Übach-Palenberg - „Enjoy the silence“: Fette Show für große Vorbilder

„Enjoy the silence“: Fette Show für große Vorbilder

Von: Stefan Reiners
Letzte Aktualisierung:
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Remode ließen sich nicht lumpen. Zum Tribute-Konzert wurde in der Rockfabrik ordentlich Technik aufgefahren. Die Bässe wummerten in den Ohren und ließen die Eingeweide erbeben. Foto: Stefan Reiners
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Sänger Dann Yell und Bassistin Heike Nolden lockten das Publikum immer aufs Neue aus der Reserve. Die Musik der Originale wird von einer großen Fangemeinschaft bis heute abgöttisch geliebt.

Übach-Palenberg. Man könnte meinen, Depeche Mode kämen aus Bielefeld. Jedenfalls wenn man am Abend vor Allerheiligen (oder Neudeutsch zu Halloween) in Übach–Palenberg in der Rockfabrik war. Denn da spielten Remode zum 30. Mal in diesem Jahr als Tribute Band der „erfolgreichsten Synthie-Pop Gruppe aller Zeiten“ deren größte Hits in einem gut zweieinhalbstündigen Livekonzert vor absolut ausverkauftem Haus.

Keine Maus passte mehr in den zum Bersten gefüllten Saal, und wenn sie denn einen Weg gefunden hätte, hätten die fulminanten Bässe sie vermutlich gleich wieder rausgeblasen.

Da wurde richtig Technik aufgefahren, um Sound und Musik für jedermann an jeder Stelle gleichmäßig bieten zu können. Ein Ohrenschutz war in der ersten Reihe durchaus zu empfehlen. Das Gerüst aus Schlagzeug und Bass konnte man ohnehin in den Eingeweiden spüren.

Nicht nur an der Menge der auch aus weiteren Regionen angereisten Fans, sondern auch an deren offen ausgetragener Euphorie konnte man erkennen, dass die Musik von Depeche Mode heute noch begeistert und Remode auch einen ausgezeichneten Weg gefunden hatten, diese live auf die Bühne und an den Mann zu bringen.

Auf eine opulente Lightshow wurde größtenteils verzichtet, ebenso wie auf verstärkten Einsatz der Nebelmaschine. Dafür liefen auf einer nahezu die komplette Bühnenrückwand einnehmenden Leinwand permanent Videos und Fotostrecken der Originale aus Basildon/England, passend zum jeweiligen Song. Und (Vertretungs-) Frontmann Dann Yell brachte mit Hilfe seiner „ersten Reihe“, bestehend aus Bassistin und Sängerin Heike Nolden und Gitarrist Johannes Makowski, ohnehin ordentlich Bewegung auf die Bühne, so dass fürs Auge ebenfalls richtig was geboten wurde.

Große Momente

Dahinter standen – leicht erhöht auf gebührendem Podest – Keyboarder und Sänger Marcus Mundus und Schlagzeuger Vic Chains. Letzterer hatte ein wirklich beeindruckendes, chromblitzendes Riesenexemplar von einem Schlagzeug aufgefahren, mit dem er allerdings auch entsprechend umzugehen wusste. Und Marcus Mundus hatte seinen großen Moment als Martin Gore (über den via Twitter am darauffolgenden Tag fälschlicherweise das Gerücht verbreitet wurde, er sei verstorben) bei zwei Solostücken in der Mitte des Konzerts, zu denen seine Kollegen demonstrativ die Bühne verließen.

Es gab wirklich alle großen Hits der auch heute noch sehr umtriebigen Band um David Gahan, die ihre größten Erfolge trotzdem sicherlich bereits in den 80ern und 90ern hatte. Wer kennt nicht „Master and Servant“, „People are people“ oder „Personal Jesus“? Kaum wurden diese besonderen Meilensteine angespielt, wurde es im Saal noch lauter und bewegter, auch wenn man das vorher nicht für möglich gehalten hätte.

Das dickste Brett aber hatten sich Remode für den Abschluss übrig gelassen. Als zweite Zugabe und letztes Stück gab es „Enjoy the silence“ in Karaokeversion. Sänger Dann Yell hatte sozusagen frei, denn er überließ Text und Ton vollständig dem Publikum. Und das bedankte sich mit einer gekonnten, weil fehlerfreien Chor-Einlage, die sich gewaschen hatte.

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