Geilenkirchen - Empfang abgesagt: Geilenkirchener Schützen sind erbost

Empfang abgesagt: Geilenkirchener Schützen sind erbost

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:

Geilenkirchen. Das Aussetzen der Empfänge für die Vorstände und Königspaare der Schützenvereine und für die Prinzenpaare der Karnevalsvereine angesichts der angespannten Haushaltslage sorgte auch in der Ratssitzung am Mittwochabend für Diskussionen.

Das Aussetzen der Empfänge für die Vorstände und Königspaare der Schützenvereine und für die Prinzenpaare der Karnevalsvereine angesichts der angespannten Haushaltslage (wir berichteten) sorgte auch in der Ratssitzung am Mittwochabend für Diskussion. Bürgermeister Thomas Fiedler hatte den Ratsmitgliedern mitgeteilt, dass das „Haushaltskonto „Aufwendungen für Repräsentation” ein jährliches Budget von 15.000 Euro aufweise und das Budget jetzt erschöpft sei. Angesichts der Haushaltslage müssten sich Sparbemühungen zuerst auf freiwillige Leistungen fokussieren. Dabei wolle er die Handlungsfelder Schule, Jugend, Familie und Sport mit besonderer sozialer Wirkung, wenn überhaupt, erst in zweiter Linie antasten.

„Die Schützen sind empört. Und das mit Recht. Dass man sparen muss, versteht jeder. Ich rede hier aber von 1500 Euro. Anfang Oktober kann das Geld nicht weg sein. Jede Hausfrau muss sich ihr Geld einteilen können. Die Schützen machen das ganze Jahr über gute Jugendarbeit, und zwei Wochen vor dem Empfang kommt die Ausladung”, erklärte CDU-Fraktionschef Wilhelm-Josef Wolff. Die Erklärung des Bürgermeisters sei für jeden einsichtig, meinte SPD-Fraktionschef Horst-Eberhard-Hoffmann. „Das Geld fehlt. Aber ich bin froh, dass den Schützen so viel Respekt entgegengebracht wird.”

Jürgen Benden, Fraktionsvorsitzender der Grünen, meinte in Richtung Wilhelm-Josef Wolff: „Sie machen Politik im Vorgriff auf Ihre Haushaltsrede. Sie wissen, in welcher prekären Situation wir uns befinden. Wir sehen es als richtigen Schritt. Sie als größte Fraktion müssten die Haushaltslage im Blick haben. Wir möchten nicht am Sozialen Sparen. Schützen sind auch vernünftige Menschen, die können auch rechnen.” Bürgerlisten-Fraktionschef Christian Kravanja hingegen schlug sich auf die Seite der CDU:„Es hätte andere Lösungen geben können”, meinte er. Und auch Manfred Solenski zeigte sich von der Entscheidung des Bürgermeisters „schwer enttäuscht”. Denn: „Die Schützen waren auf den Empfang vorbereitet. Die Schützen wären bereit gewesen, ihren Obolus zu der Veranstaltung beizutragen. Dann hätte man es um ein Jahr verschieben können.” Wolff betonte nochmals sein Unverständnis über die kurzfristige Entscheidung: „Der Bürgermeister muss ein Budget in Höhe von 15.000 Euro auf das ganze Jahr aufteilen. Das muss er können.” Kurt Sybert (SPD) konnte nachvollziehen, dass gespart werden muss. „Aber ich kann nicht begreifen, dass man so kurzfristig so viele Leute vor den Kopf stößt.” Rainer Jansen machte einen Vorschlag: „Alle Anwesenden verzichten zwei Monate lang auf die Hälfte ihrer Aufwandsentschädigung. Damit sind die Empfänge finanziert.” Keine Reaktion!

„Sie werden in nächster Zeit noch öfter sagen: Es ist eine falsche Entscheidung oder Es ist der falsche Zeitpunkt. Aber auch bei Peanuts muss gespart werden. Es ist nur ein Zufall, dass es jetzt die Schützen trifft. Es hätte auch Sportvereine oder andere treffen können”, sagte Fiedler.

„Die Schützen sind erbost”, erklärte am Freitag Geilenkirchens Bezirksbundesmeister Josef Kouchen. Seiner Meinung nach werden an der falschen Stelle gespart. „Für 47.000 Euro wird ein Wurmfenster in der Stadt gebaut, damit ich ein Stück von der Wurm sehen kann. Gehe ich 200 Meter weiter, sehe ich sogar die Ratten der Wurm entlang laufen”, schimpfte er und verwies auf 16 Schützenbruderschaften, die sich den Empfang in der kommenden Woche vorgemerkt hätten. Seit mehr als 30 Jahren würden nach dem Stadtpokalschießen die Pokale bei diesem Empfang übergeben. „Die Schützen waren immer da, wenn die Stadt sie brauchte: bei Jubiläen, im Rahmen der Städtepartnerschaft und bei Veranstaltungen der Europa-Union.”
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