Europa-Union in Mainz und Worms: Blick in die Klostergeschichte

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Geilenkirchen. Dort wo 1984 der Klassiker Umberto Ecos „Der Name der Rose“ zum großen Teil mit dem Hauptdarsteller Sean Connery verfilmt wurde, dort erwartete die fast 30 Geilenkirchener Europafreunde gleich ein Höhepunkt zu Beginn ihrer viertägigen Reise.

Eine Führung durch die ehrwürdige, fast 900 Jahre alte ehemalige Zisterzienserabtei Kloster Eberbach.

Zurückgehend auf die Mission von Bernhard von Clairvaux, herrschte in der Abtei ein streng an den Benediktinerregel orientiertes Klosterleben. Die Mönche lebten über die Jahrhunderte bis zur Auflösung des Klosters im Jahr 1803 von der Arbeit ihrer eigenen Hände. Dieses Arbeitsgebot machte das Klosterleben in Eberbach für Angehörige des Adels unattraktiv. Kein Wunder daher, dass die Mönche über die gesamte Zeit des Klostergeschichte aus nichtadligen Schichten stammten. Mit seinen eindrucksvollen Bauten vor allem aus dem 12. bis 14. Jahrhundert ist Kloster Eberbach eines der bedeutendsten Denkmale mittelalterlicher Baukunst.

Den nächsten Höhepunkt gab es mit der Führung durch die in direkter Nähe zum Kloster Eberbach gelegene Stadt Eltville am Rhein. Mit seinen Titeln Wein-, Sekt-, Rosen- und Gutenbergstadt schmückt sich Eltville als die Stadt Deutschlands mit den meisten Städtetiteln.

Der zweite und dritte Reisetag waren der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz gewidmet. Den Auftakt machte der Besuch des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) auf dem Mainzer Lerchenberg. Mit mehr als 3500 Beschäftigten gehört das ZDF zu den größten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten Europas. Die Gäste begrüßte der stellvertretende ZDF-Chefredakteur und Terrorismusexperte Elmar Theveßen und hatte gleich eine Überraschung für sie bereit. Im Anschluss an die zweistündige Führung durch die diversen Studios und eine Fülle an Informationen lud er die Europafreunde aus der Aachener Region in ein vorbereitetes Studio zur Direktübertragung des Aachener Karlspreises an Papst Franziskus ein.

Während des Nachmittags gewannen die Besucher einen Eindruck, was es für eine Stadt wie Mainz bedeutet, auf eine mehr als 2000 Jahre lange Geschichte zurückzublicken und doch modern zu wirken. Dass der Werbeslogan der Stadt „Mainz – Jung geblieben“ voll berechtigt ist, dafür lieferten das bunte und fröhliche Treiben im Zentrum der Stadt und das harmonische Zusammenwirken der Zeugnisse aus verschiedenen geschichtlichen Epochen den Beweis.

Neben römischen Baukulturen, wie zum Beispiel dem Stadttor oder dem römische Theater, lassen der gewaltige Mainzer Dom und zahlreiche weitere Kirchen sowie die Spuren Gutenbergs das Mittelalter erstrahlen. Festungen, Brunnen und Adelshäuser erinnern an die Renaissance und den Barock. Ein eindrucksvolles Beispiel der Moderne bieten unter anderem die berühmten Chagall-Fenster in St. Stefan.

Den Abschluss der historisch-kulturellen Studienreise in eine bedeutsame Region europäischer Geschichte bildete Worms am Rhein. Die Luther-, Nibelungen- und Hochschulstadt Worms gilt der Forschung nach als die älteste Stadt Deutschlands, ist doch ihre Besiedlung von 7000 Jahren nachgewiesen. Seit dem Jahr 1034 gibt es hier die älteste Synagoge Deutschlands, weshalb Worms auch den Beinamen „Klein-Jerusalem am Rhein“ erhielt.

Bombenangriffe überstanden

Während die Stadt im Februar 1945 fast völlig zerstört wurde, überstand der mächtige Dom, die „Krone der Stadt“, die Bombenangriffe fast unversehrt. So sind auch die seit dem Jahr 1105 bestehenden Kirchtürme, Nachbauten der Türme der Grabeskirche Jesu, als die ältesten Kirchtürme Deutschlands erhalten.

Mit Worms verbindet sich für Historiker und Theologen der standhafte Auftritt Martin Luthers vor Kaiser Karl V. und dem Reichstag im Jahr 1521. Martin Luther weigerte sich hier, seine Lehre zu widerrufen.

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