Geilenkirchen - „Europa erradeln“: Minister macht Halt im Naturpark

„Europa erradeln“: Minister macht Halt im Naturpark

Von: Georg Schmitz
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Vorneweg der NRW-Umweltminister: Johannes Remmel bei seinem Besuch der Teverener Heide im Rahmen seiner Tour „Europa erfahren“. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Sehr beeindruckt zeigte sich NRW-Umweltminister Johannes Remmel von der Teverener Heide. Schon im Vorfeld habe er sich auf den Termin gefreut, wie er sagte, und dafür gerne seine Freizeit geopfert. „Europa erfahren“, lautete das Motto für eine Fahrradtour der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen bei der Europäischen Union.

Zur Tour eingeladen hatte das Ministerium für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW. Am 6. Mai waren ein Dutzend Landesbedienstete in Gladbeck mit Ziel Aachen gestartet.

Die vierte Etappe führte an Christi Himmelfahrt von Geilenkirchen nach Aachen. Die zwölfköpfige Gruppe erreichte von Rheydt kommend bereits am Mittwochabend das City Hotel. Im benachbarten italienischen Restaurant „Carpaccio“ hieß Bürgermeister Thomas Fiedler die Gäste willkommen. Am nächsten Morgen startete die Gruppe zusammen mit Remmel, dem Leiter der Landesvertretung Rainer Steffens und dem Kreis-Heinsberger Bundestagsabgeordneten Norbert Spinrath am Geilenkirchener Bahnhof und fuhr Richtung Heideparkplatz Grotenrath.

Führung durch die Heide„ “ 

Hier wurde das Radelteam vom stellvertretenden Bürgermeister Leonhard Kuhn und dem Vorsitzenden des Nabu-Ortsverbandes Geilenkirchen-Übach-Palenberg, Hans-Georg Bommer, begrüßt. Letzterer übernahm die Führung, stellte den Teilnehmern das Naturschutzgebiet vor. „Die Heide ist ein Schutzgebiet nach FFH-Richtlinien und untersteht EU-Recht“, erläuterte Bommer. FFH steht für Flora-Fauna-Habitat. Bei der Radtour wurden primär Projekte besucht, die aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) oder dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mitfinanziert wurden. Dabei soll die Rolle Europas als Partner Nordrhein-Westfalens bei der Weiterentwicklung des Landes sichtbar werden.

Der mit europäischen Mitteln geförderte Heidenaturpark ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gebiete Rodebach-Roode-Beek, Brunssumerheide und Teverener Heide im Rahmen der Euregionale 2008.

Am Heideparkplatz schwangen sich die Beamten aufs Rad, und auch einige Bürger waren hinzugestoßen. Erstes Ziel war das „einsame Moor“, ein allerdings ziemlich trockenes, aber artenreiches Biotop. „Das ist doch Wollgras“, sagte Remmel und zeigte auf die entsprechende Pflanze, was von Hans-Georg Bommer bestätigt wurde. „Heidemoore müssen als Offenlandgebiete erhalten bleiben“, mahnte der Nabu-Vorsitzende. Von ihm erfuhren die Mitradler vieles über Flora und Fauna in der 450 Hektar großen Teverener Heide. „Hier wurden alleine 45 Arten von Libellen nachgewiesen“, sagte Bommer. Dies sei wohl einmalig, in ganz Deutschland gebe es 72 Arten. Überhaupt fänden sich in der Heide viele seltene Insekten und Pflanzen, unter anderem die Waldgrille und der Ameisenlöwe. Remmel erfuhr, dass viele der Tiere auf der Roten Liste zu finden, einige sogar vom Aussterben bedroht sind.

Später machte die Gruppe Halt am „Wigglewak“, einem Feuchtbiotop mit einem kleinen See, an dessen Rand auch der Sonnentau zu finden ist. „Wigglewak muss ein uralter Name sein, dessen Ursprung ich bisher noch nicht deuten kann“, sagte Bommer. Was von Spaziergängern immer wieder bemängelt wird, erlebte auch die Gruppe hautnah: Hundehalter, die ihren Vierbeinern freien Lauf lassen. Ein Paar ließ sich sogar hinter der Absperrung am Wegesrand nieder und warf Stöckchen in ein naturbelassenes Areal, in dem auch seltene Bodenbrüter zu finden sind. Woraufhin der Hund, der zuvor sogar ein Bad in einem der Seen genommen hatte, kreuz und quer durch abgesperrtes Terrain lief. Da konnte selbst der Minister nur den Kopf schütteln.

Dann stand eine Stärkung in Form von Schnitzeln und Kartoffelsalat bereit, bevor sich die Teilnehmer durch die Brunssumerheide über Herzogenrath nach Aachen auf den Weg machten. Hierbei schloss sich auch ein niederländischer Minister an. Am gestrigen Freitag ging es weiter zum Grenzübergang „Köpfchen“.

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