Fachmärkte sollen Umsätze zurück holen

Von: Markus Bienwald
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Etwa 50 Interessierte waren zur Diskussionsrunde über ein mögliches Fachmarktzentrum für Ubach-Palenberg in die ehemalige Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums (CMC) gekommen. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Vor rund drei Wochen sind die Planungen für ein mögliches Fachmarktzentrum am Wasserturm vom Investor und Betreiber ITG erstmals konkret vorgestellt worden. Die Aktionsgemeinschaften aus Palenberg und Übach nutzten am Donnerstag in der alten Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums (CMC) die Gelegenheit, zusammen mit den Planern tiefer in die Materie einzudringen.

Hintergrund bleibt weiterhin, dass die Umsätze in Übach-Palenberg von 111 Millionen Euro im Jahr 2001 über 108,9 Millionen Euro in 2003 und 105,1 Millionen Euro in 2005 aktuell auf 91,1 Millionen Euro gesunken sind. Auch liegt die Kaufkraft in der Stadt nach Ansicht von Experten unter dem Bundesdurchschnitt und werde zudem nicht vollständig in Übach-Palenberg umgesetzt.

„Es ist in meinen Augen eine große Chance, denn wir müssen aufholen und es wettmachen”, kommentierte der Vorsitzende des Aktionskreises „Pro Übach”, Peter Peetz. Gerade vor möglichen Bauten in Geilenkirchen und Setterich wie auch in Landgraaf sei mindestens ein „Gleichstand” zu schaffen, so Peter Peetz.

Erschreckende Zahl

„20 Millionen Euro Umsatz, die hier in Übach-Palenberg weniger getätigt werden - eigentlich eine erschreckende Zahl”, kommentierte Helmut Berends von der ITG aus Düsseldorf. Er stellte kurz die Planungen vor und betonte, dass Übach-Palenberg sich in der Rolle eines Mittelzentrums befinde. „Aufgabe eines Mittelzentrums ist es, Kaufkraft aus dem Umland zu binden”, sagte Helmut Berends, „doch in Übach-Palenberg sind diese Zahlen nicht befriedigend und zeigen, dass man Potenzial aktivieren kann.”

Rund 790 Parkplätze

Nach seiner Ansicht könnte das Fachmarktzentrum mit SB-Warenhaus und einigen Fachmärkten samt kleinerer Verkaufsläden und etwa 790 Parkplätzen dazu beitragen, „dass hier eine Mitte entsteht und beide Stadtteile zusammenwachsen können”. Und wenn die viel beschworene „Einkaufsqualität” stimme, könne sich ein Mittelzentrum wie Übach-Palenberg auch im Vergleich zu Oberzentren behaupten.

Dazu müssten die Umsätze im Fachmarktzentrum „stimmig” gemacht und gleichzeitig die Stadt attraktiviert werden. „Wenn dieses Objekt gebaut wird, soll es dazu beitragen, dass Sie alle von dieser Geschichte profitieren können”, schloss Helmut Berends mit Blick auf die rund 50 Anwesenden.

Alt-Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll anerkannte das Fachmarktzentrum als „zukunftsweisend” und sah eine „Vielzahl von Arbeitsplätzen” dort gebunden. Klar war den Besuchern an diesem Abend aber auch, dass Übach als Stadtteil viel besser an ein mögliches Fachmarktzentrum von Übach-Palenberg angebunden sein würde.

Verbindung zu Fuß

Eine fußläufige Verbindung von der Friedrich-Ebert-Straße, wie sie schon vor Jahren einmal Thema im Stadtmarketing war, regte hierzu der Vorsitzende im Stadtmarketing-Ausschuss, Heiner Weißborn, an. „Ich bin mir sicher, dass wir diese Chance nutzen sollten”, betonte er, und sah dies mit Blick auf mögliche Investoren in der Stadt als weiteren Pluspunkt an.

Es fehlt „der Magnet”

„Ich bin sehr skeptisch, weil wir der Meinung sind, dass kein Mensch nach Palenberg kommt”, befürchtete der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Palenberg, Manfred Latour. Er sah nach der Umsetzung einen geschlossenen Rewe-Markt im Zentrum von Palenberg, dem dann „der Magnet” fehle. „Aber wenn es kommt, dann muss sehr viel passieren, auch seitens der Stadt”, regte Manfred Latour an, „und auch die Hausbesitzer müssen mit in die Planungen eingebunden werden.”

Patentrezepte konnte Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch in diesem Zusammenhang nicht anbieten. „Doch wenn wir sitzenbleiben und nichts tun, dann wird die Kurve der Umsatzrückgänge weiter fortschreiten”, war er sich sicher.

Peter Peetz erinnerte darüber hinaus an die Konkurrenz im Umfeld Übach-Palenbergs. Er sprach sich deutlich für die Ansiedlung am Wasserturm aus, allein im Konkurrenzverhältnis beispielsweise zu Geilenkirchen oder Landgraaf bestehen zu können. „Und es wird auf jeden Fall schlechter”, schloss er, „wenn es nicht kommt, als würde es kommen.”
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