Ewig Reisender sucht seine Heimat: Kellertheater probt für „Odysseus“

Von: Markus Bienwald
Letzte Aktualisierung:
6194259.jpg
Das Kellertheater probt zwar nun in einem ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude, doch der Genuss, die muntere Truppe mit „Odysseus“ zu sehen, wird sicherlich viele Menschen nach Geilenkirchen locken. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. „Moment mal, das ist doch kein Keller“, könnten sich findige Gäste denken, die dem Ensemble des Kellertheaters der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg bei den Proben zuschauen. Denn das hier ist oder besser war garantiert mal ein Stall oder eine Halle, die für die landwirtschaftliche Produktion in Gangelt-Vinteln errichtet wurde.

Doch das ist Geschichte, denn Monika Brinkmann und Christian Wies leben hier. Beide sind auch beim Kellertheater aktiv, und da wurden die Proben kurzerhand in den idyllischen Ortsteil Gangelts verlagert. Vielleicht könnten es manche Menschen ja als kleine Odyssee empfinden, eigens nach Vinteln zu fahren. Passenderweise hat sich das rührige Ensemble, das seit vielen Jahren einen festen Platz im Theaterkalender der Region und darüber hinaus hat, als sein neuestes Projekt die Komödie „Odysseus“ von George Isherwood ausgewählt.

Jahrelang auf Irrfahrt

Der spannende und witzige Grundstein für die Geschichte ist schnell gelegt, als Odysseus (Winfried Weckert) nach 20-jähriger Irrfahrt auf der kleinen, von den Phäaken bewohnten Insel strandet. König Alkinoos (Frank Rimbach) ist ein Herrscher von Schrot und Korn, denn er ist mehr Lebemann und Waffenhändler als Repräsentant, und auch seine lebhaften Töchter Prinzessin Nausi (Pia Mackenstein) und Mavro (Monika Brinkmann) haben es in sich.

Am Hofe des Despoten eingetroffen, erzählt der nun gealterte Seefahrer, wie er als junger Odysseus (Wieland Erbsch) in den Trojanischen Krieg zog und dafür seine geliebte Frau Penelope (Adi Limburg) und den kleinen Telemach (Raphael Baumeister) auf der Heimatinsel Ithaka zurücklassen musste. Seitdem sucht der ewig Reisende nach seiner Heimat, und seine Gattin muss sich der sehr drängenden Wünsche ihrer Freier erwehren, die Odysseus für tot erklären lassen wollen.

Natürlich ergeben sich aus dieser historisch-komödiantischen Gemengelage jede Menge schöne Verwirrungen und komische Situationen, die in weiteren Rollen auch Ute Gerlach (Eurykleia), Christian Wies (Zyklop, Freier), Otti Mommertz (Kalypso, Matrose), Maria Schlicht (Athene) und die Regisseurin Roswitha Grass (Odysseus‘ Mutter) zu Wort kommen lassen. Mit der Grafik und dem Design von Henning Grass und der Beleuchtung und Technik durch Peter Müller ergibt sich so ein Ensemble, das für tolle Theaterabende garantiert.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert