Engagierte Rentner packen an

Von: Franz Windelen
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Packen beherzt zu: die Mitglieder der Initiative „Senioren helfen...”. Foto: Windelen

Übach-Palenberg. Altes Eisen? Das Attribut ist für die rührige Rentnergruppe ein Fremdwort. Nein, die 13 Männer im reifen Alter sehen sich auch im oder trotz des wohlverdienten Ruhestandes nicht auf dem gesellschaftlichen und beruflichen Abstellgleis.

Sie packen noch an, buchstäblich - und tun dabei viel(en) Gutes. „Senioren helfen...” heißt die Initiative, die sich vor fünf Jahren aus Ex-Handwerkern in Übach-Palenberg gegründet hat.

„Wir sind allerdings nicht nur für ältere Menschen da, sondern auch für Behinderte, für Kranke, halt in allen Lagen, wo Not am Mann ist”, präzisiert Peter Frings, einer der Mitbegründer, die pragmatische Ausrichtung der ehrenamtlich tätigen Gruppe.

Die Senioren erledigen vielfältige Kleinarbeiten -Êangefangen vom defekten Wasserhahn, der verstopften Toilette über Möbelrücken bis hin zum Heckenschnitt. Den Fachleuten wollen die Experten im Unruhestand dabei keine Konkurrenz sein, wie Peter Frings ausdrücklich betont: „Das sind Arbeiten, wofür kein Betrieb rauskommt.”

„Wir helfen, wenn wir gerufen werden”, erklärt Willi Steins und erntet von der Runde seiner Mitstreiter zustimmende Blicke. Seit fünf Jahren bereits sind die junggebliebenen Alten nicht nur, aber hauptsächlich in Übach-Palenberg auf Achse.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: „Rund 400 Aufträge haben wir in dieser Zeit abgearbeitet”, resümiert Willi Steins nicht ohne Stolz. Von der Stadt Übach-Palenberg wurde so viel idealistisches Wirken bereits mit mehreren Auszeichnungen honoriert.

Doch es sind nicht allein die kleinen manuellen Hilfeleistungen, die die 13 Senioren antreiben. Steins formuliert den anderen, den ebenso wichtigen Aspekt ihres Ehrenamtes: „Immer mehr alte Menschen leben allein. Auch für die Einsamen sind wir Ansprechpartner, oft sogar der einzige. Wir gehen hin und hören zu, hören einfach nur zu.

” Außerdem steht die Gruppe den Alten und Kranken bei Behördengängen aller Art mit Rat und Tat zur Seite. „Und wir gehen auch in die Altenheime, um mit den alten Menschen dort zu singen und Erinnerungen lebendig werden zu lassen”, verweist Steins auf eine ganz neue Offerte der Initiative. Ihren Job machen die 13 vom Mehrgenerationenhaus im städtischen Seniorenzentrum -Êdem Domizil - ohne Entgelt.

„Wir berechnen nur eine Anfahrtspauschale von fünf Euro pro Kopf - soweit wir in Übach-Palenberg unterwegs sind”, erklärt Peter Frings. Zehn Euro sind es, wenn der Auftrag außerhalb der Stadt ausgeführt wird. „Gegen eine kleine Spende”, schiebt Frings nach, „haben wir natürlich auch nichts.”

Die alten Handwerker aus dem Mehrgenerationenhaus am Bahnhof legen ein solches Engagement an den Tag - und notfalls an die Nacht -, dass der Betrachter fragt: Welche Motivation steckt dahinter? Klaus-Dieter Friedrich braucht nicht lange zu überlegen: „Es ist das gute Gefühl, sich noch irgendwie nützlich zu machen.

Und es sind die sozialen Kontakte, die man in der Gruppe und nach außen knüpfen kann.” Und Steins wirft einen anderen interessanten altruistischen Gedanken in die Runde: „Wir haben von der Gesellschaft so viel bekommen, das wollen wir jetzt mit unseren Händen zurückgeben.”

Manfred Klug bemüht eine volkswirtschaftliche Sichtweise, wie sie auch oft in politischen Kreisen anklingt: „Die Alten haben das Wissen, die Erfahrung und vor allem den gesamten Werkzeugbestand. All das wollen wir nicht brachliegen lassen, sondern sinnvoll einsetzen.”

>Die ehrenamtlichen Dienste der Übach-Palenberger Senioren-Mannschaft werden durch eine von-Mund-zu-Mund-Propaganda weitergereicht. Dabei wollen es die emsigen Helfer nicht bewenden lassen, wie Peter Frings betont: „Rund 14.000 Flyer liegen bereit, um bald an die Haushalte verteilt zu werden.”
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