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Experten diskutieren über die Gefahren durch Tihange

Von: tp
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Sichtbarer Protest: Viele Aachener Geschäfte, hier die Mayersche Buchhandlung, beziehen derzeit klar Stellung gegen Tihange.

Geilenkirchen. „Ich wundere mich, dass es im Kreis Heinsberg noch so ruhig ist“, sagt Jürgen Benden. Der Fraktionsvorsitzende der Geilenkirchener Grünen meint die Proteste in der Region gegen das Atomkraftwerk im belgischen Tihange.

In der Tat ist Aachen mit dem dortigen Aktionsbündnis Ursprungsort der Proteste. Viele Händler der Aachener Innenstadt protestieren gerade mit eindeutigen Plakaten in vielen Schaufenstern gegen den umstrittenen Reaktor. Auf politischer Ebene klagt die Städteregion Aachen beim belgischen Staatsrat gegen den umstrittenen Meiler Tihange 2 bei Lüttich.

Der Kreis Heinsberg will die von der Städteregion angekündigten Klageverfahren unterstützen. So sieht es ein Antrag der CDU-Mehrheitsfraktion vor. Darüber bestand in einer Runde des Landrates mit den Vorsitzenden aller im Kreistag vertretenden Fraktionen Einvernehmen.

Die Geilenkirchener Grünen wollen das Thema jetzt noch stärker in den Fokus rücken. Benden und seine Kollegen tun das mit einer hochkarätig besetzten Veranstaltung in den neuen Räumen des Bürgertreffs in Geilenkirchen.

Zur Diskussion am kommenden Montag, 29. Februar, werden Jörg Schellenberg, Sprecher des „Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie“, Dr. Wilfried Duisberg („Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges – Ärzte in sozialer Verantwortung“), Oliver Krischer stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag sowie der Landrat des Kreises Heinsberg Stephan Pusch (CDU) erwartet.

„Ein hochkarätig besetztes Podium war uns sehr wichtig“, sagt Benden. Wie gefährlich ist der Reaktor? Wie steht es um den Katastrophenschutz im Kreis Heinsberg? Diese und viele weitere Fragen sollen beantwortet werden. „Wir müssen den Bewohnern des Kreises klarmachen, dass war nicht auf einer Insel der Glückseligkeit leben. Wir wären bei einem Störfall genauso betroffen“, sagt Uwe Eggert, Parteikollege von Benden. Schlappe zehn Kilometer Luftlinie weiter von Tihange entfernt als Aachen liege Geilenkirchen, fügt Benden hinzu.

Ziel der Diskussionsrunde sei einzig und allein die Information. „Wir möchten, dass die Bevölkerung weiß, wie im Fall der Fälle die Abläufe wären. Wenn das in Aachen ein Thema ist, dann auch hier bei uns“, sagt Benden, der selbst schon in Tihange war und dort an Demonstrationen gegen den Reaktor teilgenommen hat.

Keine „Schönwetterveranstaltung“ solle es werden, wünschen sich die beiden Kommunalpolitiker, auch kein rein grün-gefärbter Abend. Jeder Interessierte ist in den Bürgertreff eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Eintritt kostet der Abend ebenfalls nicht.

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