notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen. „Ich will mich gerne dieser Herausforderung stellen, und wenn man mich für diese Aufgabe möchte, dann gibt es auch 100 Prozent Markus Melchers, nicht mehr und nicht weniger.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert