Fastenaktion „Hunger 24“: Eine ganz neue Erfahrung

Von: Renate Kolodzey
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Nach 24-stündigem Fasten durften sich die Kinder der sechsten Klassen des Carolus-Magnus-Gymnasiums endlich wieder satt essen. Fotos (5): Renate Kolodzey Foto: Renate Kolodzey
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Nach dem 24-Stunden-Hungern freuen sich die Schüler aufs Essen, und sie halten demonstrativ ihre leeren Teller in die Luft. Foto: Patrick Hamm

Übach-Palenberg. Momentan ist vorösterliche Fastenzeit, und zwei Klassen der sechsten Schuljahre des Carolus-Magnus-Gymnasiums (CMG) hatten sich entschlossen, bei einer besonderen Fastenaktion mitzumachen – dem Projekt „Hunger 24“. Seit vier Jahren wird es an dieser Schule praktiziert.

Von der christlichen Hilfsorganisation „World Vision“ ins Leben gerufen, soll es Kinder und deren Umfeld bei der Überwindung von Armut, Hunger und Ungerechtigkeit unterstützen. Bis heute konnte die 1950 gegründete Organisation das Leben von 41 Millionen Kindern nachhaltig verbessern und ist in rund 100 Ländern aktiv.

Resonanz sehr positiv

In den Klassen 6a und 6c wurde das Projekt vorgeschlagen und fand große Zustimmung. „Wir hatten es den Schülern freigestellt, ob sie mitmachen wollten oder nicht, doch die Resonanz war sehr positiv, und alle hatten Lust, sich daran zu beteiligen“, erklärt Patrick Hamm, Lehrer am CMG. Außerdem fördere es den Zusammenhalt in den Klassen, betont er.

Organisiert von der Schüler-Vertretung, SV-Lehrer Christoph Schlagenhof sowie Patrick Hamm, wollten die Schüler, – so sieht es „Hunger 24“ vor – 24 Stunden lang auf Essen verzichten, um gegen Nahrungsmittel-Verschwendung und die Industrialisierung der Nahrungsherstellung zu protestieren. „Natürlich machen wir Lehrer auch mit!“, versicherte Hamm. Das Geld, welches sie in dieser Zeit nicht für Essen ausgeben, soll an „World Vision“ gespendet werden. Jedem war freigestellt, wie viel er geben wollte.

Am Donnerstag ging es um 13.30 Uhr los, und Schluss war am darauffolgenden Tag zur fünften und sechsten Schulstunde. Für die Schüler war es eine ganz neue Erfahrung, die ihnen nicht immer leicht fiel. Mit leeren Tellern in der Hand trafen sie sich an dem Tag, als sie wieder essen durften, auf dem Schulhof, um dann in der Klasse an einem verlockenden Buffet zu schlemmen.

Buffet zum Abschluss

Jeder hatte etwas mitgebracht: Es gab Salate, Kuchen, Donuts, Brötchen, Hot Dogs, Obst und vieles mehr. Die ausgehungerten Jungs und Mädels griffen nach Herzenslust zu und genossen die Speisen, sicherlich nicht ohne den Gedanken daran, dass sich viele Menschen auf dieser Welt nicht nach einem Tag wieder so richtig satt essen können.

Durch den 24-stündigen Verzicht spürten sie am eigenen Leib, wie es ist, wenn man nichts zu essen hat. Ihre Äußerungen lassen ahnen, dass sie sich nun weitaus besser in Menschen, die tagtäglich hungern müssen, hineinversetzen können und es höher schätzen, dass sie sich jeden Tag satt essen dürfen.

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