Erlöserkirche widmet sich Karl Mays Winnetou

Von: Andrea Schever
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Mit den vier Lektorinnen (v.l.) Karin Dulz, Renate Krückel, Ursula Lochter und Dagmar Windmüller gestaltete Pfarrer Christian Justen (m.) einen interessanten und kurzweiligen Literaturgottesdienst zu Karl Mays „Winnetou“. Foto: Andrea Schever

Übach-Palenberg. Pfarrer Justen sagte den Besuchern in der Erlöserkirche am Samstag gleich zu Beginn, dass es viele erstaunte Rückfragen dazu gab, ob man denn wirklich einen Gottesdienst über Karl Mays Winnetou gestalten könne. Dass es wirklich geht und dabei auch noch stimmig und interessant werden kann, bewies er in den darauf folgenden anderthalb Stunden zusammen mit vier Ehrenamtlerinnen beim Literaturgottesdienst.

Im Rahmen der „besonderen Gottesdienste“, die immer am zweiten Samstag des Monats gefeiert werden, war der Western-Klassiker eines der bekanntesten deutschen Schriftsteller der thematische und musikalische Mittelpunkt. An die Stelle der Bibel-Lesung traten in diesem Gottesdienst Erklärungen und Auszüge zu und aus Karl Mays berühmtem dreibändigen Werk.

Schlüsselszenen wie die erste Begegnung von Winnetou und Old Shatterhand oder auch die später vollzogene Blutsbrüderschaft konnten sich vor dem inneren Auge der Zuhörer entwickeln, während ein Überblick über Karl Mays Biografie dabei half, ein besseres Verständnis für den umstrittenen Autoren und dessen Erfolg zu bekommen.

Denn erst nach einer Lehrtätigkeit und mehreren Gefängnisaufenthalten, während derer er schon erste Kurzgeschichten rund um Indianer entwickelte, legte May einen steilen Aufstieg in der Literaturszene hin. Er erreichte mit seinen Romanen unzählige junge und alte Leser.

Was bei der tieferen Betrachtung von Karl Mays Werken jedoch auffällt, so erklärten die Lektorinnen: „Je älter Karl May wird, umso friedfertiger und edler werden seine Helden.“ Er erzähle nur noch vordergründig die Abenteuergeschichten, während er eigentlich eine Utopie mit dem Leitsatz „Ein jeder Mensch soll der Engel eines anderen Menschen sein“ zu entwerfen versuche.

Seinem Ideal, dass Böses nur mit Gutem bekämpft werden kann, folgten auch seine stets maßvollen, gnädigen und friedfertigen Helden – wenn May es mit seiner unsteten Biografie schon nicht selber vorleben konnte. Auch das Glaubensbekenntnis, das May 1906 verfasste, zeigt, dass der Autor stets an Liebe, Verbrüderung und Gemeinschaft glaubte und nach deren friedvoller Umsetzung strebte.

Passende Wechsel

Vorbereitet worden war dieser Gottesdienst von Pfarrer Christian Justen – selbst bekennender Karl May-Leser. Dank der ehrenamtlichen Lektorinnen Renate Krückel, Karin Dulz, Dagmar Windmüller und Ursula Lochter, denen der Pfarrer auch herzlich für ihre Hilfe dankte, konnten die zahlreichen, aber nicht überfordernd vielen Texte in passenden Wechseln vorgetragen werden. Verabschiedet wurden die Gläubigen ebenfalls mit Worte von Karl May aus seinem Werk „Et in terra pax“, die ihnen rieten, ihr Evangelium und die Liebe in die Welt zu tragen und sich für Völkerfrieden und ein Paradies auf Erden einzusetzen.

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