Übach-Palenberg - EKZ: Fallen am Mittwoch die Würfel?

EKZ: Fallen am Mittwoch die Würfel?

Von: Franz Windelen
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Übach-Palenberg. Die jahrzehntealte Brache scheint begehrt zu sein. Sechs Bieter stehen an, um das ehemalige Zechengelände an der Nahtstelle zwischen Übach und Palenberg erwerben und ein Einkaufszentrum dort realisieren zu können.

In der vom Zeitpunkt her außergewöhnlichen mittsommerlichen Ratssitzung am Donnerstag präsentierte die NRW Urban - Nachfolgerin der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) - der Öffentlichkeit in anonymisierter Form (in den Vorlagen der Ratsvertreter indes waren Ross und Reiter benannt) die Konzepte.

Das Grundstück unterhalb des Wasserturms bietet eine rund 8000 bis 9000 Quadratmeter große bebaubare Fläche, zusätzlich können um die zwei Schächte herum maximal bis zu 700 Parkplätze entstehen.

Das grüne Brachland weckt bundesweit und in den benachbarten Niederlanden Interesse: Kaufangebote flatterten bei der NRW Urban aus Aachen, Düsseldorf, Hamburg, Lübeck, Montabaur und Nijmwegen auf den Tisch. Wer das Rennen macht, ist offen. Christoph Kemperdick von der NRW Urban, die das Areal treuhänderisch für den Grundstücksfonds des Landes Nordrhein-Westfalen entwickelt und verkauft, war gute anderthalb Stunden damit beschäftigt, den Rat über die Entwürfe der Bewerber zu informieren.

Branchenmix, Nachhaltigkeit und Ökologie waren die Kriterien, die sich wie ein roter Faden durch die Präsentation zogen. Beim Branchenmix her gab es mehr oder weniger ähnliche Vorstellungen, die die Bieter auf Basis des Einzelhandelsgutachtens der Stadt Übach-Palenberg bzw. eigener Untersuchungen formuliert hatten.

Während einigen Bietern zur Erweiterung der Verkaufsfläche der Erwerb eines benachbarten privaten Geländes wichtig erscheint, sprechen sich andere Mitwerber - mangels Bedarf - gegen eine allzu große Verkaufsfläche aus. Aus den Vorträgen von Christoph Kemperdick ging hervor, dass die sechs Interessenten den Einklang oder gar den Schulterschluss mit den Kaufmannschaften in Übach und Palenberg suchen.

Das breitgefächerte Sortiment der Bieter reicht von Lebensmitteln, Textilien, Schuhen, Elekrowaren, Backwaren bis hin zu Zeitschriften. Ein Interessent würde in die Verkaufslandschaft ein Gesundheitshaus mit Apotheke und Arztpraxen integrieren, einem anderen schwebt unter dem Begriff „Carolus Carré” gar ein Veranstaltungssaal samt Außengastronomie vor. „Alle Bieter wollen das Einkaufszentrum selbst oder über eine Tochtergesellschaft betreiben”, erklärte Kemperdick.

Ob denn letztlich der ausgeguckte Investor das Konzept, das der Ratsrunde präsentiert wurde, umsetzt, vermochte Christoph Kemperdick auf Nachfrage von Oliver Walther (CDU) nicht zu beantworten. „Uns interessiert in erster Linie der Grundstücksverkauf”, ließ der NRW-Urban-Mann wissen. Um bösen Überraschungen von vorneherein einen Riegel vorzuschieben, schlug Heiner Weißborn, SPD, vor, mit dem Investor einen städtebaulichen Vertrag zu schließen, der ihn zur Einhaltung konzeptioneller Inhalte verpflichtet.

Am kommenden Montag wird sich der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung auf seinen „Kandidaten” festlegen. Diesen Vorschlag werden sodann die Vertreter aus Verwaltung und Rat der Vergabekommission unterbreiten, die am Mittwoch, 4. August, 17 Uhr, ebenfalls nichtöffentlich im Rathaus tagt. Das entscheidende Wort aber hat die NRW Urban.
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