Energiebündel will Anwältin der Bürger sein

Von: Udo Stüßer
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Zwei ausgewiesene Freundinnen von Natur und regelmäßiger Bewegung: Tägliche Spaziergänge mit Schäferhunddame Kessy halten die neue Ratsfrau Kirsten vom Scheidt fit. Foto: Udo Stüßer

Geilenkirchen. Kirsten vom Scheidt ist ein wahres Energiebündel: Hausfrau, Ehefrau und Mutter von zwei Kindern ist die 48-Jährige wie so viele andere Frauen. Dazu noch ist ihr Beruf als Rechtsanwältin zeitintensiv. Betrachtet man dazu ihre Hobbys, so stellt sich die Frage, wie sie dazu noch erhebliches politisches Engagement mit unter einen Hut bekommt:

Die Wellensittiche in der Voliere, die das heimische Wohnzimmer vom Arbeitszimmer trennt, brauchen sicherlich nicht ganz so viel Aufmerksamkeit wie ihre beiden Belgischen Schäferhunde Kessy und Zeus, die beide durch Kirsten vom Scheidt einem Dasein im Tierheim entronnen sind. Vier bis fünf Spaziergänge am Tag halten die Anwältin und die Hunde fit.

Überhaupt ist die Christdemokratin, die jetzt erstmals in den Stadtrat gewählt wurde, sportlich ambitioniert. Für Windsurfen und Snowboarden, wie während der Studienzeit, hat sie nicht mehr die Zeit. Dafür hat sie sich vor vier Jahren einen Mädchentraum erfüllt: Auf der fünfjährigen Stute „Shannons Light“ geht es drei- bis viermal in der Woche über die Gillrather Felder und durch ausgedehnte Waldstücke. Das Westernreiten ist für sie Entspannung pur. Den Pferdestall mistet sie selbst aus. „Ich hänge auch selbst im Dreck drin, denn Arbeit schändet nicht“, lacht die Frau, die mit ihrem American Quarter Horse auch so manches Turnier besucht. Es dürfen aber auch schon mal ein paar PS mehr sein. Dann steigt die zierliche Frau auf ihre Harley-Davidson und erkundet die Umgebung.

An erster Stelle steht für sie natürlich ihre Familie, Ehemann Dr. Thomas Meyer und ihre Töchter Nina (9) und Laetitia (11). Ihre Kinder waren Grund für ihre Entscheidung, beruflich kürzer zu treten. Denn Laetitia, was im Lateinischen die Freude bedeutet, war ebenso wie ihre Schwester über die ständige Abwesenheit der Mutter wenig erfreut. Seit 1996 ist die Anwältin für Familien- und Mietsrecht in einer Grevenbroicher Praxis tätig. „Aber ich habe gemerkt, dass meine Kinder mich mehr brauchen. Als Hausfrau, Ehefrau, Mutter und Selbstständige ist man irgendwie immer auf der Flucht. Außerdem bleibt man man da selbst schnell auf der Strecke. “ Ihren Arbeitsplatz hat sie nun in ihrem Haus in der Geilenkirchener Orffstraße, die Fahrzeiten nach Grevenbroich entfallen. Und so suchte sie neue Herausforderungen in der Politik. „Man muss über den Tellerrand hinausschauen und im Kopf flexibel sein.“

Seit über 20 Jahren ist Kirsten vom Scheidt in der CDU. Zunächst war sie in Grevenbroich engagiert, seit ihrem Umzug im Jahre 2000 in Geilenkirchen. Beisitzerin ist sie im Vorstand der Frauen Union Kreis Heinsberg, stellvertretende Vorsitzende im Ortsverband Geilenkirchen. Seit 2010 hat sie noch ein paar Päckchen mehr zu tragen: Seitdem ist sie Geschäftsführerin des CDU-Stadtverbandes und Vorsitzende der Frauen Union Geilenkirchen. Bei den Kommunalwahlen am 25. Mai wurde sie in den Stadtrat gewählt.

„Ich will nicht nur meckern, sondern Verantwortung übernehmen und bei Entscheidungen mitwirken“, begründet die Frau, die sich auch als Anwältin der Bürger sieht, ihr stärkeres politisches Engagement. „Schließlich haben die Bürger mir ihre Stimme gegeben. Deshalb will ich ihre Interessen vertreten und ihre Anliegen umsetzen.“ Vor allem kämpft Kirsten vom Scheidt für bürgerfreundlichere Behörden: „Wenn ich Ignoranz und Gleichgültigkeit begegne, bin ich verärgert.“

Kirsten vom Scheidt engagiert sich im Umwelt-, Natur- und Tierschutz, ist förderndes Mitglied von Greenpeace und Mitglied im Heinsberger Tierheim. Natur- und Umweltschutz vermittelt sie nicht nur ihren Töchtern sondern auch anderen Kindern, mit denen sie Insektenhotels baut.

Bei all ihrer Liebe zur Natur fühlt sie sich in der CDU politisch zu Hause. Warum in der CDU? „Ich bin überzeugte Christin, christliche Werte liegen mir sehr am Herzen“, sagt sie mit großer Überzeugung. Und: „In der Politik kann ich nicht versuchen, unrealisierbare Utopien zu verwirklichen. Ich bin kein Tagträumer, der versucht, unrealistische Pläne umzusetzen. “ In der Politik müsse man die Realität im Auge behalten, man könne nicht mit einer rosaroten Brille an die Dinge herangehen. Kirsten vom Scheidt bezeichnet sich als Realpolitikerin, die allerdings für Geilenkirchen Träume hat: „Unsere Kinder sollen in einer schönen und gesunden Umwelt aufwachsen und die Natur nicht aus dem Auge verlieren. Wir müssen ein lebenswertes Geilenkirchen für unsere Kinder schaffen und mit dem wirtschaftlichen und demografischen Wandel in einen gesunden Einklang bringen.“

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