Europa ein Erfolgsmodell „im Regeln der kleinen Dinge“

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
7609980.jpg
Mit (v.l.) Peter van Dijk, Landratskandidat Ralf Derichs, dem Präsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Karl-Heinz Lambertz, Marijke Clerx und Rainer Mansel war die Talkrunde am Gangelter Weiher besetzt. Zuvor hatte Bürgermeister Bernhard Tholen die Gäste zum Eintrag ins Gästebuch der Gemeinde empfangen. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Den europäischen Schulterschluss in Sachen Politik gibt es bei den Genossen auf allen Seiten der Grenzen in unserer Region schon lange. Am Samstagnachmittag war in Gangelt Karl-Heinz Lambertz von der belgischen SP als Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens zu Gast.

Bevor es losging, durften sich die vielen Zaungäste an der Musik von „Needle & Salt“ mit Paul Jeurissen und Thomas Schneider erfreuen. Die Gangelter SPD lockte nicht nur mit Sang und Klang. Im Infocenter am Kahnweiher bat Ortsverbandsvorsitzender Rainer Mansel neben Landtagskandidat Ralf Derichs auch Marijke Clerx und Peter van Dijk von der niederländischen Schwesterpartei PvdA (Partij van de Arbeid) zur Gesprächsrunde über Europa.

„Ein Problem ist, dass die vielen Vorteile, die uns Europa bringt, nicht so im Bewusstsein der Menschen präsent sind“, meinte Rainer Mansel zu Beginn. Dem stimmte Karl-Heinz Lambertz zu, sah die EU als ein „weltweit beachtetes Erfolgsmodell“ an, nicht nur, weil es dazu beitrug, kriegerische Auseinandersetzungen auf diesem Terrain seit gut 70 Jahren zu verhindern.

Lambertz richtete sich auch gegen die Tendenz, die EU schlechtzureden: „Hier sind ein paar grundsätzliche Dinge falsch gelaufen“, meinte er. So könne beispielsweise eine gemeinsame Währung nicht ohne gemeinsame Politik funktionieren.

Bessere Erklärungen

„Das kann nur schiefgehen“, meinte der belgische Sozialdemokrat. Zwar sei die EU wirtschaftlich auf einem guten Weg, doch teilweise sei der gemeinsame Nenner „nur mit der Lupe“ erkennbar.

„Europa ist eine große Wirtschaftsmacht, die groß darin ist, kleine Dinge zu regeln, und es nicht schafft, große Politik zu machen.“ Peter van Dijk betonte aber, dass den Menschen besser erklärt werden müsse, was Europa ausmache. „Wir müssen versuchen, mit den Nachbarn aus Belgien und Deutschland grenzüberschreitend in Projekten zusammenzuarbeiten“, unterstrich er.

Ralf Derichs sah den Kreis Heinsberg als besonderen Standort, um über Europa zu diskutieren. „Vieles von dem, was heute normal ist, wird als selbstverständlich betrachtet. Das ist es aber nicht“, unterstrich der Zollbeamte. Der Weg zum Zusammenleben erfordere immer wieder neue Schritte, wie beispielsweise das erst kürzlich unterzeichnete Abkommen über den grenzüberschreitenden Einsatz von Rettungsdiensten. Auch die Schwierigkeiten von Grenzpendlern, die auf der einen Seite der Grenze wohnen und auf der anderen Seite arbeiten, müssten Berücksichtigung finden, schloss Ralf Derichs.

„Zusammen anpacken“

Marijke Clerx griff das Thema auf und sah Arbeit als einen Kern der euregionalen Zusammenarbeit an: „Wir müssen in der Euregio die Gelegenheit nutzen, um zusammen Schwierigkeiten anzupacken und aufzulösen, um zu zeigen, wichtig Europa und internationale Zusammenarbeit sind.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert