Einladende Wand für Sprüh-Kunst gegen den Wildwuchs

Von: akf
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Die Jungs von der „Molke-Bande” aus Geilenkirchen setzten mit ihren Sprühdosen an für die ersten Kunstwerke auf die in Frelenberg errichteten Graffitiwand. Foto: Markus Bienwald

Übach-Palenberg. Das triste Zementgrau ist out, unterschiedlich leuchtende Farben von gestalteten Bildern greifen Platz, sorgen seit Samstagnachmittag auf einer Länge von rund 28 Metern für eine angenehme Atmosphäre.

Die Graffiti-Künstler haben nunmehr legal im Stadtteil Frelenberg einen Ort, wo sie ihre künstlerischen Neigungen ausleben können.

Im Bereich Gürztelweg/Kantstraße im Schatten der evangelischen Christuskirche und unmittelbarer Nähe des Feuerwehrgerätehauses wurde in Anwesenheit der Kommunal-Wahlkämpfer der Parteien, Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll und SPD-Landtagsabgeordnete Ulla Meurer durch den Förderverein für Kinder und Jugend als Initiator dem langgehegten Wunsch der Jugend Rechnung getragen, die Graffiti-Wand ihrer Bestimmung übergeben.

Hässliche Auswüchse

„Was lange währt, wird endlich gut. Nach Monaten der Planung und Organisation wird heute die Graffiti-Wand eingeweiht”, sagte Vorsitzender Arnd Hansen. Die Bemühungen des Vereins dauern seit über einem Jahr an, haben zum einen ihren Ursprung im vorjährigen Open-Air-Konzert, insbesondere aber in den illegalen Graffiti - zum Ärgernis der Anwohner.

Kirche, Feuerwehr- und Bürgerhaus - nichts schien den wilden Sprühern heilig gewesen zu sein. Die meist undefinierbaren Schmierereien nahmen zu, verunstalteten die Wände. Um so beachtenswerter die Tatsache, dass der Förderverein für Kinder und Jugend Frelenberg reagierte und in die Offensive ging. Sein Ziel und Trachten: dem ärgerlichen Tun einen Riegel vorzuschieben, aber dennoch etwas für die Jugend zu tun und ihr eine Plattform für ihre Graffiti-Kunst zu bieten.

Nach einer Vorstandssitzung wurde der Vorschlag der Stadt Übach-Palenberg unterbreitet, die nach Bedenkzeit zustimmte. Nach und nach nahm der Verein das Projekt gemeinsam mit der Stadt in Angriff. Es mussten Verhandlungen mit dem angrenzenden Grundstückseigentümer geführt und ein Vertrag geschlossen werden. „Anfangs sollte die Wand zwei Meter hoch und zehn Meter lang werden, jetzt ist sie aber 28 Meter lang.” Arnd Hansen betonte, dass der Verein mit dieser Maßnahme das Problem der Schmierereien eingrenzen wolle.

„Dass man es nicht zu 100 Prozent abstellen kann, ist uns bewusst. Wir wollen aber der Frelenberger Jugend mit dieser Aktion zeigen, dass man sie nicht vergessen hat. Wir hoffen, dass die Mehrheit der Jugend das anerkennt.” Herzlichen Dank sagte er im Namen des Vereins der Firma Franz Davids aus Geilenkirchen, die als Sponsor die Kosten für das Projekt übernahm.

Georg Overländer, Vorsitzender des Ausschusses für Jugend und Soziales, verwies darauf, dass der Fachausschuss im November 2008 einmütig dem Ansinnen des Vereins stattgegeben habe.

Bürgermeister Paul Schmitz-Kröll gratulierte dem Verein zum gelungenen Projekt und zum Engagement seiner Ehrenamtler. „Dies ist ein wichtiger Aspekt. Die Stadt ist froh, dass es den Verein gibt. Das Projekt der Graffiti-Wand ist hervorragend, der Standort ideal. Ich hoffe mit ihnen, dass die illegalen Schmierereien abnehmen”, schloss der Verwaltungschef auch mit der Übergabe eines Schecks.

Experten zuerst

Nach den Reden und einer Stärkung mit Grillgut und Getränken schritten die Graffiti-Künstler zur Tat. Eigens hierfür hatte der Veranstalter Experten aus der Nachbarstadt Geilenkirchen gewinnen können. Das Quartett der „Molke-Bande” um Pascal D., Matthias D., Dennis G. und Benjamin D. zeigte, was es drauf hat. Wenngleich mit skeptischen Blicken einiger Anwohner verfolgt.

Die mehr als siebenjährige Erfahrung von Pascal und seiner drei 16- bis 18-jährigen Mitstreiter, die auch schon zahlreiche Auftragsarbeiten für Unternehmen erledigt haben, war erkennbar bei der mehrstündigen Arbeit, nach Vorlage vier Bilder auf die Betonwand zu projizieren.
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