Geilenkirchen - Ente und GK sind zwei wie Huhn und Ei

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Ente und GK sind zwei wie Huhn und Ei

Von: Stefan Schaum
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Starkes Trio: Fahrerin Elke Po
Starkes Trio: Fahrerin Elke Popp liebt ihre Ente und deren GK-Nummernschild. Foto: Schaum

Geilenkirchen. Die Sache mit ihrer Ente und dem „GK”-Kennzeichen verhält sich für Elke Popp so, wie das mit dem Huhn und dem Ei - eins geht nicht ohne das andere.

„Ohne dieses Kennzeichen wäre das Auto schon längst auf dem Schrottplatz gelandet”, sagt die 66-Jährige. Doch hätte sie den Wagen bloß für einen einzigen Tag abgemeldet, wäre das schöne alte Nummernschild für immer futsch gewesen. Das hätte sie nicht übers Herz gebracht. Und so bilden sie bis heute eine Einheit, der cremefarbene Citroën 2CV und das kleine GK. Aufmerksamkeit ist Elke Popp gewiss, wenn sie mit den beiden unterwegs ist. Ein Blickfang ist dieses Gespann nämlich immer.

„Ist schon lustig, wie interessiert die Leute mir immer hinterherschauen”, sagt die Entenmama. Erst wandern die Blicke auf das Auto mit seinen nostalgischen Blechkurven und dem Faltdach, das Elke Popp im Sommer gern öffnet, dann fällt er auf das Kennzeichen. „Dann schmunzeln die meisten oder heben anerkennend den Daumen”, sagt die Fahrerin.

Klar, dass sie solche Blicke genießt. „Wenn ich mit der Ente unterwegs bin, hab ich immer gute Laune.” So ein Trio gibt es in Geilenkirchen ja auch nicht noch einmal. Überhaupt sind bloß noch 16 Pkw mit einem GK-Kennzeichen registriert. Doch während die meisten Oldies in Garagen stehen, ist Elke Popp beinahe täglich mit dem Wagen unterwegs. „So etwas Schönes darf man nicht verstecken”, findet sie.

Dass die alte Ente - Baujahr 1971 - so tapfer von TÜV zu TÜV watscheln konnte, ist der Fürsorge ihres Mannes zu verdanken. Der war nämlich Berufsschullehrer für Kfz-Technik und hat aus der kleinen Französin sein ganz privates Projekt gemacht. Zwar ist heute immer noch der originale Motor drin, doch ansonsten hat der 69-Jährige im Lauf der Zeit so ziemlich alles ausgetauscht, was man austauschen konnte.

Jüngst gab es einen verzinkten Rahmen und Korrosionsschutzfett, das den Rost fernhält. Eines musste er nie entfernen: Beulen. „Ich hab mit dem Wagen nicht einen Unfall gehabt”, sagt Elke Popp. Und das bei knapp 350.000 Kilometern auf dem Tacho. Sogar seinen vier Kindern hat das Paar den Wagen anvertraut. „Die haben die ersten Fahrten nach dem Führerschein alle mit der Ente gemacht.”

Sie alle haben sich in dem Oldie sicher gefühlt, auch ohne Airbag oder andere Sicherheitstechnik. „Mit der Ente fährt man anders, da wird nicht gerast.” Ein Oldtimer ist der Wagen mittlerweile auch offiziell, das H steht hinten auf dem Nummernschild. Das war allerdings ein zähes Ringen. Denn auch bei einer Ummeldung zum Oldtimer wäre das GK durch ein HS ausgetauscht worden.

Die Popps haben sich entschieden: Gegen die weit günstigere Steuer für Oldtimer und für das alte Kennzeichen. Bis vor zwei Jahren die Bezirksregierung verkündete, dass auch die alten Kennzeichen zu Oldie-Nummernschilder erweitert werden dürfen.

Auch diese Episode hat dazu beigetragen, dass das Paar gar nicht so erpicht darauf ist, „GK für alle Geilenkirchener” zu fordern. Nicht bloß, weil dann der Exotenbonus im Straßenverkehr weg wäre. Elke Popp: „Dass ich bis heute mit GK fahre, dokumentiert, wie viel Mühe wir in den Erhalt des Autos gesteckt haben.” So soll es bleiben. „Unsere Ente ist schließlich bekannter als wir selbst.”

SPD wirbt im Stadtrat für Wiedereinführung

Die Wiedereinführung des Fahrzeugkennzeichens GK für die Stadt Geilenkirchen will die SPD heute im Stadtrat thematisieren und zur Diskussion stellen. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Rathaus.

Bei dem Vorstoß gehe es keineswegs um reine Nostalgie, sagt Horst-Eberhard Hoffmann, Vorsitzender der Geilenkirchener SPD-Fraktion. „Wir glauben, dass das Kennzeichen für Geilenkirchen eine wichtige Marketingfunktion haben kann. Man kann doch kaum mehr Werbung für seine Stadt machen, als wenn man mit deren Kürzel durch das Land fährt.”

Sollte der Rat die Verwaltung beauftragen, einen Antrag auf Wiederzulassung des Alt-Kennzeichens zu stellen, kommen auf die Stadt keine Mehrkosten zu, unterstreicht Hoffmann.


In einer früheren Version des Artikels war irrtümlich von einem Renault die Rede. Tatsächlich handelt es sich natürlich um einen Citroën 2CV.
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