Kreis Heinsberg - Erkelenzer Erfolgsautor: Zweiter Teil des Bestsellers auf dem Markt

Erkelenzer Erfolgsautor: Zweiter Teil des Bestsellers auf dem Markt

Von: Rainer Herwartz
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Jörg Nießen hofft, mit dem z
Jörg Nießen hofft, mit dem zweiten Teil die Erfolgsgeschichte des ersten fortschreiben zu können.
Foto: Rainer Herwartz

Kreis Heinsberg. Man stelle sich folgende Situation vor: Es klingelt an der Haustür. Eine vornehme Dame öffnet und begrüßt den eintretenden Rettungsdienst mit den Worten: „Schauen Sie sich mal diese Sauerei an!” Gleichzeitig weist sie mit der Hand auf ihren Ehemann, der sich kurz zuvor mit einer doppelläufigen Flinte in den Kopf geschossen hat.

Was so klingt wie ein Part aus dem Drehbuch zur Horror-Comedy-Serie „The Addams Family”, ist jedoch makabere Realität und nur eine von zahlreichen kuriosen Geschichten, die Jörg Nießen in seinem Job als Berufsfeuerwehrmann und Rettungsassistent erlebt hat. Der für ihn unvergesslich gebliebene Begrüßungssatz wurde denn auch gleich zum Titel seines vor zwei Jahren veröffentlichten Bucherstlings, der sich bislang 150.000 Mal verkaufte und die Bestseller-Liste des „Spiegel” stürmte.

Jetzt legt der 37-jährige Erkelenzer nach - mit „Die Sauerei geht weiter”.

Das neue Buch ist erst seit wenigen Tagen auf dem Markt, und schon sitzt Jörg Nießen zum Interview bei Markus Lanz im ZDF-Studio. Wieso? „Aufgrund des großen Erfolges des ersten Buches hat er gesagt, ,Du kannst auch den zweiten Teil bei mir vorstellen”, erklärt Nießen. Die erste Einladung sei erst ein Jahr nach dem Buchstart erfolgt, als sich der Riesenerfolg abzeichnete.

Eine Entwicklung, die niemand in seinen kühnsten Träumen geahnt hatte, weder er selbst noch sein Verlag. „Meine Freundin Marion ist eigentlich der Ursprung des Ganzen.” Nach dem sie sich von seinen Erzählungen langsam ein wenig genervt fühlte, habe sie irgendwann gesagt: „Ich kann es nicht mehr hören, schreib es endlich auf.” Das war der Anstoß zu einer sensationellen Erfolgsgeschichte - genauer gesagt zu 20 skurril-humorvollen Geschichten, die Jörg Nießen in loser Folge innerhalb eines Jahres zu Papier brachte.

Im zweiten Teil sind es wieder 20. „Es sind immer geschlossene Geschichten, die ohne medizinisches Fachwissen lesbar sind. Es ist kein Sachbuch und dient einzig und allein der Unterhaltung.” Gerade deshalb ist der gebürtige Heinsberger, der auch in der Kreisstadt die Schule besuchte, immer wieder amüsiert, wenn er seinen Buchtitel in einer Sachbuchliste wiederfindet oder in der Rubrik Lebensberatung.

In den neuen „wahren Geschichten vom Lebenretten” verarbeitet Nießen nicht ausschließlich neue Erlebnisse. „Ich schöpfe aus einem Pool von schätzungsweise 80 Geschichten”, sagt er. Nicht alle könne er jedoch verwenden, weil er aus Prinzip zum Beispiel nichts aus dem Obdachlosenmilieu berichten möchte und sich zudem manche Ereignisse nicht so verfremden ließen, dass nicht doch gleich jeder wisse, wo es sich zugetragen habe.

Letzteres ist übrigens auch der Grund, warum der Erkelenzer, der immer noch in seinem angestammten Beruf arbeitet, ungern darüber spricht, wo sich seine Dienststelle befindet. Nur so viel: bei den Kollegen auf der Wache sei die Resonanz auf sein Buch stets positiv gewesen.

Eines gibt er jedoch zu: „Ich habe jetzt ein bisschen die Unschuld verloren. Beim zweiten Buch ist natürlich eine große Erwartungshaltung da.” Selbige drückt sich auch in der Auflage aus. Startete die Erstauflage noch mit 5000 Exemplaren, die dann schon in 14 Tagen vergriffen waren, so geht der Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf jetzt gleich in 20.000er-Schritten vor.

80 Prozent Zuspruch und 20 Prozent Ablehnung, so beschreibt Nießen das Feedback, das er bislang auf seine Erzählungen erfahren habe. „Der Rettungsdienst ist keine humorfreie Zone. Es gibt allerdings Menschen , die das anders sehen. Eine Portion schwarzer Humor macht es sicher leichter, sich mit den Geschichten anzufreunden, als wenn man eher einen biederen Humor besitzt.”

Oftmals sei er auch mit Zweifeln an seiner Glaubwürdigkeit konfrontiert worden. Man habe ihm vorgeworfen, manches wohl nur erfunden zu haben. Darauf antwortet Nießen dann stets: „Die Fantasie des Lebens ist bei weitem größer ausgeprägt als meine eigene.”

Ein drittes Buch schließt er dennoch nicht aus. „Ich mach das nicht von den Verkaufszahlen abhängig. Es gibt zwei, drei Projekte, die ich mir vorstellen könnte, die ich aber noch nicht verraten möchte.”

Eines stehe jedoch jetzt schon fest: „Sicherlich ist kein Gedichtband von mir zu erwarten. Es wird sich schon alles um Feuerwehr und Rettungsdienst drehen.” Vielleicht steht ja ein neues „Erfolgsmärchen” ins Haus.

Jörg Nießen liest am Donnerstag, 13. September, 20 Uhr, in der Buchhandlung Gollenstede aus seinem Buch „Die Sauerei geht weiter”. In Heinsberg stellt er im Beisein seines Berliner Verlages seine neuesten Geschichten vor. Die erprobte Crew um Frank Ollertz umrahmt diesen Abend mit Jazzimprovisationen. Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen und in den Ticket-Shops des Zeitungsverlages Aachen.
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