Geilenkirchen - Fairtrade-Aktion: Bürgermeister lässt sich wiegen und verliert Wette

Fairtrade-Aktion: Bürgermeister lässt sich wiegen und verliert Wette

Von: Udo Stüßer
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Aktionskreisgeschäftsführer Heiner Coenen (links) und Grünen-Parteichef Jürgen Benden (rechts) stellten am Freitag Bürgermeister Georg Schmitz auf die Waage. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. „Haben wir einen Scheinriesen oder ein Schwergewicht als Bürgermeister?“ Mit dieser Frage sorgte Jürgen Benden, Fraktions- und Parteichef der Geilenkirchener Grünen, am Freitag für Heiterkeit auf dem Geilenkirchener Wochenmarkt.

Um sie zu beantworten, hatte er eine alte Kartoffelwaage aus dem Jahr 1958 besorgt, sie entstaubt und geölt. Und dann stand Georg Schmitz auf der Waage: Exakt 94,5 Kilogramm wiegt der 1,69 Meter große Verwaltungschef. Dieses Gewicht bringt er allerdings mit den Bewerbungsunterlagen in der Hand auf die Waage, die Geilenkirchen für die Anerkennung als Fairtrade-Town einreicht.

Auf die offizielle Bewerbung machte die Steuerungsgruppe am Freitag mit einem Gag publikumswirksam aufmerksam. Sie wettete, dass sie auf dem Marktplatz zwischen 10 und 12 Uhr so viele Kilogramm an fair gehandelten Produkten verkaufen kann, wie Georg Schmitz auf die Waage bringt. Schmitz wettete dagegen.

Saft, Bananen, Nuss-Nougat-Creme, Kekse und Kaffee hatte die Steuerungsgruppe mit Wirtschaftsförderin Susanne Köppl, Janine Brodermanns aus dem Amt für Bildung und Wirtschaft, Aktionskreisgeschäftsführer Heiner Coenen, Jürgen Benden (Grüne), Lars Speuser (CDU) und der engagierten Bürgerin Lisanne Kappler an einem eigenen Marktstand im Angebot.

Schmitz hatte versprochen, an einem noch zu bestimmenden Tag fair gehandelte Waren im Einkaufszentrum anzubieten, falls er die Wette verlieren würde. Die Steuerungsgruppe hatte zugesagt, auf dem Wochenmarkt als Bananen verkleidet Reklame für Fairtrade zu laufen, wenn sie ihr Ziel nicht erreiche.

Schmitz gab zu, am Morgen besonders reichlich gefrühstückt zu haben, und wenige Minuten vor dem Wiegen schob er sich noch ein großes Stück Schokolade in den Mund. Auch der schwere Hosengürtel und das Handy und der Schlüsselbund in der Hosentasche reichten nicht aus: Innerhalb von zwei Stunden war der Tisch der Steuerungsgruppe wie leergefegt. Schmitz hatte seine Wette verloren.

„Es geht um Gerechtigkeit in der Welt. Wir dürfen nicht immer preiswertere Lebensmittel auf Kosten der Menschen in den armen Ländern kaufen“, erklärte Helmi Meisters, eine der Marktbesucherinnen, während Annemie und Theo Ortenstein das kleine Spektakel musikalisch mit ihrer Drehorgel begleiteten.

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