Ergotherapeutin setzt Neurofeedback bei ADHS ein

Von: Udo Stüßer
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Die Ergotherapeutinnen Jutta Graab-Ehlig (links) und Lydia Scharf setzen bei der Behandlung von Konzentrationsstörungen auf Neurofeedback. Dabei werden Hirnwellen erfasst und an den Computer weitergegeben. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Zu uns kommen Kinder, die an ihrer Lebens- und Lernsituation etwas ändern wollen.” Jutta Graab-Ehlig, staatlich anerkannte Ergotherapeutin, hat täglich mit Kindern zu tun, die wenig Bewegung haben, wenig soziale Kontakte, wenig Problemlösung im Alltag kennen.

Probleme treten dann in der Schule auf, den Alltag können die Mädchen und Jungen oft nicht mehr organisieren. „Selbstständigkeit ist ein ganz großes Thema in der Ergotherapie. Manche Schulkinder sind beispielsweise nicht in der Lage, die Schuhe zu binden.” Jutta Graab-Ehlig, Inhaberin einer ergotherapeutischen Praxis in Wassenberg und in Geilenkirchen, und ihre Kollegin Lydia Scharf, als Ergotherapeutin fachliche Leiterin der Geilenkirchener Praxis, berichten: 50 Prozent ihrer Patienten sind Kinder.

Während Erwachsene überwiegend nach neurologischen Erkrankungen, nach einem Schlaganfall oder infolge von Multipler Sklerose hier behandelt werden, kommen Kinder mit Bewegungs-, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. „Die Belastung der Kinder nimmt zu. Sie geraten unter Druck und Stress. Mit den Anforderungen können sie nicht mehr umgehen. Konzentrationsstörungen und Migräne sind die Folgen”, sagt Jutta Graab-Ehlig. Oft, so die beiden Therapeutinnen, tauchen erste Probleme im Kindergartenalltag auf, werden allerdings nicht immer erkannt. Die erste Diagnose wird meist während der Grundschulzeit gestellt, manchmal erst im Jugendlichen-Alter.

Es sind aber nicht immer nur die hohen Anforderungen, die zu Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen führen. „Veränderte Lebensbedingungen in der Familie können die Symptomatik verstärken”, sagt Graab-Ehlig, die auch genetische Ursachen kennt.

Ein ganz großes Thema in der Ergotherapie ist ADHS, eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, „ein ganz komplexes Krankheitsbild”, wie Jutta Graab-Ehlig und Lydia Scharf es unisono ausdrücken, die mit Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität (zappelige Kinder) und Impulsivität (aufbrausendes Verhalten, soziale Störungen) einhergehen.

Hat der Arzt die Diagnose gestellt und den Patienten an die Therapeuten überwiesen, erfolgt nach einem Elterngespräch, nach der Diagnostik und der Zielformulierung die Therapie. Dabei versuchen die Therapeutinnen beispielsweise herauszufinden, in welchen Situationen sich das Kind am besten konzentrieren kann. Eines steht dabei fest: „Das Gehirn lernt durch Motivation und positive Erfolgserlebnisse. Leistungsdruck belastet das Lernen”, sagt Jutta Graab-Ehlig. Sie hat das Ziel, das Kind in seinem Selbstbewusstsein zu stärken und Stärken und Schwächen miteinander zu verbinden.
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