Endspurt für U3-Betreuung: Noch zwei Kitas brauchen Mittel

Von: Franz Windelen
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Der Johanniter-Kindergarten gehört zu jenen drei Einrichtungen in der Stadt Ubach-Palenberg, deren Ausbau für die U3-Betreuung bereits bewilligt wurde. Foto: Wilfried Rhein

Übach-Palenberg. Vielleicht ist es schon der demografische Wandel, der die Zahlen drückt. Im kommenden Kindergartenjahr 2010/11 jedenfalls werden in den zehn Tageseinrichtungen für Kinder in der Stadt Übach-Palenberg 649 Jungen und Mädchen betreut, das sind 38 weniger als aktuell.

Hans-Jürgen Oehlschläger, der Leiter des auch für Übach-Palenberg zuständigen Kreisjugendamtes, informierte den Ausschuss für Jugend, Familie, Senioren und Soziales über Entwicklungen und Baumaßnahmen im Bereich der Kitas. Oehlschläger ließ zudem wissen, dass 2010/11 insgesamt 59 unter Dreijährige betreut werden - mithin zwei weniger als in 2009/10.

Der Kreisjugendamtsleiter wies auf die gesetzlichen Veränderungen hin, die mit der Umsetzung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) einhergehen. „Momentan hat jedes Kind ab dem dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Ab dem 1. August 2013 wird dieser Rechtsanspruch ausgedehnt auf Kinder ab dem ersten Lebensjahr.”

Der Kreis Heinsberg will vor diesem Hintergrund das Ausbauprogramm flugs, das heißt bereits im Kindergartenjahr 2012/13, abschließen. „Dies wäre ein Jahr früher, als es das Gesetz verlangt”, betont Oehlschläger. Die Versorgungsquote bei der U3-Betreuung, auch das fordert das Gesetz, liegt bei 35 Prozent. Für Übach-Palenberg ergibt sich ein Bedarf von 142 Plätzen, und zwar ausgehend von insgesamt 402 einjährigen bis U3-jährigen Kindern.

Vorgesehen ist nach Worten Oehlschlägers folgende stadtteilbezogene Verteilung: Boscheln 30 Plätze, Marienberg zwölf, Frelenberg 24 bis 30, Scherpenseel zwölf und Übach/Palenberg 68. „Von den zehn Kitas in Übach-Palenberg haben acht Träger einen Antrag auf Investitionsförderung für den Ausbau der U3-Betreuung gestellt”, erläuterte der Mann vom Kreisjugendamt. Drei Anträge seien bereits bewilligt, fünf lägen dem Landschaftsverband vor, zwei Träger hätten ihre Planungen noch nicht abgeschlossen. Die Baukosten für die drei bewilligten Vorhaben belaufen sich nach Worten Oehlschlägers auf rund 815000 Euro, der öffentliche Zuschuss beziffere sich auf 706000 Euro.

In Übach-Palenberg bestehen gegenwärtig drei Familienzentren - mit der AWO-Kindertagesstätte Boscheln, der Katholischen Tageseinrichtung „Arche Noah” und dem Christlichen Kindergarten Frelenberg; ein viertes soll hinzukommen: die beiden AWO-Tageseinrichtungen in Marienberg und in Scherpenseel sollen, gemäß dem Beschluss des Kreisjugendhilfeausschusses, im kommenden Kindergartenjahr im Verbund als Familienzentrum agieren, die Zertifizierung durch das Ministerium werde auf den Weg gebracht.

Wie hoch der Anteil der Kinder sei, die nicht ihren Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz erheben, wurde aus den Reihen des Ausschusses gefragt. „Die liegt nur bei ein paar Prozentpunkten”, so Oehlschläger. Was aber, wenn mehr als 35 Prozent der U3-Jährigen eine Betreuung einfordern? Da kam auch der Kreisjugendamtsleiter ein wenig ins Grübeln: „Bund und Land haben die Vorgaben gemacht, daran orientieren wir uns. Sollten es in der Tat 40 bis 45 Prozent sein, dann haben wir ein Problem.”
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