Evangelische Kirche: Gerüste bald wieder abgebaut

Von: g.s.
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Die bauliche Vergangenheit der
Die bauliche Vergangenheit der evangelischen Kirche in Geilenkirchen-Teveren (Bild) wird auf das Jahr 1686 zurückdatiert. Nun ist das Gotteshaus gründlich saniert worden. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen-Teveren. Wenn das Außengerüst in wenigen Tagen entfernt sein wird, kann die evangelische Kirche in Teveren in neuem Glanz erstrahlen. Das historische Gebäude wurde in den zurück liegenden zwei Monaten saniert und instand gesetzt.

Die Geschichte der evangelischen Kirche in Teveren reicht weit in die Vergangenheit zurück. Nachdem Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Stadtkirche in Wittenberg geschlagen hatte, stürzte der Beginn der Reformation die deutschen Länder in den 30-jährigen Krieg. Dieser endete mit dem Westfälischen Frieden, der 1648 in Münster unterschrieben wurde.

Schon zu diesem Zeitpunkt siedelten sich die ersten reformierten Familien in Grotenrath, Scherpenseel und Teveren an.

In einer Chronik ist belegt, dass diese Protestanten im Jahre 1661 für 135 Reichstaler ein Haus - in heute unbekannter Lage - erwarben, das sie zum Predigen nutzten.

Die evangelischen Christen entschlossen sich im Jahre 1686, ein bescheidenes Kirchlein vor dem Dorf zu errichten. Zum Bauprojekt trug damals auch eine Ziegelspende aus den Niederlanden bei. 1750 erwarb die evangelische Gemeinde für 13 Reichstaler eine schöne Kanzel von einem Anbieter aus Maastricht.

Das damalige Strohdach ersetzte die Gemeinde 1779 durch ein festes Ziegeldach. Kurze Zeit später erfolgte die Eingemeindung der Pfarre Teveren in die seit 1720 bestehende evangelische Kirchengemeinde Geilenkirchen-Hünshoven.

Zur 300-Jahr-Feier ertönte 1986 zum ersten Mal eine von der Übach-Palenberger Firma Wilbrand erbaute Orgel. Zum gleichen Zeitpunkt erklang auch das neue Glöckchen aus dem Dachreiter, dessen Vorgängerin im Ersten Weltkrieg als Granate verschossen worden war.

Im Laufe der Jahrzehnte hinterließen Wind und Wetter deutlich sichtbare Spuren an dem alten im Volksmund „Geuse Klomp” genannten Gotteshaus. So wurde kürzlich die Instandsetzung in Angriff genommen, die nun kurz vor dem Abschluss steht. Somit ist gewährleistet, dass in der evangelischen Kirche in Teveren auch spätere Generationen noch Gottesdienste feiern können.

Die Bau- und Sanierungsarbeiten führten Unternehmen aus Geilenkirchen und dem Kreis Heinsberg aus, die sich auf denkmalgeschützte und historische Gebäude spezialisiert haben.

Die denkmalgerechte Umsetzung der Maßnahmen wurde begleitet von der Stadt Geilenkirchen als Untere Denkmalbehörde in Zusammenarbeit mit der verantwortlichen Bauherrin, der evangelischen Kirchengemeinde Geilenkirchen.

Letztere übernimmt auch die Finanzierung, wobei Gesamtkosten von 38.000 Euro kalkuliert wurden. Davon werden 9500 Euro durch das Ministerium für Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen getragen.

Während der Dauer der Sanierung wurde das Gebäude an drei Seiten eingerüstet. Zwischenzeitlich konnte die Giebelwand der Westseite mit dem Dachstuhl verankert und durch Aufmauerung zusätzlich stabilisiert werden. Die Außenwände wurden neu verfugt, an der Ostseite umfassten die Arbeiten das Beseitigen von Rissen und die Sanierung eines alten Kamins.

Dabei kamen Spiralanker aus Edelstahl als Rissüberbrückung in den Fugen zum Einsatz. Eine große Anzahl defekter Steine wurden durch neue, dem Denkmalschutz entsprechende Steine ersetzt.

Nun freuen sich die evangelischen Christen aus Teveren und Umgebung über das in neuem Glanz erstrahlende Gotteshaus, das sich zum „Tag des offenen Denkmals” nach einem Gottesdienst präsentiert.

Rechtzeitig zum „Tag des Denkmals” steht die evangelische Kirche in Geilenkirchen-Teveren den Gläubigen und allen Architektur-Interessierten wieder zur Verfügung.

Am Sonntag, 11. September, beginnt um 10.15 Uhr ein feierlicher Gottesdienst. Dem schließen sich um 11.30 Uhr sowie um 15 Uhr Führungen durch die Kirche an. Verbunden damit ist zudem eine Ausstellung.

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