Geilenkirchen - Farbe für Haus Basten im Tausch gegen Park-WC?

Farbe für Haus Basten im Tausch gegen Park-WC?

Von: g.s.
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Geilenkirchen. Nur drei Tagesordnungspunkte gab es zur Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses der Stadt. Vor allem beim dritten Thema herrschte reger Gesprächsbedarf.

Hier ging es um die für eine Toilettenanlage im Wurmauenpark vorgesehene Summe von 100000 Euro, die aber nun vorrangig für die dringend erneuerungsbedürftige Fassade von Haus Basten Verwendung finden sollen.

Doch zunächst allerdings stellte Architekt Artur Stefelmanns die Entwurfsplanung zur Erweiterung des Kindergartens Teveren vor. Diese war notwendig, weil sich aufgrund der U3-Betreuung ein zusätzlicher Bedarf an Räumen ergibt. Neben der Errichtung eines Anbaus müssen auch vorhandene Räume des Altbestands umgebaut werden. Die Erweiterung beinhaltet die Schaffung eines zusätzlichen Schlafraums sowie Sprachraum, Neben- und Abstellflächen. Der Architekt machte klar, dass die Grundrisse nur eine Erweiterungsmöglichkeit offen lassen: „Aus der L-Form wird eine U-Form.”

Der Neubau solle in Massivbauweise mit Vollwärmeschutz erstellt werden. Mit dem Baubeginn ist in Kürze zu rechnen, die Fertigstellung erfolge innerhalb von sieben Monaten. Die Kosten für Neu- und Umbau schlagen mit 300000 Euro zu Buche, wobei bereits jetzt Fördermittel in Höhe von rund 200000 Euro bewilligt worden sind. Nach einigen Nachfragen stimmte der Ausschuss der Planung einstimmig zu.

Vom Umwelt- und Bauausschuss einstimmig abgesegnet wurde das vorgelegte Bauprogramm der Wegebaukommission, in dessen Rahmen zahlreiche Ausbesserungen an Straßen und Wegen, inklusive der Frostschäden infolge des harten Winters, vorgenommen werden. Die Kostenschätzungen belaufen sich auf insgesamt 268000 Euro.

Zum Schluss ging es dann um das Tauschgeschäft „Toilette gegen Fassade” Haus Basten. Bei der Vorberatung ging es um die Fortschreibung des vom Rat beschlossenen Maßnahmenkatalogs zum Konjunkturpaket II, wobei bei einigen Maßnahmen die ursprünglichen Kosten angepasst werden müssen.

Barbara Slupik (CDU) dazu: „Die CDU-Fraktion hat ein Problem damit, dass die 100000 Euro für die geplante Toilettenanlage im Wurmauenpark nun für Haus Basten verwendet werden sollen.” Dies sei umso verwunderlicher, weil seit Wochen mit einer „Dönerbude” Gastronomie im Park ansässig sei. Und gerade dann müssten doch wohl Toiletten angeboten werden.

„Wir haben mit dem betreffenden Gastronomieehepaar einen vorsichtigen Versuch auf vier Monate vereinbart”, meldete sich Bürgermeister Thomas Fiedler zu Wort. Die Aufschrift „Döner” auf dem Verkaufswagen im oberen Teil des Wurmauenparks sei sehr unglücklich und verwirrend, denn hier sollen Speisen und Getränke wie auch Kaffee und Kuchen angeboten werden. „Das Ehepaar übt auch eine Kontrollfunktion aus und hat den Park im Blick.”

Der Bürgermeister machte klar, dass es sich um eine Testphase handele, bei der die Wirtschaftlichkeit überprüft werde. „Wenn wir dem Plan Haus Basten zustimmen, wird es dann jemals eine Toilette im Wurmauenpark geben?”, fragte Johann M. Graf (Freie Bürgerliste). „Haus Basten muss einen neuen Anstrich bekommen, außerdem sind viele Fenster marode”, sagte Beigeordneter Hans Hausmann darauf. Man soll unbedingt mit den Mitteln aus dem Konjunkturpaket II die Sanierung finanzieren, so lange noch auf das Geld zu gegriffen werden könne.

Dies bedeute aber nicht, dass es später keine Toiletten im Wurmauenpark geben werde. Jürgen Benden (Grüne) anerkannte die Argumentation des Beigeordneten als schlüssig, jedoch müsse auch ein Konzept für den Wurmauenpark entwickelt werden.

Manfred Schumacher (CDU) machte kurzerhand aus der Dönerbude eine „Kaffeebud” und gab zu bedenken, dass nach der Testphase im Sommer für den Betreiber zur Winterzeit das böse Erwachen kommen könnte. Fraktionskollegin Barbara Slupik schlug der Verwaltung vor, einmal durchzurechnen, wie teuer denn eine Gastronomie mit Toilettenanlage überhaupt werden könne. Dann hätte man eine Entscheidungsgrundlage.

„Wir stellen uns ein Modulsystem vor”, ließ Uwe Eggert (SPD) wissen. Zunächst beispielsweise eine Garage, wo die Utensilien für verschiedene Veranstaltungen im Park untergebracht werden könnten. Als weiterer Baustein sei ein Kiosk wichtig, bevor man als nächsten Schritt die Toiletten angehe. Markus Melchers (FDP) begrüßte den Vorschlag, die Anlage zurückzustellen, wollte aber die dadurch eingesparten 100000 Euro zur Schuldentilgung verwendet sehen.

Jürgen Benden machte klar, dass das Haus Basten früher oder später ohnehin saniert werden müsse und man das Geld aus dem Konjunkturpaket auf keinen Fall verfallen lassen soll. Alle seien sich aber auch einig, dass eine Toilette in den Park muss, um ihn attraktiver zu machen. „Wir sollten die Bürger fragen. Eine Bürgerversammlung muss her”, forderte Johann M. Graf.

Entscheid vertagt

Barbara Slupik war unwohl bei dem Gedanken, das Geld umzuschichten, und brachte mobile Toiletten ins Gespräch. Schließlich wurde das Thema vertagt. Die übrigen Vorschläge aber fanden Zustimmung bei den Ausschussmitgliedern wie auch die Empfehlung an den Rat, den fortgeschrieben Maßnahmenkatalog zur Umsetzung des Konjunkturpaketes II zu verabschieden.
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