Eine Runde mehr für Ruanda

Von: mabie
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Freudestrahlend nahm Lieselotte Bierbaum (M.) den Spendenscheck der Gangelter Realschüler entgegen, die stolze 2781,38 Euro für den Verein „Wir für Ruanda” erliefen. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Seit nunmehr zwölf Jahren laufen die Schüler der Realschule in Gangelt schon für ihre Altersgenossen im afrikanischen Ruanda. Und auch beim „vollen Dutzend” kam mit exakt 2781,38 Euro wieder eine schöne Spendensumme zusammen.

Der symbolische Scheck wurde im Rahmen einer kleinen Präsentation rund um die Projektwoche „Ruanda” offiziell übergeben. Für Lieselotte Bierbaum vom Verein „Wir für Ruanda” war es ein willkommener Anlass, sich für das nimmermüde Engagement der Schule und der Schüler zu bedanken.

Gerade jetzt, wo viel Geld in die Errichtung eines neuen Bertreuungszentrums geflossen ist, kommt das Geld der Gangelter Schüler zum richtigen Zeitpunkt. „Es ist einfach eine wunderbare Auffüllung unseres Spendendepots”, freute sich eine strahlende Lieselotte Bierbaum.

Gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Bernd Bierbaum ist sie schon seit vielen Jahren in der Ruandahilfe engagiert und war auch schon mal selbst live beim Spendenlauf dabei. Der fand in diesem Jahr übrigens Ende Mai statt, und das bei fast genauso schönem Wetter wie am Tag der Scheckübergabe.

Natürlich herrschten damals nicht diese aktuell tropisch empfundenen Temperaturen. Doch das war auch gut so, denn so ließen sich bei herrlichem Laufwetter viele Runden für den guten Zweck drehen. Genau 111 Schüler der siebten Klassen der Realschule in Gangelt gingen damals die genau 968 Meter Wegstrecke um den Kahnweiher als Laufstrecke an.

Gezählt wurden beim Lauf nicht Zeiten oder neue Rundenrekorde, sondern die insgesamt zurückgelegten Runden pro Schüler. Dafür gab es Bares, und zwar nicht für die rennenden Pennäler, sondern für die Partner in Ruanda. Im Vorfeld hatten die Schüler dazu nicht nur ihre ganze Familie, sondern auch das Lehrerkollegium oder Bekannte aktiviert.

Alle, die wollten, durften „ihrem Schüler”, der seine Runden für sie drehte, ab zehn Cent pro Runde stiften. Meistens waren es aber 50 oder 100 Cent, die pro Runde für den guten Zweck erlaufen wurden. Dazu hatten die Sportlehrer Markus Fabricius und Ludwig Otten nicht nur alles Passende bereit gelegt.

Doch letztlich war es egal, wieviele Runden jeder Einzelne schaffte, das Gesamtergebnis sollte stimmen und die sportliche Motivation nicht zu kurz kommen. „Es entspricht gar nicht dem viel zitierten Zustand, Kinder und Jugendliche seien bewegungsfaul”, beschreibt Markus Fabricius die Situation. „Unsere Kinder laufen mit hohem Engagement 60 Minuten lang”, weiß er, „und wenn man sagt, es geht in die letzte Runde, dann legen die sogar noch ein Schippchen drauf”.

Ein Schippchen drauflegen für die Hilfe, das ist auch der Gedanke, der hinter dem gesamten Gedanken des Ruandaprojektes steckt. „Denn man kann über die Jahre hinweg beobachten, wie sich die Verhältnisse immer wieder ändern, wie neue Kämpfe um den Kiwu-See herum die Lebenssituation für die Menschen immer wieder bedrohlich gestalten”, berichtet Lehrer Fabricius von den Hintergründen.

So wird der Lauf nicht einfach jedes Jahr einmal ins Schulprogramm gehievt, sondern ist fester Bestandteil einer ganzen Projektwoche, die sich mit Ruanda befasst. Dr. Bernd Bierbaum vom Verein „Wir für Ruanda” ist dann mit seinen Mitstreitern regelmäßiger Gast in der Gangelter Realschule, berichtet über Leben und Arbeit vor Ort.

Gleichzeitig zeigt sein Wirken auch die Schwierigkeiten auf, die in dieser afrikanischen Region herrschen. „2006 wurde Kontakt aufgenommen zu den Leitern der Schulen in Birambizu und Bugina im Kongo, die durch den schrecklichen Genozid weitgehend zerstört und noch nicht wieder aufgebaut worden waren und von unseren erlaufenen Geldern profitieren sollten”, erzählt der Pädagoge.

Doch auch hier zeigte die Realität ihr grausames Antlitz, Priester vor Ort wurden ermordet und die Verbindung riss ab. So gibt es genügend Gründe, auch weiterhin für die Partner in Afrika zu laufen, sei es nur eine Stunde lang.
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