Faszinierende Kunstwerke aus Eisen

Von: Georg Schmitz
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Er hofft auf interessante Gesp
Er hofft auf interessante Gespräche mit Ausstellungsbesuchern: Willi Arlt, der seine Kunstwerke in Haus Basten ausstellt. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Der Linderner Bildhauer Willi Arlt stellt seine Werke in Haus Basten aus und hofft in den nächsten Wochen auf interessante Gespräche mit Besuchern.

Zwei stilisierte Menschen auf einer Parkbank, der Mann in die Zeitung vertieft, die Frau lässig zu ihm gebeugt. Das abstrakte Paar auf der Parkbank aus Baustahl wurde im Juli 2011 vor dem Bahnhof in Lindern installiert und hat seinem Hersteller damals auf einen Schlag auch in Geilenkirchen Popularität verschafft. Der Linderner Künstler Willi Arlt hatte der Stadt und speziell seinem Heimatort ein Kunstwerk aus Cortén-Stahl geschenkt, das nun unter dem Namen „Wartezeit” auf Dauer die Ecke am Bahnhof ziert.

Große Vielfalt

„Willi Arlt hat ein Werkverzeichnis in einer Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Wir können stolz auf solch einen Künstler in unseren Mauern sein”, hatte Bürgermeister Thomas Fiedler damals in Lindern bewundernd bemerkt. „Einem so generösen Bildhauer sollte die Stadt mal eine Ausstellung im Haus Basten ermöglichen”, hatte Fiedler hinzugefügt.

Nach Örtlichkeiten wie Köln und Frankfurt stellt Willi Arlt nun seine Werke tatsächlich in der Guten Stube der Stadt der heimischen Bevölkerung vor. „Das ist die Schwester der Frau auf der Parkbank”, sagt Willi Arlt scherzhaft mit Blick auf die ebenfalls aus Cortén-Stahl geschaffene „eiserne Lady” im Ausstellungsraum von Haus Basten. „Cortén-Stahl ist Stahl der anrostet, aber nicht durchrostet”, erklärt der Bildhauer zum verwendeten Material. Über 60 Skulpturen aus Stahl, auch in Kombination mit Holz hat Willi Arlt seit Beginn seiner Bildhauertätigkeit im Jahre 2004 bisher geschaffen. Seine erste Stahlskulptur steht übrigens vor dem AWO-Gebäude in Rösrath bei Köln.

Der gelernte Fernmeldetechniker hat sich zuvor der Malerei hingegeben. Auch hier kam schon sein Fable für Metall zum Vorschein: Arlt fertigte Relief-Bilder, bei denen Eisenspäne Verwendung fanden. Auch davon sind einige im Haus Basten zu sehen.

Was ist eigentlich Kunst?

Bei der Vernissage setzte sich der stellvertretende Bürgermeister Uwe Eggert mit der Frage auseinander, was denn Kunst eigentlich sei. Für Beethoven sei Kunst „eigensinnig”, für Piet Mondrian „Intuition” und für Anselm Kiefer eine Form der Erkenntnis. „Kunst ist das, was der Künstler als Kunst bezeichnet, wenn auch andere möglicherweise darüber streiten, ob es Kunst ist”, werde der Kunstbegriff in der Rechtswissenschaft definiert. Diese Beschreibung deute, so Uwe Eggert, den Kern von Kunst an, nämlich die Freiheit. Die Freiheit der Wahrnehmung sei es, die die Kunst für den Fachmann wie für den Laien gleichermaßen wertvoll mache. Kunst erweitere und verändere die Wahrnehmung und fordere dadurch den Betrachter zu neuen Denkmustern und Verhaltensweisen auf. „Ferrum” sei der Titel der Ausstellung und der gebe Aufschluss über das verwendete Material, mit dem der Künstler Willi Arlt seine Skulpturen schaffe. Michael Kempe, Betreiber des regionalen Internetportals „Kunstlabor.de”, führte kurz in die Ausstellung ein, bevor das von Willi Arlt geschriebene, am Ende mit tosendem Applaus bedachte Theaterstück „Warten auf . . .” mit den Darstellern Erwin Bethke und Eugen Symanski zur Aufführung kam. Bei einem ersten Rundgang zeigten sich die rund 40 Gäste begeistert von den Skulpturen. Willi Arlt wünscht sich interessante Gespräche mit den Besuchern. „Ich hoffe, dass die Menschen auch viele Fragen stellen”, sagt er. Ausstellung bis 22. April geöffnet

Die Ausstellung „Ferrum” von Bildhauer Willi Arlt ist bis zum 22. April dienstags und donnerstags von 16 bis 20 Uhr sowie sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Sonntags ist der Künstler anwesend und für Gespräche offen.
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