Energiewende wird von jedem Einzelnen gemacht

Von: mabie
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Ulrich Urban, MdB Oliver Krisc
Ulrich Urban, MdB Oliver Krischer, Grünen-Fraktionsvorsitzender Jürgen Benden und Hans Hansen (v.l.) berichteten und disktuierten im Hotel Jabusch zum Thema „Energiewende”. Foto: Markus Bienwald

Geilenkirchen. „Die Energiewende ist in aller Munde, und wir Grünen können stolz darauf sein”, begann Fraktionsvorsitzender Jürgen Benden seine Eröffnungsworte zum dritten Geilenkirchener Stadtgespräch. Rund 25 Gäste waren in den Saal des Hotels Jabusch gekommen, um sich mit Experten verschiedener Fachrichtungen über das Thema auszutauschen.

Vorweg freute sich Benden, dass es durch die Arbeit des Rates derzeit drei öffentliche Dächer gebe, die mit Photovoltaik-Technik ausgerüstet seien. „Dadurch sind wir in der Lage, jährlich 47 Millionen Kilowattstunden Strom zu produzieren, was über dem Jahresverbrauch aller Privathaushalte in Geilenkirchen von derzeit etwa 42,7 Millionen Kilowattstunden liegt”, so Benden weiter.

Eine perfekte Vorlage für Ulrich Urban von der in der Stadt ansässigen Firma „Urban Sonnenstrategie”. Er machte deutlich, dass die benötigte Energie zu 100 Prozent aus der zur Verfügung stehenden Sonnenenergie generiert werden könnte. Dazu sprach er sich ausdrücklich für eine kombinierte Nutzung aller zur Verfügung stehenden Techniken, beispielsweise der Holzpellet-Heizung im Verbund mit Solarthermie, aus. „Auch haben wir heute mehr Möglichkeiten, andere knappe Ressourcen wie beispielsweise Wasser zu nutzen”, machte Urban den Anwesenden klar. So könnte in Zukunft so genanntes Brauchwasser so aufbereitet werden, dass es beispielsweise in Mehrfamilienhäusern für die Toilettenspülung genutzt wird. Als Fachmann für Hausenergietechnik hakte Schornsteinfegermeister Hans Hansen aus Frelenberg gleich ein.

Als zertifizierter Gebäudeenergieberater stellte er grundsätzlich fest, „dass es in der heutigen Zeit sehr wichtig ist, Energie zu sparen”. So könne durch den Einsatz moderner Heizsysteme im Verbund mit einer an das bestehende Gebäude angepassten Dämmung ein großes Einsparpotenzial erreicht werden. „Allerdings sollte man ältere Häuser nicht zu dicht machen”, warnte Hansen, da sonst Probleme mit der Feuchtigkeit entstehen könnten.

Bester Ausgangspunkt für eine energetische Sanierung von Bauten sei daher die Erstellung eines „Gebäudepasses”, der Schwachstellen aufzeigt und anhand dessen gezielt umgebaut werden könne. „Es gibt sehr viele Möglichkeiten zu sparen, man muss nur den Mut haben, sich einen solchen Pass erstellen zu lassen”, so Hansen. Allerdings stelle er in der täglichen Praxis auch fest, dass Gebäudebesitzer nach Erstellung des Passes oft die nötigen Arbeiten nicht angingen. Hier hakte Oliver Krischer ein, Grünen-Mitglied des Deutschen Bundestages. Er beleuchtete die Situation vor allem von der politischen Seite. „Die Energiewende läuft schon seit zehn Jahren”, stellte er richtig, allerdings sei dies vor dem Atomausstieg von anderen Parteien eher als „grüne Spielwiese” belächelt worden. Nach dem Wegfall der steten Atomdebatte bleibe es allerdings bei dem Dilemma, dass eine Regierung nur Rahmenbedingungen dafür schaffen könne, zu handeln. „So wird die Energiewende nicht in Berlin gemacht, sondern von jedem Einzelnen”, betonte Krischer. Er regte an, sich alle Verbräuche, nicht nur den des eigenen Kraftfahrzeugs, genau anzusehen, und danach möglichst zu handeln. Auch betonte er, dass es staatliche Anreize geben müsse, das aktuelle Sanierungstempo im deutschen Wohnbestand von einem Prozent pro Jahr mindestens zu verdreifachen, um die angestrebten Klimaschutzziele zu erreichen. „Bei den Fördergeldern sieht es im Moment sehr günstig aus”, befand er zu den von Gästen vorgebrachten Bedenken, eine Sanierung auch mit Geld vom Staat zu schultern. Steuerliche Vorteile kamen natürlich auch auf den Tisch und hier machte Krischer letztlich eine ganz neue Gruppe von Werbern für den Umstieg aus: „Es gibt in Deutschland keine besseren Werbeträger als Steuerberater”, so Krischer.

Mit diesen Worten im Ohr, durften sich die Besucher schon auf die noch nicht näher terminierte nächste Runde in der Reihe der Geilenkirchener Stadtgespräche mit den Grünen freuen.

Dann wird die Bildung im Mittelpunkt stehen, und über die Entwicklung der Schulstadt Geilenkirchen mit den Möglichkeiten der neuen Sekundarschule als starke und zukunftsweisende Schule mit wohnortnahen und umfassenden Schulangebot mit den Bürgern diskutiert.
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