Einmaliges Förderkonzept mit der Rudi Rabe-Gruppe in der Lebenshilfe-Kita

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Auch die Eltern der Kita-Schützlinge in der Rudi Rabe-Gruppe halten guten Kontakt und finden regelmäßig zusammen. Auch wenn es darum geht, beispielsweise die Gruppenräume umzugestalten.

Geilenkirchen. Julian und Aaron sind zwei sechsjährige Jungs aus der Rudi Rabe-Gruppe der Kindertagesstätte Triangel in Geilenkirchen. Auf dem Weg in die Sporthalle zur frühen Turnstunde rappen sie ihren Gruppensong: „Wir sind die Rudis, hört gut zu – wenn ihr uns nicht kennt, dann lernt dazu...“

Julian und Aaron waren vorher in Regelkindergärten, in denen sie aufgrund ihres Verhaltens große Probleme hatten. Der Vater von Aaron: „Im Regelkindergarten war unser Sohn in einer Gruppe von 25 Kindern, die von zwei Erziehern betreut wurden. Das hat überhaupt nicht funktioniert. In der Rudi Rabe-Gruppe hat er sich von Anfang an wohlgefühlt und sehr schnell Vertrauen aufbauen können. Für uns als Eltern ist es ein Glücksfall, dass er in dieser Gruppe einen Platz gefunden hat.“

Eltern nicht allein gelassen

Auch die Mutter von Julian ist froh, dass ihr autistisches Kind endlich die individuelle Betreuung erhält, die für seine Entwicklung elementar wichtig ist: „Es entlastet mich und tut mir ungemein gut, zu wissen, dass Julian hier bestens aufgehoben ist und ich mir keine Sorgen machen muss, dass ihm etwas passiert oder dass er etwas anstellt und im Kindergarten nicht mehr tragbar ist, so wie es in Regelkindergärten häufig der Fall ist. Dazu kommt, dass wir als Eltern nicht allein gelassen werden, sondern hier Hilfe und optimale Unterstützung in der Erziehung und Begleitung unserer Kinder erhalten.“

So gibt es seit einem Jahr ein spezielles Elterntraining für Eltern von Kindern mit herausforderndem Verhalten. Der Kontakt zwischen Betreuern und Eltern ist sehr intensiv, und auch die Eltern untereinander treffen sich regelmäßig, tauschen ihre Erfahrungen aus, feiern oder arbeiten gemeinsam, wie beispielsweise bei der Gestaltung der Gruppenräume. Die Anzahl der Kinder mit auffallendem Sozialverhalten bis hin zu fremd- und autoaggressiven Verhaltensweisen, mit Wahrnehmungs- oder Sprachproblemen ist in den vergangenen Jahren in der integrativen Kindertagesstätte Triangel Geilenkirchen stetig gewachsen.

„Wir hielten es für notwendig, ein spezielles Betreuungs- und Förderangebot für diese Kinder zu entwickeln, um sie auf die Bedingungen der Inklusion vorzubereiten, wenn sie den Kindergarten verlassen und auf eine Schule wechseln“, sagt Kita-Leiterin Birgit Roye. „Deshalb haben wir – einzigartig im Kreis Heinsberg – diese spezielle heilpädagogische Gruppe gebildet: die Rudi Rabe Gruppe.“

Mittlerweile werden in der Gruppe sechs Kinder betreut. Drei Pädagogen sowie eine FSJ‘lerin und Therapeuten der Fachrichtung Logopädie und Physiotherapie sorgen für optimale individuelle Betreuung. Dieser enge Betreuungsschlüssel kommt nicht nur den Kindern zugute, sondern entlastet ebenfalls die Eltern wie auch die Betreuer selbst, die speziell geschult sind. „Die Erfahrungen, die wir mit unserem Angebot Rudi Rabe-Gruppe machen, sind absolut positiv. Es ist schade, dass wir momentan die einzige Einrichtung sind, die ein derartiges Konzept verfolgt“, beklagt Birgit Roye die aktuelle Situation.

Für die Eltern von Julian und Aaron jedenfalls steht fest: „Die Rudi Rabe-Gruppe war für unsere Kinder und uns selbst das Beste, was passieren konnte. Wir sind mit unseren Kindern endlich an einem Ort angekommen, wo unsere Jungs sein dürfen und willkommen sind.“ Gleichzeitig schauen sie ein wenig sorgenvoll in die Zukunft, weil demnächst der Wechsel zur Schule ansteht.

Aarons Mutter: „Den Grundgedanken der Inklusion finden wir natürlich gut. Aber wir haben große Sorgen, wie es weitergeht, wenn Aaron in die Schule kommt. Ich wünschte mir, es gäbe eine Schulform, die an das anknüpft, was hier gemacht wird. Die Entscheidung für oder gegen die Regelschule oder für oder gegen die Förderschule fällt uns nicht leicht. Aber ich bin sicher, dass wir auch bei dieser wichtigen Entscheidung nicht allein gelassen werden und von Seiten der Kita die Unterstützung erhalten, die wir brauchen.“

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