Eltern haben kaum Interesse an der Realschule

Von: Udo Stüsser
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Ob die Proteste der Geilenkirc
Ob die Proteste der Geilenkirchener Realschüler geholfen haben, entscheidet sich heute Abend. Die Zahlen jedenfalls sprechen nicht Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Der Rat der Stadt Geilenkirchen entscheidet am Mittwochabend über die künftige Schulentwicklung in der Stadt Geilenkirchen.

Soll die Realschule trotz rückläufiger Schülerzahlen weitergeführt werden? Soll eine Sekundarschule eingerichtet werden und die Realschule auslaufen? Oder soll die Gesamtschule sechszügig geführt werden und die Realschule auslaufen? In den vergangenen Wochen wurden diese Fragen diskutiert. Vor der Abstimmung im Stadtrat - Sitzungsbeginn ist 18 Uhr im großen Sitzungssaal - liegen nun auch die Ergebnisse einer Elternbefragung vor. Befragt wurden alle Eltern der Geilenkirchener Grundschüler.

250 Mädchen und Jungen besuchen derzeit die vierte Klasse einer Geilenkirchener Grundschule. 199 Eltern haben die Fragebögen ausgefüllt. Von diesen 199 Eltern würden zwei die Fortführung einer Hauptschule begrüßen. Die mit der Gemeinde Gangelt gemeinsam geführte Hauptschule in Gangelt wird allerdings auslaufen, die Verträge sind bereits gekündigt. 29 Eltern möchten ihre Kinder zur Realschule schicken, 80 zum Gymnasium, 86 zur Gesamtschule und zwei zur Sekundarschule.

Die Klasse 3 besuchen derzeit 264 Grundschüler. 214 Bögen wurden abgegeben: Sechs Eltern sprachen sich für die Hauptschule aus, 31 für die Realschule, 97 für das Gymnasium, 68 für die Gesamtschule und zwölf für die Sekundarschule. Noch weniger Interesse an der Realschule zeigen die Eltern der derzeitigen Zweitklässler: Nur noch 18 würden diese Schulform für ihr Kind wählen. Vor diesem Hintergrund lautet heute der Beschlussvorschlag der Verwaltung: Die Gesamtschule wird auf sechs Züge erweitert, die Realschule wird auslaufen.

„Das bedeutet: Jeder Realschüler, der derzeit die Realschule besucht, kann seine Schullaufbahn in dieser Schule beenden. Ab dem nächsten Schuljahr werden allerdings keine neuen Schüler aufgenommen”, stellt Bürgermeister Thomas Fiedler klar. Für Fiedler kommt nur das Auslaufen der Realschule in Frage: „Schaut man sich die Zahlen an, hätte man in jedem Jahr eine Zitterpartie”, sagt er. Und Beigeordneter Herbert Brunen: „Außerdem hätten wir kein adäquates Angebot mehr für die Schüler, die die Realschule verlassen müssen.”
Wirft man einen Blick auf die Anmeldezahlen für eine mögliche Sekundarschule, wie von SPD und Grünen ursprünglich gemeinsam gefordert, so stellt man fest, dass diese Schulform in Geilenkirchen nicht realisierbar ist.

Von den Eltern der Viertklässler haben sich zwei, der Drittklässler zwölf, der Zweitklässler 13 und der Erstklässler ebenfalls 13 für diese Schulform entschieden. „Richtet man eine Sekundarschule ein, muss sie dreizügig geführt werden. Aber eine vierzügige Gesamtschule und eine dreizügige Sekundarschule ist alleine aufgrund der demografischen Entwicklung unmöglich. Die Sekundarschule ist also gar nicht mehr in der Diskussion”, sagt Fiedler. „Sie würde von der Bezirksregierung auch gar nicht genehmigt”, erklärt Brunen. Also bleibt nur noch die Frage: Realschule oder sechszügige Gesamtschule?

„Die Politik hat es sich nicht einfach gemacht, aber die Fragebögen haben viel geholfen”, weiß Fiedler. „Aber wer gegen den Verwaltungsvorschlag stimmt, der muss auch erklären, was mit den Schülern passiert, die die Realschule nach Klasse 6 verlassen müssen. Und wie sieht es in den folgenden Jahren, also mit der Nachhaltigkeit aus?”, fragt Fiedler. Auch sei es der Realschule trotz der sinkenden Schülerzahl nicht gelungen, eine herausragende Attraktivität darzustellen. Sie habe keine Antworten präsentiert, wie sie sich pädagogisch so entwickeln könne, dass die Anmeldezahlen steigen.
Vorausgesetzt, der Stadtrat entscheidet sich heute Abend für eine sechszügige Gesamtschule, werden im nächsten Jahr die neuen Gesamtschüler im Schulgebäude an der Pestalozzistraße eingeschult.
Ein Jahr später werden die neuen Fünftklässler in der jetzigen Realschule am Gillesweg aufgenommen.

Für die weiteren Jahre ist geplant, die fünften bis siebten Klassen in dem Gebäude am Gillesweg zu unterrichten, die oberen Klassen in der jetzigen Gesamtschule.

„Schulleiter Uwe Böken ist sich sicher, dass er bis dahin ein stufenbezoges Kollegium hat”, weiß Fiedler, dass die Lehrer nicht pendeln müssen. Welcher Lehrer aber an welchem Ort und in welcher Schule eingesetzt wird, wer versetzt wird, ist Sache des Ministeriums.
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