Fahrten nach Auschwitz sollen weiter stattfinden

Von: mh
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Geilenkirchen. Seit 2011 organisiert die Anita-Lichtenstein-Gesamtschule Geilenkirchen jährlich für die komplette neunte Jahrgangsstufe eine fünftägige Studienfahrt zur Gedenkstätte Auschwitz und folgt damit der Verpflichtung, die ihre Namensgeberin nahelegt: das jüdische Mädchen Anita Lichtenstein aus Geilenkirchen, das in Auschwitz ermordet wurde.

Dieses Auschwitz-Projekt schilderten im Kulturausschuss in eindrucksvoller Weise Daniel Bani-Shoraka und Adalbert Wolynski, denn – so die beiden Lehrer – die Fahrt an „den dunkelsten Ort der Menschheitsgeschichte“ ist in Gefahr, weil Fördermittel weggefallen sind.

Bei den Fahrten wird das ehemalige Konzentrationslager (Stammlager) Auschwitz ebenso besucht wie das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Wie sehr die eindringlichen Führungen mit den Hinterlassenschaften der Häftlinge und Ermordeten wie Kleidung, persönliche Gegenstände, Spielzeug und Berge von Haaren, aber auch dem Krematorium, der Gaskammer und der Rampe, an der aussortiert wurde, die jungen Menschen berührt, wussten die beiden Pädagogen deutlich zu machen.

Bei den Fahrten geht es jedoch nicht nur um Auschwitz, in Krakau besucht man das ehemalige Ghetto und die ehemalige Fabrik Oscar Schindlers. Daneben erfahren nach dem Motto „Vergangenheit und Gegenwart“ die Jugendlichen aber auch Krakau als lebendige, multikulturelle Stadt. Bis heute haben an diesen Fahrten 750 Schülerinnen und Schüler teilgenommen, haben nach der Rückkehr ihre Erfahrungen auf unterschiedliche Weise verarbeitet und an Eltern oder Freunde weitergegeben.

Alle, so die beiden Lehrer, waren bewegt und betroffen, und die Schule leiste so einen Beitrag dazu, dass „sich jede Generation ihr demokratisches Bewusstsein selbst erarbeitet“.

Kosten: 29.000 Euro

Die Vortragenden rechneten dem Ausschuss vor, dass bei Kosten von rund 29.000 Euro und 120 teilnehmenden Schülern pro Jahr auf jeden teilnehmenden Schüler 250 Euro entfallen. Bislang habe man die Fahrten dennoch ermöglichen können unter anderem mit jährlich 5000 Euro von der Stiftung „Erinnern ermöglichen“.

Diese Stiftung gebe es nicht mehr, und die Bitte der Schule an die Stadt laute, diesen Betrag zu übernehmen und damit ein „nachhaltiges, menschenfreundliches Miteinander in Geilenkirchen“ zu ermöglichen. Zu sehen sei die Förderung auch vor dem Hintergrund, dass neben Bürgern der Stadt künftig auch Realschüler und Gymnasiasten an den Fahrten teilnehmen können sollen.

Bei den Mitgliedern des Kulturausschusses rannten die Pädagogen offene Türen ein, wie die Reaktionen nach dem Vortrag zeigten. Das Lob für das Projekt war ebenso einhellig wie die Feststellung, 5000 Euro seien keine Unsumme. Allerdings kann der Kulturausschuss solche Zuschüsse nicht vergeben. Deshalb fasste man einstimmig den Beschluss, eine entsprechende Zuschussempfehlung an den Haupt- und Finanzausschuss zu richten.

Die Bedeutung des Auschwitz-Projektes machte aus persönlichem Erleben – seine Tochter hatte an einer Studienfahrt teilgenommen – CDU-Sprecher Max Weiler klar: „Kinder, die von einer solchen Fahrt zurückkehren, sind verändert!“

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