Europäische Klöppelkunst im Schloss Zweibrüggen

Von: Georg Schmitz
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Sabine Pichl (r.) zeigt Bürge
Sabine Pichl (r.) zeigt Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und Gästeführerin Berti Davids-Heinrichs Klöppelarbeiten aus Chantilly-Spitze aus den Jahren 1860 und 1900. Foto: Georg Schmitz

Übach-Palenberg. „Mit dem Klöppel in der Hand kommt man durch das ganze Land”, sagt Sonnhild Grämer. Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Klöppelverbandes weiß, dass der Spruch auf die rund 3000 Mitglieder des in Übach-Palenberg beheimateten Vereins zutrifft.

Denn die Frauen und Männer fahren quer durch Europa, um sich Werke der Klöppelkunst anzuschauen. „Wir Klöpplerinnen sind hart im Nehmen, für schöne Klöppelarbeiten fahren wir meilenweit”, bestätigt Vorsitzende Sabine Pichl.

Pichl schwärmt vom Klöppeln, und es ergibt sich der Eindruck, als wenn sie nur für dieses Hobby leben würde. „Das Klöppeln ist unsere Passion”, so die Vorsitzende. Der seit 29 Jahren bestehende Deutsche Klöppelverband verfüge über eine Sammlung von 1800 Exponaten und auch über eine große Fachbibliothek. 2013 werde das 30-jährige Bestehen in Schönseel/Oberfranken gefeiert, erzählt Sabine Pichl.

Jetzt kamen 100 Mitglieder aus ganz Deutschland von einer zehntägigen Fahrt vom Internationalen Klöppelspitzen-Kongress in Caen/Normandie zurück. Im Schloss Zweibrüggen wurden sie von Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch und der Vorsitzenden des Deutschen Klöppelverbandes empfangen. Verbunden war das Treffen mit der Vorstellung einer seit dem 6. Juli laufenden Ausstellung, die noch bis zum 22. Juli historische, bis zu 300 Jahre alte, handgefertigte Exponate europäischer Klöppelkunst zeigt.

Verführerisch

Es ist die dritte Ausstellung dieser Art, bei den vorausgegangenen Präsentationen standen zeitgemäße Spitzen im Mittelpunkt. „Weiß und Schwarz in alten Spitzen”, lautet der Titel der Ausstellung im Schloss Zweibrüggen, und damit unterscheidet sich die Präsentation vom vergangenen Jahr, wo farbige Spitzen, zum Beispiel in Rot, im Fokus standen.

„Weiße Spitze an farbigen Kleidungsstücken kann sehr elegant wirken und drückt Freude aus”, so die Vize-Vorsitzende Sonnhild Grämer. Weiße Spitze an Tischwäsche wirke sehr edel. Schwarze Spitze sei wandlungsfähig wie das „kleine Schwarze”, das fast jede Frau im Schrank habe und je nach Anlass - elegant, frivol, verführerisch - Verwendung finde. Sabine Pichl hieß die Gäste willkommen und eröffnete ihnen die Möglichkeit, sich in die Spitzenwelt entführen zu lassen.

Adelige Dame dabei

Dazu ließ sich Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch nicht zweimal auffordern. Zusammen mit seiner Frau Gabi Jungnitsch ließ er sich die Entstehung einzelner Arbeiten von Sabine Pichl erklären.

Zuvor hatte Jungnitsch die Gelegenheit nicht ungenutzt verstreichen lassen und den vom OIDFA- Kongress (LOrganisation Internationale de la Dentelle au Fuseau et à l Aiguille) angereisten 100 Frauen und Männern aus ganz Deutschland die Stadt Übach-Palenberg „von der Schokoladenseite” vorgestellt. Als „adelige Dame” hatte Gästeführerin Berti Davids-Heinrichs eingangs einiges über die wechselvolle Geschichte des 224 Jahre alten Schlosses Zweibrüggen erzählt.

Noch bis zum 22. Juli geöffnet

Die Spitzenausstellung im Schloss Zweibrüggen ist noch bis Sonntag, 22. Juli, montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

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