Exzellente Virtuosen im Duett vereint

Von: Johannes Gottwald
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Zwei exzellente Virtuosen im Duett vereint: Jeremias Mamaghani und Iva Jovanovic interpretierten neben solistischen Vorträgen auch die vierhändige f-moll-Fantasie von Franz Schubert. Foto: Gottwald

Geilenkirchen. Der Volkstrauertag gehört zu den Anlässen im Jahr, die zur Stille und Nachdenklichkeit einladen. Dementsprechend war auch das erste Klavierkonzert des Vereins „GK-Kulturgut! – Kunst & Kultur in Geilenkirchen“ nicht auf effektvollen Glanz, sondern eher auf Ernst und Gefühlstiefe angelegt.

Leider hatten sich nur etwa 30 Besucher im Bürgersaal des Hauses Basten eingefunden, aber auf sie wartete ein hoher Kunstgenuss.

Den ersten Teil des Programmes gestaltete der deutsch-iranische Amateur-Pianist Jeremias Mameghani. Vom Hauptberuf her Rechtsanwalt, spielt er dennoch schon seit dem vierten Lebensjahr Klavier und errang im Jahre 2000 einen 1. Preis beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Nach Abschluss seines Jura-Studiums absolvierte er auch eine pianistische Ausbildung an der Hochschule Wuppertal, gewann verschiedene weitere Wettbewerbe und konzertiert heute regelmäßig im In- und Ausland.

Eröffnet wurde das Programm mit den vier Improptus D 899 von Franz Schubert. Für manchen Hörer überraschend war die relativ große formale Anlage der Stücke, bei denen es sich nicht etwa um kurze Miniaturen, sondern um breit auskomponierte Gebilde handelte.

Wuchtig und getragen zog das erste Improptu vorüber, das zweite begann in lichterer Stimmung, endete aber ebenso in schwermütigem Moll. Im dritten Stück in der ungewöhnlichen Tonart Ges-Dur kam die ganze Palette Schubert‘scher Lyrik zum Vorschein, während die letzte Nummer wohl zu den bekanntesten Klavierstücken Schuberts überhaupt gehört.

Noch weitaus höhere technische Ansprüche stellte das „Valée d‘ Obermann“ von Franz Liszt. In diesem großangelegten Programmstück schildert der Komponist die Gefühle eines Wanderers, der sich in den Schweizer Alpen auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens befindet.

Liebeskummer, Hoffnung, Resignation und Lebensüberdruss finden in abwechselnd stürmischen, aber auch zarten Gefühlsaufwallungen Ausdruck – zweifellos hat Liszt hier auch persönliche Empfindungen mit verarbeitet. Hier erwies sich Mameghani als exzellenter Könner, der in jeder Hinsicht professionelles Niveau erreichte.

In Köln und Essen studiert

Der zweite Teil des Konzertes gehörte zunächst Iva Jovanovic. Im Gegensatz zu Mameghani ist sie Berufspianistin und hat an den Hochschulen in Köln und Essen studiert. Schon mit neun Jahren gewann sie den Nikolai-Rubinstein-Wettbewerb in Paris und erhielt später zahlreiche weitere Auszeichnungen.

Mit der Humoreske op. 20 von Robert Schumann hatte sie sich eine Riesenaufgabe gestellt, denn dieses etwa halbstündige, vielsätzige und überaus abwechslungsreiche Werk erfordert nicht nur eine ausgereifte Spieltechnik, sondern auch viel Gestaltungskraft. Alle diese hohen Anforderungen wurden von Iva Jovanovic auf souveräne Art und Weise gemeistert, so dass die Hörer ein überaus fesselndes Stück Musik erlebten.

Im letzten Teil des Programmes war nochmals Schubert vertreten, zumal im kommenden Jahr dessen 220. Geburtstag begangen wird. Bei der vierhändigen Fantasie f-moll D 940 musizierten Iva Jovanovic und Jeremias Mameghani gemeinsam und zeigten dabei, dass sie nicht nur vorzügliche Solisten, sondern auch ein perfekt aufeinander abgestimmtes Duo sind.

Das vierteilige, fast wie eine freie Klaviersonate gestaltete Werk wurde so ebenfalls zu einem eindrucksvollen musikalischen Erlebnis. Viel herzlicher Beifall und eine Zugabe rundeten den vorzüglich gelungenen Klavierabend ab.

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