Geilenkirchen - Eine Stadt in Aufbruchstimmung

Eine Stadt in Aufbruchstimmung

Von: Udo Stüßer
Letzte Aktualisierung:
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Raus aus dem Ratssaal, rein in den Hörsaal. Hier gab es Tipps zum Stadtmarketing. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. „Die Stadt ist in Aufbruchstimmung. Jetzt müssen alle an einem Strang ziehen“, sagte Ingo Schäfer, Inhaber des Geilenkirchener Geschäftes „très chic“, und forderte: „Wir brauchen jetzt Pioniergeist.“

Ingo Schäfer saß nicht nur als Einzelhändler auf dem Podium im Hörsaal des Software-Entwicklers CSB, sondern auch als Experte in Sachen Marketing und Kommunikation. Ebenso wie die anderen Podiumsteilnehmer gab er den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses einige gute Tipps mit auf den Weg, die für die Gründung eines geplanten Arbeitskreises „Stadtmarketing“ hilfreich sind.

Finanzierung später ein Thema

Ramona Nixdorf, Pressesprecherin des Aktionskreises Geilenkirchen, hatte eingangs das Ziel aus ihrer Sicht definiert: die Gründung eines Stadtmarketing-Vereins, bestehend aus Vertretern des Stadtrates, des Aktionskreises, der Wirtschaftsförderung, unterstützt von sachkundigen Bürgern und Profis. „Wie das finanziert wird, diese Frage muss man später anpacken.“ Zunächst müssten Alleinstellungsmerkmale herausgearbeitet werden und könnten regionale Produkte kreiert werden, etwa ein Wein mit einem Geilenkirchener Etikett oder eine Geilenkirchener Tasse.

Elmar Bransch, Geschäftsführer der Minkenberg Medien GmbH und Experte für Marketing und Kommunikation, fragte, was die Mehrwerte dieser Stadt seien. „Sie müssen in die Köpfe der Leute schauen und fragen, wo sie die Mehrwerte sehen. Dann sollten Sie eine Kampagne fahren, damit die Mehrwerte in den Köpfen haften bleiben.“

Albert Baeumer, Marketing-Experte der Firma CSB, riet zur Gründung einer Marketing-Abteilung, die dann mit dem Arbeitskreis zusammenarbeiten solle. Für ihn steht fest: „Ein Budget sollte eingeplant werden.“

Aufgabe des Stadtmarketing sei, so Dr. Jutta Bacher, Marketing-Leiterin der Stadt Aachen, die gesamte Stadt im Blick zu haben. Geilenkirchen müsse als Marke wahrgenommen werden. „Die Mitarbeiter der Verwaltung sind die ersten Botschafter der Stadt, die zweiten Botschafter sind die Bürger“, sagte sie. Den Menschen müssten Events geboten werden. „Denn das verbindet.“

Armin Pennartz, Geilenkirchener Filialleiter der Kreissparkasse Heinsberg, meinte unter dem Beifall der Zuhörer. „Wir brauchen einen gesunden Branchenmix. Große Filialisten sind nicht das Allheilmittel.“

Er fand aber auch kritische Worte. Autoausstellung, großer Seniorennachmittag und Umwelttag der Grünen an einem Tag? „Da brauchen wir eine bessere Abstimmung.“ Sauberkeit ist für Armin Pennartz auch ein wichtiges Thema. „Der Kunde muss über saubere Bürgersteige in saubere Geschäfte kommen.“ Ohne fremde Hilfe könne Geilenkirchen kein Stadtmarketing betreiben. „Sie müssen einen Experten mit ins Boot holen. Entweder einen Unternehmensberater oder FH-Studenten“, sagte er. Er bot für sein Institut eine Beteiligung an den Kosten an, aber ohne eine Beteiligung der Einzelhändler gehe es nicht. Anders sah es Thomas Back, Leiter Vertriebsmanagement der Raiffeisenbank Heinsberg: „Sie brauchen keinen Profi. Sie brauchen jemanden, der es mit Herz macht“, erklärte er und gab den Ratschlag: „Erhalten sie Bewährtes, wagen Sie Neues, aber seien Sie aktiv.“

Auf jeden Fall müsse Stadtmarketing in eine Hand gelegt und ein Aktionsplan erarbeitet werden. Kritische Worte fand anschließend Rainer Jansen von den Grünen: „Wir haben ein Kommunikationsproblem in der Stadt. Wir haben tolle Sachen, darüber sollte man auch reden. In Geilenkirchen ist man aber aufeinander neidisch.“

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